Herbstsonne

Herbstsonne

Der Sommer ist vergangen,
der Herbst hat angefangen,
Frau Sonne bleibt sein Gast.

Sie ist dem Herbst verbunden
und schenkt ihm goldne Stunden,
verweilend – ohne Hast.

Will sie auch nicht mehr prahlen,
so schickt sie dennoch Strahlen,
nur milder als bisher.

Der Wind singt seine Weise,
nach Abschied klingt es leise,
doch auch nach Wiederkehr.

(c) Anita Menger

Foto: pixabay

Mein Buchvorschlag für ein bisschen Auszeit im Alltag

Denk auch an dich!“ von Karin Schels

Reinhardt Verlag

Foto: Reinhardt-Verlag

Das Buch weist eine Reichhaltigkeit ermutigender und praktischer Methoden und Anregungen auf, die für Menschen, in einer beginnenden oder bestehenden Pflegesituation, hilfreich sein können.

Vieles regt zum Ausprobieren an und auch wenn manches schon oftmals gehört oder auch schon einmal entdeckt wurde, kann es spannend sein, sich Erfahrungen in Erinnerung zu rufen oder Neues auszuprobieren und anzuwenden. Möglicherweise kann dadurch ein anderer Weg zu sich selber und zum Gepflegten gefunden werden.

Das alles setzt natürlich voraus, dass der Wille da ist, etwas zu verändern – und Veränderung beginnt immer bei einem selbst, nicht beim Anderen.

In den ersten beiden Abschnitten geht es darum sich bewusst zu werden was es bedeuten kann, sich auf eine Pflegesituation zu Hause einzulassen. Pflegende/r Angehörige/r zu sein heißt unter anderem körperliche Anstrengung bis hin zum Angebunden sein. Es bedeutet die totale Veränderung des eigenen Freiraumes, der eigenen Lebensweise und der Lebensphilosophie.

In weiteren Kapiteln gibt es Anregungen wie man sich mit den unterschiedlichsten „Belastungen“ auseinandersetzen kann. Beispiele zeigen Möglichkeiten,  wie es gelingen kann auf sich selber zu achten und sich wert zu schätzen. Und es wird immer wieder zum „Üben“ aufgefordert und ermutigt.

Wie wertvoll Gemeinschaften, Freundschaften, Austausch mit Gleichgesinnten, das weiterbestehende soziale Netz etc. sind, erfährt man aus den nachfolgenden Absätzen.
Fremde Hilfe akzeptieren, finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten zulassen und wenn es Erleichterung verspricht auch Veränderungen der Wohnsituation anstreben, sind Hinweise die ich als besonders wertvoll sehe.

Fazit: Es ist wichtig, sich selber wichtig zu nehmen.

Wir bedanken uns bei Marlene Mayr für diesen Buchtipp.

Unsere Mitarbeiter*innen stellen sich vor

Heute im Interview mit Ute Maria Winkler

Standortleitung der Servicestelle Pflegende Angehörige in Rohrbach

Foto: Ilby

Was bedeutet für dich

Freude innehalten und genießen zu dürfen, wie schön und facettenreich das Leben ist. Mit Freunden lachen zu können, bis die Tränen kommen. Meinen Kindern beim Wachsen und Reifen zuzusehen. Mit meinem Mann zu lachen, zu reflektieren, zu planen oder einfach nur miteinander sein zu dürfen.

Zufriedenheit dankbar zu sein für all die Dinge, die ich geschenkt bekomme und das tagtäglich immer wieder von Neuem. Und demütig zu sein, in dem Wissen es gibt für nichts einen Anspruch darauf. Die Welt des „Glücklichen ist eine andere, als die des Unglücklichen“ und doch ist es ein und dieselbe Welt. Es ist immer wieder eine bewusste Entscheidung in welcher Welt wir leben wollen.

Erfolg  … Erfolg ist für mich, wenn mir meine Kinder sagen ich sei die beste Mama der Welt, mein Mann mir sagt dass er mich liebt und meine Mutter mir sagt sie sei stolz darauf was aus mir geworden ist.

Erfolg ist für mich, wenn ich den Luxus habe den Beruf auszuüben, denn ich von Herzen gerne mache.

