Geschenkidee: Erholungstage für betreuende & pflegende Angehörige – noch wenige Plätze frei!

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Sie suchen noch nach einem GESCHENK für Weihnachten? Wir hätten eine IDEE! Schenken Sie Ihren Liebsten, die zu Hause jemanden betreuen oder pflegen, ein paar Tage AUSZEIT.

Abstand vom Alltag gibt neue Kraft. Dies ist die Erfahrung vieler, die zu Hause ihre pflegebedürftigen oder beeinträchtigten Angehörigen betreuen.

Daher bieten wir diese Erholungstage in Schlierbach an.

Wann: 17.- 20. Februar 2017
Wo: SPES-Hotel Schlierbach, Panoramaweg 1, 4553 Schlierbach

Unser Angebot an diesen Tagen

  • Zeit für sich haben
  • Entspannen
  • Natur genießen
  • Zeit für Gespräche
  • Wandern
  • Lebenslust spüren
  • Sich verwöhnen lassen

GESCHENKIDEE: Die Erholungstage eignen sich hervorragend als Geschenk für Personen, die zu Hause Angehörige betreuen.

Kosten:

• Hotelkosten:Halbpension inkl. Kaffee und Kuchen am Nachmittag€ 59,- pro Nacht im Doppelzimmer€ 69,- pro Nacht im Einzelzimmer

• Begleitkosten:€ 50,- pro Person für die Aufenthaltsdauer

Kontakt:
Caritas für Betreuung und Pflege
Servicestelle Pflegende Angehörige
Bethlehemstraße 56-58,
4020 Linz

Tel: 0676 / 87 76 – 24 40 oder 24 41
pflegende.angehoerige@caritas-linz.at

Pflegegeld (Teil I): „Ab wann kann man Pflegegeld beanspruchen?“

clause-192561_1280Pflegegeld wird oftmals zu spät von den Angehörigen beantragt. Grund dafür ist beispielsweise, dass die Beantragung des Pflegegeldes für die betroffene Person ein Eingeständnis ihrer Hilfsbedürftigkeit ist oder auch die Unwissenheit, dass ein Anspruch bestehen würde.

In mehreren Blogbeiträgen möchte ich mehr Verständnis über den Anspruch auf Pflegegeld, das Pflegegeldverfahren und rechtlichen Möglichkeiten schaffen.

Dieses Mal widme ich mich dem Thema „Ab wann kann man Pflegegeld beanspruchen?“.

Pflege wird verstanden als „jemanden zu versorgen, der hilflos ist“. Dieses Verständnis ist falsch. Ein gesetzlicher Anspruch auf Pflegegeld besteht bereits:

  • auf Grund einer körperlichen, geistigen bzw. psychischen Behinderung oder einer Sinnesbehinderung ständig Betreuung und Hilfe in einem Mindestausmaß von mehr als 65 Stunden monatlich erforderlich ist,
  • dieser Zustand mindestens 6 Monate andauert und
  • der gewöhnliche Aufenthalt des/der Pflegebedürftigen im Inland liegt.

Hervorheben möchte ich hier die mehr als 65 Stunden und welche Tätigkeiten in der Begutachtung durch einen Arzt des jeweiligen Versicherungsträgers in diese mit einfließen. Es werden auch bei der ersten Begutachtung selten alle Stunden pro Monat zugesprochen.

Beispiele Bewertung im Arztgutachten Stunden pro Monat
Tägliche Körperpflege 25
Zubereiten von Mahlzeiten 30
An- und Auskleiden 20
Alternativ: Vorrichten der Kleidung bzw. Hilfe bein An-und Auskleiden der oberen und unteren Körperhälfte 10
Alternativ: Hilfe bei einzelnen Kleidungsstücken (Schuhe, Strümpfe) 5
Hilfestellung beim Kochen 10
Herbeischaffung von Nahrungsmitteln, Medikamenten und Bedarfsgütern des täglichen Lebens 10
Reinigung der Wohnung und der persönlichen Gebrauchsgegenstände 10
Pflege der Leib- und Bettwäsche 10
Beheizung des Wohnraumes einschließlich Herbeischaffung des Heizmaterials 10

Fühlen Sie sich angesprochen? Wenn ja dann stellen Sie einen Antrag  auf Pflegegeld.

Wo finden Sie diesen?

