Ratgeber „Demenz – Impulse und Ideen für pflegende Partner“

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Demenz bedeutet Veränderung in vielen Bereichen. Nicht nur für den Betroffenen, sondern auch für den Angehörigen und deren gemeinsame Beziehung. Gewohnte Rollenmuster lösen sich auf, Aufgaben und Verantwortlichkeiten müssen neu verteilt werden. Beide sind gezwungen Stück für Stück von der bisher gelebten Beziehung Abschied zu nehmen. Gerade für den pflegenden Angehörigen stellt dies oft eine große Herausforderung dar. Jede Beziehung, auch die Beziehung mit einem Menschen mit Demenz, ist individuell. Für ein gelingendes Miteinander gibt es keine allgemein gültige Lösung.

Der Ratgeber „Demenz – Impulse und Ideen für pflegende Partner“ (v. Zentrum für Qualität in der Pflege) gibt Anregungen und Hinweise, wie ein gutes Zusammenleben funktionieren könnte. Ziel ist es, pflegende Angehörige zu ermutigen, die Herausforderungen des Alltags mit dem Partner durch Wissen, Kreativität und Intuition zu meistern.

Sie können den Ratgeber als PDF downloaden oder bestellen. Hier geht’s zum Ratgeber: https://www.zqp.de/ratgeber/

 

Schuldgefühle

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Aus der Beratung:

„Ich müsste meiner Mutter mehr Zeit schenken, sie tut mir so leid!“ Wenn ich einen Tag nicht bei ihr bin, habe ich ein schlechtes Gewissen!“ „Ich genieße den Theaterabend und mein Mann liegt allein zu Hause, da habe ich dann Schuldgefühle.“
Schuldgefühle sind oft ständige Begleiter bei der Sorge um betreuungs-und pflegebedürftige Angehörige und stellen eine große Belastung dar.  Die Hintergründe dieser negativen Gefühle sind aber häufig sehr verdeckt. Apelle aus der Umgebung, wie: „Schaue mehr auf dich! Du musst doch nicht so viel tun! Du bist viel zu besorgt! Mach einmal etwas für dich!“ sind nicht hilfreich und kränken eher.

So zum Beispiel schildert eine noch berufstätige Frau: „ Meine Mutter verlangt immer nach meiner Nähe. Wenn ich nach Hause komme, ist mein erster Weg zu ihr. Wenn es ihr schlecht geht, tut sie mir sehr leid und ich tu mich dann schwer, wegzugehen. Dabei wartet auch mein Partner, der schon in Pension ist auf mich. Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich einmal mit ihm ein paar Tage wegfahren will. Er spürt meinen Zwiespalt und ist sehr geduldig und dann habe ich ihm gegenüber Schuldgefühle, weil ich mir so wenig Zeit für ihn nehme. Die Mutter hat eine 24 Stundenbetreuung- diese verstärkt das schlechte Gewissen noch, wenn sie erzählt, dass die Mutter auf mich wartet und wie wichtig es ist, dass ich Zeit mit ihr verbringe, weil es ihr dann viel besser geht. Manchmal fühle ich mich ziemlich erschöpft und traurig.“

Beim genaueren Hinschauen auf die Beziehungsgeschichte von Mutter und Tochter ergab sich dann folgendes Bild: Die Mutter war zum einen eine schöne, stolze, beruflich erfolgreiche Frau, nach deren Pfeife alle zu tanzen hatten, zum anderen aber eine über Zeiträume hinweg depressive, sensible reizbare und unerreichbare Frau. Der Vater ging in seinem Beruf auf und floh in seine Hobbies. Die Tochter beschreibt ihre Kindheit traurig. Sie hatte immer das Gefühl, dass sie nicht so ganz den Vorstellungen der Mutter entsprach: zu wenig schön, gescheit, sportlich. Sie vermisste die Anerkennung und letztendlich auch die Liebe der Mutter. Vom Vater kam der Auftrag – vor allem in den depressiven Phasen der Mutter: Reize sie nicht, tue was sie sagt, nimm Rücksicht, unterstütze sie! Sein letzter Auftrag lautete: Kümmere dich um sie und schau dass es ihr gut geht.
Das Hinschauen und auch schmerzliche Wahrnehmen des inneren bedürftigen und gekränkten Kindes, das vergeblich die Anerkennung und Liebe der Eltern suchte und immer noch sucht, die Klärung des Auftrages, der vom Vater kam, war der Beginn eines Weges heraus aus dem Schuldkreislauf und hin zu einer guten Sorge für sich selbst.

Es ist gut, nicht mit den negativen Gefühlen oder Schuldgefühlen alleine zu bleiben und sich mitzuteilen. Möglichkeiten von Beratung und Therapie, genauer hinzuschauen, gibt es. Zum Beispiel kann psychosoziale Beratung in unseren Servicestellen für Pflegende Angehörige kostenlos und vertraulich in Anspruch genommen werden. Unter http://www.pflegende-angehoerige.or.at finden Sie die Servicestelle in Ihrer Nähe.