Erfolg ist für mich, wenn ich meine Ziele, die ich mir gesteckt habe, weiter verfolge, wenn ich aus Rückschlägen und Fehlern lerne, und nicht gleich aufgebe. Es gibt da einen Spruch den mir ein Lehrer in der Volksschule ins Stammbuch geschrieben hat, dieser Spruch ist mir ein steter Begleiter geworden:

„Das Glück das du dir schaffst, mit viel Geduld und Plag, ist größer als wenn mühelos das Schicksal es dir gab.“

Die wunderbarsten und erfolgreichsten Menschen sind für mich jene Menschen, die aus den Tiefen der Niederlagen, Leiden, Kampf und Verlust ihren Weg herausgefunden haben. Solche Menschen haben eine unglaubliche Dankbarkeit, ein Einfühlungsvermögen und ein Lebensverständnis.

Wann hast du zum letzten x

Herzlich gelacht: täglich, da ich sehr gerne und herzlich lache 🙂

Deine Angst überwunden: Letztes Jahr, als ich mich von meinem Sohn und seinen Freunden überreden lassen habe im Bayern Park von dem Freifallturm Voltrum aus 109 m Höhe fallen zu lassen. Immer wieder, wenn ich auf die Bühne gehe beim Theaterspielen, oder ich das erste Mal vor eine Schulklasse trete im Rahmen eines Workshops.

Aus einem Fehler gelernt: Ich hoffe stetig. Ich bin noch immer am Arbeiten mich hin zu einem schlauen Menschen zu entwickeln….. „Zeige einem schlauen Menschen einen Fehler und er wird sich bedanken, zeige einem dummen Menschen einen Fehler und er wird dich beleidigen.“ (Laotse 553 vor Chr.)

Etwas Neues ausprobiert: Ich bin ja eher die Verwurzelte, die es gerne beständig mag, jedoch ist es in der heutigen Zeit unmöglich nicht ständig mit Neuerungen zurechtkommen zu müssen. Der Spruch von Marlene hat sich hier bei mir eingeprägt, den sie im Rahmen einer Teambesprechung einmal sagte: „Veränderung ist die einzige Konstante“. Für mich bedeutet das ein ständiges Verlassen meiner Komfortzone.

Was ist dir lieber

Mozart oder Elvis: Mozart, aber am allerliebsten Rock (Metallica, Rammstein, Böhse Onkelz, …)

Wein oder Cola: Bier

Sushi oder Schweinebraten: Ich esse alles, zum Leidwesen meiner Figur 😉

Meer oder Bergsee: Meer

Hund oder Katze: Katze

Kino oder Theater: Theater (am allerliebsten wenn ich selber mitspielen darf) und Musicals

Aufgabenbereich:

Ich leite den Standort Rohrbach der Caritas Servicestelle für Pflegende Angehörige, biete im Rahmen dessen psycho-soziale Beratung an. Weiters bin ich für die Vernetzung innerhalb des Bezirkes Rohrbach zuständig. Ich leite gemeinsam mit unserer ehrenamtlichen Mitarbeiterin Christine den Treffpunkt für Pflegende Angehörige in Rohrbach und biete einen Sprechtag in Haslach im Pro.GES.und Büro in Haslach an.

Mein zweiter Kernbereich ist das Paket Veranstaltungen und die ReferentInnenbetreuung der Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige Oberösterreich. Hier bin ich für die Entwicklung von neuen Veranstaltungsformaten, für die Begleitung von Veranstaltungen, für die Gewinnung neuer ReferentInnen und die Begleitung der bestehenden ReferentInnen verantwortlich.

Beruflicher Werdegang / Ausbildung:

Ich habe Soziologie mit Schwerpunkt Gesundheit und Soziales an der JKU Linz studiert. Meine Spezialisierungsfächer waren Familiensoziologie und abweichendes Verhalten. Während meines Studiums habe ich meine beiden Kinder bekommen, jobbte nebenher bei der Kinder- und Jugendhilfe in Rohrbach als Familienbegleiterin und pflegte meine Großmutter, die an Demenz erkrankt war.

Nach meinem Studium begann ich im Frauennetzwerk in Rohrbach als Projektleiterin für den Aufbau einer Übergangswohnung für von Gewalt betroffenen Mädchen und Frauen aus dem Bezirk Rohrbach, als Beraterin von Opfern von Gewalt und machte Workshops an Schulen zum Thema Kommunikation, Empathie und Mobbing (was ich nach wie vor noch mache). Ich machte eine Ausbildung in Wien zum Thema Besuchsbegleitung bei Familien mit Gewalthintergrund und einen Lehrgang zum Thema Projektmanagement in Linz. Leider wurde die Übergangswohnung nach drei Jahren nicht mehr weiter finanziert und musste wieder geschlossen werden. Für mich bedeutete dies einen Jobwechsel.