  • Bei den jeweiligen Gemeindeämtern
  • Bei den Sozialversicherungsanstalten
  • Im Internet unter:

http://www.pensionsversicherung.at/cdscontent/load?contentid=10008.577932&version=1456496003

Wichtig ist, dass Sie als pflegende Angehörige die Stunden, die Sie für die Pflege benötigen, dokumentieren. Das kann einfach in einem Heft geschehen.
Als Beispiel:

Donnerstag 1.10. 2016
9:00 – 9:30 Ankleiden

9:30 – 9:45 Zubereiten Frühstück
11:00 – 12:00 Einkaufen, Besorgung von Medikamenten

Text: Angela Senzenberger (sie arbeitet und studiert an der juridischer Fakultät Salzburg)

Bei Fragen kontaktieren Sie bitte die Servicestelle für pflegende Angehörige:
Tel. 0676 8776-2440 oder per Mail pflegende.angehoerige@caritas-linz.at

Ihr Anliegen ist uns wichtig!

Sie sind betreuender oder pflegender Angehöriger?

Wir helfen Ihnen gerne in einem persönlichen Beratungsgespräch wenn
– es durch die Pflege zu familiären Konflikten kommt,
– die Beziehung zum gepflegten Angehörigen angespannt ist,
– alles ausweglos scheint,
– Sie sich ausgebrannt fühlen,
– Entscheidungen zu treffen sind,
– Sie Trauerbegleitung in Anspruch nehmen möchten,
– Sie sich nach der Pflege neu orientieren müssen.

Unsere Beratungen sind kostenlos. Freiwillige Spenden erbeten.

Wir bitten Sie um telefonische Terminvereinbarung mit einem unserer Berater.
Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch eine Beratung zu Hause möglich.

Nähere Informationen unter: www.pflegende-angehoerige.or.at

Karte für BLOG

Bleiben Sie mit Ihren Sorgen nicht alleine…

plants-1282997_1920Ein chinesischer Bauer hatte seine Reispflänzchen zur rechten Zeit in den Boden eingebracht und versäumte keinen Morgen, zum Feld zu gehen und nach dem Gedeihen der noch zarten Halme zu schauen. Die Voraussetzungen waren gut: er hatte gedüngt, fleißig gewässert und auch die Pflanzen sicher und fest im Boden eingedrückt. Die Sonne schien, und die Luft war lau und mild.

Zwei Wochen gingen ins Land, der Bauer wurde ungeduldig. Die Pflanzen schienen ihm nur wenig größer geworden zu sein. Er suchte ein Mittel, den Trieb zu beschleunigen. Da kam ihm eine Idee: Täglich zog er ein bisschen an den Halmen. Als er aber am siebten Tag aufs Feld kam, was musste er sehen? Die Pflänzchen lagen welk und entwurzelt im Wasser und er musste mit seiner Arbeit von vorne beginnen.

Ein Ihnen nahe stehender Mensch ist erkrankt oder alt und pflegebedürftig. Für Sie ist es eine Selbstverständlichkeit, ihm zu helfen. Seien es die eigenen Kinder, der langjährige Lebenspartner, mit dem Sie vielleicht gemeinsam Kinder groß gezogen haben, Ihre Geschwister, ein Eltern- oder Geschwisterteil, Großmutter oder Großvater – Sie verbindet wahrscheinlich ein tiefes Verantwortungsgefühl füreinander und eine gemeinsame Lebensgeschichte mit Höhen und Tiefen.

Gleichzeitig tragen Sie die Verantwortung für Ihr eigenes Leben. Sie stehen vielleicht mitten in der Ausbildung, im Beruf, haben Kinder, die Sie brauchen, sind vielleicht selbst bereits nicht mehr so fit, etc. Nicht nur für die pflegebedürftige Person verändert sich das Leben, es stellt auch Ihr Leben und die Lebenspläne der ganzen Familie auf den Kopf. Alles muss überdacht und anders organisiert werden. Viele Kompromisse müssen für eine unabsehbare Zeit eingegangen werden. Pflegende Angehörige müssen täglich, oft über einen langen Zeitraum, sowohl körperlich als auch seelisch enormen Belastungen standhalten.

Schnell kann sich der/die Pflegende dabei selbst in einer Situation wiederfinden, in der die Herausforderung zur Überforderung wird. Der Übergang ist meist fließend und vollzieht sich oft unbemerkt. Sie selbst werden zum „Reispflänzchen“ an dem stetig gezogen wird oder vielleicht ziehen Sie auch selbst permanent an sich, bis es eines Tages einmal zu viel ist.