 

Mag. Martin Eilmannsberger, Psychosoziale Beratung der Servicestelle Pflegende Angehörige

Winterstarre


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Zweifelsohne – die Temperaturen sinken, die Kälte greift um sich…wir spüren es deutlich.

Doch denke ich dabei nicht vordergründig an die kalte Jahreszeit.

Vielmehr beschäftigt mich der Mensch: seine Gesinnung, seine Hoffnung, sein Tun oder eben NICHT-TUN….seine menschliche (Winter) Starre.

Das Klima heizt sich mehr und mehr auf; auch im zwischenmenschlichen Bereich.

Um es klar und deutlich auszusprechen: das Klima unter der Bevölkerung heizt sich auf und gleichzeitig kühlt es mehr und mehr ab.

Die Anonymität nimmt zu, die Fremdenfreundlichkeit steigt.

Das Verantwortungsgefühl betreffend „Ressourzenschonen“ hat durchaus noch Luft nach oben.

Damit will ich sagen, einladen: jeder von uns ist in seinen Möglichkeiten gefragt, Ja! gefordert, seinen Beitrag zu leisten. Sich –wie auch immer- einzubringen und zu engagieren; hinzuschauen und nicht weg zu schauen.

Verantwortung zu übernehmen aus ACHTUNG, WERTSCHÄTZUNG, RESPEKT und – wenn sie so wollen – aus LIEBE zu uns und dieser unserer Welt

Einen guten Start ins neue Jahr ihre RosA.

Das Glück

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Da zerrten ein paar Engelchen hoch in den Lüften an einem Paket herum. Paket?
Das war ein Riesending.
Größer als im Normalfalle ein Kleiderschrank.
Für diesen ganz bestimmt nicht alltäglichen Lufttransport wären natürlich mehr Kräfte erforderlich gewesen, mehr von diesen geflügelten.
Aber man weiß ja genau, wie das so läuft.

Einer sagt: „Die sind sich nur gegenseitig im Wege!“ Und zuletzt kommt dann noch einer mit dem Personalmangel im Himmel.
„ Was ist den da drin?“ fragte ich neugierig. Sicher mich ging das nichts an. Aber es kam eben so über mich.
Vorerst bekam ich ohnehin keine Antwort.
Nebenbei dachte ich, die Engelchen sehen aus wie die von Leonardo da Vinci und könnten bereits für einen Auftritt als Weihnachtsengelchen geschult sein.

Eines von ihnen musste nach einer Weile niesen.
Klar das feuchtkalte Wetter und das Temperaturgerangel am Nullpunkt.
Dann nur das dünne Hemdchen am Leib.
Ein Engelchen nieste zur Gesellschaft mit. Und schon war es passiert.
Das Paket entglitt. Völlig Führerlos sauste es zur Erde hinunter.
Zu sehen war gerade noch, wie es auf den Abwärtswege auseinander brach.
Die lieben Engelchen begannen zu weinen.
Gern hätte ich ihnen geholfen, zugeredet, etwas Tröstliches gesagt. Aber ich wusste ja nicht, was sie verloren hatten.

Bis dann eines der himmlischen Wesen verriet, im Paket sei für alle Menschen das Glück gewesen, für jeden Einzelnen das ersehnte Glück.
Jetzt liegt also das Glück für jeden von uns herum.
Irgendwo in der Landschaft.
Eigentlich könnte es einen ja beruhigen.
Leider aber ist der Fall nicht ganz einfach.
Jetzt muss jeder selber sein Glück suchen!

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Die Servicestelle Pflegende Angehörige wünscht Ihnen fröhliche und besinnliche Weihnachten.

Nun tragt eurer Güte hellen Schein………………

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Güte ist ein warmes, helles Licht.

Sie verbreitet Wärme und Erbarmen,

Angenommensein und Verständnis,

Geborgenheit und Weisheit.

Der gütige Mensch fragt und rechnet nicht,

sondern er ist gut um der Liebe willen

und weil er vom Guten erfühlt ist.

„Wer seine Seele als gut erfährt,

der glaubt an das Gute im anderen Menschen.

Weil er das Gute im anderen sieht,

wird er ihn auch gut behandeln.

Er lockt durch sein gütiges Verhalten den guten Kern im anderen hervor.“

V .Anselm Grün

Adventgedanken

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Sonntag ist schon der dritte Advent!
So spät schon, oh Gott wie die Zeit doch rennt.
Ich muss noch backen und Geschenke kaufen,
wie jedes Jahr ist es zum Haare raufen.

Dabei habe ich mir fest vorgenommen –
mehr Ruhe, lass keine Hektik aufkommen!
Moment, ich muss öffnen, es klingelt an der Tür,
mein Nachbar steht mit einem Blumenstrauß vor mir.

Er wünscht mir schon jetzt ein frohes Fest,
weil er über Weihnachten die Stadt verlässt.
Mit einmal wird mir ums Herz ganz warm
und ich nehme den Nachbarn in den Arm,
drücke ihn an mich und sage leise Danke
– danke für deine Gabe.
Und spüre dabei die Ruhe, die ich in mir habe!

Advent, besinnliche Zeit, ich hab sie gespürt,
durch einen Menschen, der mich gerührt.