Ich arbeitete zwei Jahre lang als Sozialpädagogin für die Sozialpädagogische Familienhilfe in Rohrbach.

Seit 1. August 2016 arbeite ich nun bei der Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige. Und ich bin jeden Tag dankbar in einem so tollen Team einen so wertvollen Job machen zu dürfen.

Im letzten Jahr machte ich eine Ausbildung zur systemischen Strukturaufstellerin. Ich freu mich schon sehr darauf dieses zusätzliche Werkzeug im Rahmen der Beratungen für pflegende und begleitende Angehörige einsetzen zu dürfen.

Das wichtige und wertvolle an der Arbeit für pflegende Angehörige ist,

dass ich Menschen kennenlernen und begleiten darf, die ich aus tiefsten Herzen bewundere. Die Schicksale die diese pflegenden Angehörigen erlebt haben, die täglichen Herausforderungen, Demütigungen, Aufopferungen, die sie so stoisch ertragen und dennoch nicht ihren Lebensmut und ihre Lebensfreude verlieren, das erstaunt mich immer wieder. Diese Menschen geben täglich so viel nicht nur ihren zu Pflegenden sondern der gesamten Gesellschaft. Ich möchte diesen Menschen Platz geben auch mal schwach sein zu dürfen, einmal nur auf sich schauen zu dürfen, einfach einmal nehmen zu dürfen, nur für sich.

Ausgleich finden …

kann ich bei meiner Familie, bei meinen Freunden, im Garten, auf der Couch beim Lesen, beim Theater spielen, beim Singen im Kirchenchor, beim Schwimmen, beim Motorradfahren mit meinem Mann,…

Persönliches:

Ich lebe gemeinsam mit meinem Mann Clemens und meinen beiden Kindern Alex (14 Jahre) und Sarah (10 Jahre) in unserem Haus in Kollerschlag. Meine Mutter wohnt in diesem Mehrgenerationenhaus im Stock unter uns. Ich bin unglaublich dankbar, dass sie uns so unterstützt, sei es bei der Kinderbetreuung, bei den vielen Baustellen, bei Alltäglichem oder einfach nur als Ratgeberin und als Trösterin.

Wir bedanken uns bei dir, liebe Ute, für diesen Beitrag und das Interview und ersuchen dich abschließend um dein Lebensmotto oder einen Lieblingsspruch:

Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,

den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann

und die Weisheit das eine vom anderen zu unterscheiden.

Rückblick Erholungstage Bad Mühllacken

Caritas Erholungstage für Pflegende und Gepflegte

in Bad Mühllacken von 21.-25.06.2021

Nach „Corona“ bedingten Herausforderungen konnten heuer für 8 Frauen und 3 Männer die Erholungstage erstmals im Curhaus  Bad Mühllacken angeboten werden. Zwei Teilnehmerinnen nahmen die Kurzzeitpflege im gegenüberliegenden Seniorenheim St. Teresa für ihren Angehörigen  in Anspruch.

Was für viele von uns normaler Alltag ist, stellt für die pflegenden Angehörigen eine besondere Auszeit dar. Diese Besonderheiten boten sich in Nächten zum Durchschlafen, einem fertig zubereiteten Frühstück, Zeit zur eigenen Verfügung, Ausflügen und unterschiedlichen Aktivitäten mit wohltuenden Gesprächen in netter Gesellschaft.

Die Erholungstage gehen allerdings auch mit persönlichen Herausforderungen einher. Zum Teil bedeutet es einen großen organisatorischen Aufwand im Vorfeld, um die so wichtige Auszeit in Anspruch nehmen zu können. Manch eine/r muss auch eine strapazierende Anreise in Kauf nehmen oder hoffen, dass der Rettungstransport für den Partner rechtzeitig kommt und alles gut funktioniert.

Es gibt natürlich auch Ängste, Unsicherheiten und viele Gedanken an die Lieben Zuhause, sowie die Sorge über die Eingewöhnung des Partners in der Kurzzeitpflege.

Doch schon beim ersten Kennenlernen in der Gruppe, merkten wir alle, wie gut es tut mit „Gleichgesinnten“ beisammen zu sein und wie wertvoll der gemeinsame Austausch ist.

Die TeilnehmerInnen konnten die kostbaren Tage gut nutzen und genießen und wieder einmal Abstand vom Pflegealltag bekommen.

Hier ein Rückblick auf ein paar Tage Pflege-Auszeit, denn Bilder sagen mehr als tausend Worte 🙂

Der wunderschöne Kurpark und das Pesenbachtal luden zum Wandern, Genießen und Verweilen ein.