Bleiben Sie mit Ihren Sorgen und Belastungen nicht alleine. Mein Name ist Ute Winkler und ich leite Caritas Servicestelle für pflegende Angehörige in Rohrbach. In einem persönlichen und vertraulichen Beratungsgesprächen haben Sie die Möglichkeit, neue Sichtweisen und Handlungsräume zu entwickeln und eigene Grenzen zu erkennen.

Die psychosoziale Beratung an der Servicestelle für pflegende und betreuende Angehörige ist kostenlos und vertraulich. Sie können mich Mo – Fr von 08.00 bis 12.00 Uhr unter der Tel. 0676/8776 2443 erreichen.

Unter www.pflegende-angehoerige.or.at finden Sie Kontaktdaten meiner KollegInnen an allen weiteren Standorten der Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige in Oberösterreich.

Willkommen Mutter – eine ehemalige pflegende Angehörige blickt zurück

photo-album-235603_1920In meinem Leben hielt das Thema Pflege und Demenz Einzug, als meine Schwester und ich 2003 nach zuvor stunden- oder wochenweiser Betreuung entschieden, unsere damals 89-jährige Mutter nach deren schweren Sturz und der zunehmenden Verwirrtheit in meinen Haushalt aufzunehmen und sie gemeinsam abwechselnd zu pflegen und zu begleiten. Dies sollte bis zu ihrem Tod 2010 dauern.

Die Erinnerungen und die dazugehörigen Gefühle verblassen allmählich.
Was bleibt, ist Dankbarkeit, da ich heute die Betreuung als einen Meilenstein meiner persönlichen Entwicklung sehe.

Anfangs wollten wir das immer größer werdende „Vergessen“ unserer Mutter selbst vergessen. Es machte uns Angst. Auch ihr körperliche Verfall und in der Folge die Stürze. Wir bemühten uns zunehmend, ihr noch ein wenig eigenständiges Leben zu ermöglichen, sie in unseren Haushalt einzubinden und ihr unermüdlich ihre wiederkehrenden Fragen zu beantworten.

Die Ungewissheit, wie lange diese Phase dauern würde und das Gefühl der Unentrinnbarkeit machte uns manchmal auch verzweifelt, ausgebrannt und leer. Angst und Mitgefühl wechselten einander ab. Die Phasen, in denen Mutter sich gegen jede Art von Hilfestellung wehrte, erzeugte in uns wiederum Ungeduld und Aggression. Schuldgefühle waren die Folge. Wir durften unsere Mutter doch in ihrem harten Schicksal nicht alleine lassen!

Allmählich wurde die Gegenwehr von Mutter schwächer, es brauchte in ihrem Leben keine Normen mehr und sie freute sich über die liebevolle Umsorgung. Auch wir wurden toleranter und gelassener. Ein Austausch von Zärtlichkeiten und Berührungen wurde zugelassen, das früher nicht möglich gewesen wäre. Es konnte eine Einheit zwischen dieser „Dreierbeziehung“ entstehen, die heute noch trägt.

Der Besuch einer kleinen Gesprächsgruppe für pflegende Angehörige der Caritas in Linz, in der wir von den zwei Betreuerinnen Hedwig und Sophia viel Hilfestellung bekamen, machte uns sicherer. Auch der Austausch mit anderen pflegenden Angehörigen war eine Bereicherung. Nicht zuletzt brachte ein Validationskurs ganz viel nötiges Wissen um das Thema Demenz und dem Umgang mit dementen Menschen.

Zunehmend erlebten wir das Leben mit unserer Mutter als Bereicherung. Diese Lernaufgabe ist oft nicht gleich zu erkennen. Es war eine Herausforderung, in ihre Welt einzutauchen. Absichtsloses Beobachten entstand. Unsere Bereitschaft nahm zu, den geistigen und körperlichen Sterbeprozess mitzuerleben. Und doch war die letzte Zeit eine Zeit von Wehmut des ständigen Abschiednehmens. Wir erhielten so viel Zuwendung und Dankbarkeit von ihr und durften ihr diese wieder geben. Ja, sie wurde der Mittelpunkt, die gute Seele unserer Wohnung. So konnte der Kreislauf des Lebens wieder dort aufhören, wo er begonnen hat. In der Familie. Danke Mutter!

Herzlichen Dank an Marianne Nagenkögel, ehemalige pflegende Angehörige, für diese Rückschau!

P.A.U.L.A. Kurs zum Thema Demenz in Linz, Grieskirchen und Rohrbach

hände_stockSie bemerken an einem Familienmitglied: Er/Sie kommt mit dem Alltag nicht mehr zurecht. Es werden Namen, Vereinbarungen, alltägliche Dinge vergessen. Vielleicht gibt es zudem Schuldzuweisungen.
Als Angehörige/r stehen Sie vor dem Konflikt, ob Sie auf diese Schwächen hinweisen oder ob Sie es besser bleiben lassen sollen.

Sie merken: Mein Vater, meine Mutter, mein/e PartnerIn etc. kapselt sich ab, ist unzugänglich. Was kann der/m Betroffenen zugetraut werden und ab wann sollte Hilfe beginnen?
Oder: Es ist eine Demenz diagnostiziert: Die Kommunikation mit Vater, Mutter, PartnerIn gestaltet sich zusehends schwieriger, immer öfter kommt es zu Konflikten.
Es fällt schwer, im Verhalten des/r Erkrankten die Person zu erkennen, die man von früher kennt.

P.A.U.L.A. bietet 3 Kurstreffen im Abstand von jeweils ca. zwei Wochen mit jeweils 2 ½ Stunden.
Erfahrene und ausgebildete Demenz-Fachkräfte

  • vermitteln Hintergrundinformation zu Demenz
  • zeigen Kommunikationsmöglichkeiten mit an Demenz erkrankten Personen auf
  • geben Anregungen für die jeweilige konkrete Situation

Die Zeit zwischen den Kurstreffen bietet die Möglichkeit, Gelerntes und Erfahrenes zu erproben. Die Erfahrungen werden beim folgenden Treffen besprochen, Inhalte können vertieft und Fragen neu gestellt werden.

GRIESKIRCHEN

Termine:
12. Jänner 2017, 14:00 – 16:30 Uhr
19. Jänner 2017, 14:00 – 16:30 Uhr
02. Februar 2017, 14:00 – 16:30 Uhr

Kursort: Servicestelle Pflegende Angehörige
Stadtplatz 36, 4710 Grieskirchen

ROHRBACH-BERG

Termine (Achtung: 2 Treffen zu jeweils 5 Stunden):
Samstag, 14. Jänner 2017, 08.30 – 13.00 Uhr
Samstag, 21. Jänner 2017, 08.30 – 13.00 Uhr

Kursort: Caritas Kompetenzzentrum,
Gerberweg 6, 4150 Rohrbach – Berg

LINZ

Termine:
Mittwoch, 18. Jänner 2017, 15.00 – 17.30 Uhr
Mittwoch, 01. Februar 2017, 15.00 – 17.30 Uhr
Dienstag, 14. Februar 2017, 15.00 – 17.30 Uhr

Kursort: Seniorenwohnhaus Karl Borromäus / Großer Saal
Bethlehemstraße 56-58, 4020 Linz

Die Kursgebühr beträgt € 45,-

Information und Anmeldung:
Caritas für Betreuung und Pflege
Servicestelle Pflegende Angehörige
Bethlehemstraße 56-58, 4020 Linz

Tel.: 0676/8776 2440
pflegende.angehoerige(at)caritas-linz.at

Das Projekt P.A.U.L.A. wird mit Unterstützung des Sozialressorts des Landes OÖ durchgeführt.

Einfach zum Nachdenken…

Zitat

Der Engel der Langsamkeit

Ein Engel hat immer für dich Zeit,
das ist der Engel der Langsamkeit.
Der Hüter der Hühner, Beschützer der Schnecken,
hilft beim Verstehen und beim Entdecken,
schenkt die Geduld, die Achtsamkeit,
das Warten können, das Lang und das Breit.

engel

Er streichelt die Katzen, bis sie schnurren,
reiht Perlen zu Ketten, ohne zu murren.
Und wenn die Leute über dich lachen
und sagen, das musst du doch schneller machen,
dann lächelt der Engel der Langsamkeit
und flüstert leise: Lass dir Zeit!
Die Schnellen kommen nicht schneller ans Ziel.
Lass den doch rennen, der rennen will!

(Jutta Richter)