Für die ganz Sportlichen ging es bis zum Kerzenstein.

Der Ausflug nach Haibach zur Donau Schlinge war ein tolles Erlebnis.

Besonders berührend war die Segensfeier, gestaltet von Frau Mair Franziska (geistliche Leitung der Caritas).

In dieser guten Gemeinschaft hatten Tränen, Lachen und jede Menge Spaß Platz.

Kleiner Auszug aus den Rückmeldungen der TeilnehmerInnen:

Die Erholungstage waren für mich…

  • Wirklich erholsam – mit Gleichgesinnten einen Erfahrungsaustausch zu machen. Die neue Situation zu beleuchten – Kraft zu tanken usw.
  • Erholsam entschleunigend, lehrreich wie andere Menschen Probleme bewältigen
  • Sehr erholsam für Körper, Geist und Seele, Lustig-Austausch-Erzählungen, Interessant von anderen zu hören, von ihrem Leben
  • sehr erholsam und informationsreich
  • sehr schön, sehr gut organisiert, gute Stimmung unter den Teilnehmern, auch der Spaß kam nicht zu kurz!

Was nehmen Sie sich für den Alltag mit?

  • Energie und neue Kraft für den Alltag
  • Die Gewissheit, dass ich nicht mit meinen Sorgen und Nöten alleine bin
  • Etwas mehr auf mich selber achten, Jeden Tag mehr genießen, Freiräume besser einteilen
  • Es waren sehr erholsame Tage, die mir die Traurigkeit genommen haben
  • Manchmal entschleunigen, auf mich zu schauen, wenn man für den Anderen gesorgt hat, Grenzen setzen, sich austauschen
  • Anregungen, Informationen, Entschleunigung
  • Wunderbare Menschen kennengelernt zu haben, die ihr Leben mit ihrem Schicksal gut meistern. Das gibt auch mir wieder Kraft für meinen Alltag.

Was hat Ihnen besonders gefallen, was hat vielleicht gefehlt?

  • Sehr gut gefallen haben mir die gemeinsamen Aktivitäten (Wanderungen, Ausflug) sowie die Zusammenkünfte, wo wir über unseren Alltag sprechend durften. Da wurden wir sehr einfühlsam begleitet.
  • Alles hinter sich lassen und nur für sich Gutes tun.
  • Die Organisation, die Ausflüge, die Gemeinschaft die sich entwickelt hat zwischen den Teilnehmern, das Verständnis für Andere und deren Bedürfnisse
  • Die guten Ideen der Gestaltung – stressfrei! Und die Gemeinschaft der Teilnehmer!
  • Ausflüge, Gespräche, Zeit für mich um Kraft zu tanken
  • Kein Stress, nette Spaziergänge, nette Gemeinschaft, Spiele

Der Rotary Club Eferding hat die Erholungstage mit einer sehr großzügigen Spende unterstützt. Dafür sagen wir ein herzliches Vergelt`s Gott!!!!

Ich freu mich auf ein Wiedersehen oder Kennenlernen im nächsten Jahr!

Gerlinde Kaltseis

Leitung der Erholungstage Bad Mühllacken 2021

Handzettel zum Vorausplanen fürs Alter

Was Sie heute alles tun können, um morgen gut leben zu können

Foto: pixabay

Mein Leben – das Technische
Sind alle Unterlagen für Versicherungen, Zeitungsabos, Finanzen usw. ordentlich und nachvollziehbar abgelegt? Gibt es jemand, der in Ihr System eingeweiht ist, der eine Zeichnungsberechtigung oder zumindest eine Vorsorgevollmacht hat?

Mein Leben – Erinnerungen
Schreiben Sie auf, oder erzählen Sie auf Tonband etc.: Was hab ich erlebt, gelernt, geschafft? Was hat das damals für mich bedeutet, was bedeutet es heute? Ob mit System oder durcheinander, wie Sie wollen. Sie werden noch einmal einen anderen Blick auf Ihr Leben gewinnen. Für andere wird es leichter werden, nachzuvollziehen, wer Sie denn eigentlich sind. Für sich selbst können Ihre Erinnerungen wie eine Schatzkiste sein. Dass Sie sie aufgeschrieben haben, ermöglicht auch anderen Menschen, diese Kiste für Sie zu öffnen.

Fotoalbum: Gestalten Sie ein – möglichst robustes  (neue, großformatige Abzüge machen lassen) – Album mit Bildern aus Ihrem Leben: Was / Wer war wichtig? Beschriften Sie diese Bilder gut, dann können auch Menschen mit Ihnen darüber reden, die von Ihrem Leben nicht viel wissen.

Mein Leben – Gegenstände
Machen Sie einen Rundgang durch Ihre Wohnung. Schauen Sie in alle Kasterl und Laden. Was ist da? Ist es wichtig? Warum? Was verbinde ich mit den Dingen? Wofür bin ich dankbar?
Entscheiden Sie, ob Sie etwas bis zuletzt begleiten soll, oder ob Sie es bewusst und dankend aus der Hand legen möchten. Notieren Sie, was bleiben soll, wenn möglich auch warum.

Ausmisten kann befreien!
 „Dieses und jenes hat mir lange Zeit gute Dienste geleistet. Jetzt ist die Zeit vorüber, ich lasse es zurück.“ Das ist die Einstellung, die Ihnen nicht nur Kummer erspart, sie schenkt auch Freiheit.

Mein Leben – der Ort
Wo haben Sie im Lauf Ihres Lebens gelebt? Was haben Sie an den einzelnen Orten geschätzt, was weniger?
Dort, wo Sie heute Leben: Können Menschen, mit denen Sie gern in Kontakt bleiben möchten, Sie hier gut erreichen? Können Mens
Wenn nicht: Lässt sich das verbessern? Wie? (Mit den Betroffenen absprechen!)chen, von denen Sie sich Hilfe erhoffen/erwarten, Sie hier gut erreichen?

Wichtig für Angehörige: Die Kontaktdaten meiner Freund*innen! So können diese über Krankenhausaufenthalte, Heimeinzug usw. informiert werden.

Mein Leben – im Alltag
Beobachten Sie sich selbst in ihrem Alltag, als ob Sie ein Verhaltensforscher wären.
Was tun und treiben Sie den ganzen Tag?
Was davon macht Freude, tut gut? Warum?
Wobei wären Sie froh, wenn Sie das einmal bleiben lassen könnten?
Was ziehen Sie gern an, was essen Sie gern, welchen Radiosender hören Sie?
Schreiben Sie Ihre Beobachtungen auf und ziehen Sie Ihre Schlussfolgerungen für die Zukunft.

Vor allem: Wird mir das, was mir wichtig ist, auch in Zukunft möglich sein?
Z.B.: Kann ich meine Wohnung barrierefrei verlassen? Sind Geschäfte/Arzt usw. zu Fuß oder mit verkraftbaren Taxikosten erreichbar?
Schreiben sie eine Liste von Dingen, die Ihnen am Herzen liegen. Erzählen Sie Ihren Angehörigen davon!

Mein Leben – ganz anders
Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Auch beim Altwerden.
Sie haben das schon oft gemacht: Damit zurechtkommen, dass es anders läuft als erhofft/geplant. Was war da? Was hat Ihnen dabei geholfen? Was haben Sie daraus gelernt? Schreiben Sie es auf.

Umgehen mit Veränderungen kann man üben. Ändern Sie immer wieder etwas in Ihrem Leben: Kaufen Sie in einem anderen Geschäft ein. Wählen Sie andere Wege, um von A nach B zu gelangen. Kosten Sie Speisen, die Sie noch nie gegessen haben. Verwenden Sie Produkte einer anderen Marke als gewohnt. Fahren Sie irgendwohin, wo Sie noch nie waren (es reicht ein anderer Stadtteil) und verbringen Sie einen Tag dort. Fangen Sie ein Gespräch mit einem fremden Menschen an. Schauen Sie beim Arzt oder Frisör in Zeitschriften, die Sie sonst lieber liegen lassen.
Kurz: Suchen Sie Situationen, in denen Sie erleben: Ich kann’s auch anders!

Mein Leben – am Ziel
Das Lebensende kann überraschend kommen.
Wie viel lebensverlängernde Maßnahmen möchten Sie? Wie unbedingt ist Ihr Lebenswillen?
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über eine Patientenverfügung.
Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen, was Sie sich erhoffen, was Sie nicht möchten.

Wie/Wo möchten Sie bestattet werden? Wissen Ihre Angehörigen davon? Oder überlassen Sie gern diesen die Entscheidung? Muten Sie sich und Ihren Angehörigen solche Gespräche zu. Es ist wichtig, sich ohne Zeitdruck damit zu beschäftigen. Es überfordert Ihre Lieben, völlig unvorbereitet ein Begräbnis zu organisieren.

Wir bedanken uns bei Mag.a  Carmen Rolle, Referentin für Altenpastoral in der Diözese Linz, für diesen Beitrag.