Ostern

Die Akte „Jesus“ ist geschlossen, Prozess zu Ende, das Urteil vollstreckt-
ein Toter kann nicht mehr berufen.
Ob Justizirrtum oder nicht – lebendig macht ihn keiner mehr.

Es hat ihn keiner auferstehen sehen.
Nur seine Freunde behaupten, er wäre ihnen erschienen und einigen Frauen.
Nicht gerade zuverlässige Zeugen – würde ein Gericht sagen
und ihre Aussagen wegen Befangenheit als nicht beweiskräftig ablehnen.

Doch seither sind es viele, die sein Andenken hochhalten, die leben wollen, wie er lebte, wie er liebte, ohne Vorbehalte, ohne Berechnung, ohne Ansprüche.

Da kommen einige und sagen, er wäre leibhaft auferstanden,
da kommen andere und sagen, das wäre alles nur Schwindel gewesen,
oder Einbildung, Suggestion oder die Legende vom Auferstandenen habe sich erst in Jahrhunderten gebildet.

Seid mir nicht böse, wenn mir euer Gelehrtenstreit
und euer Theologengezänk auf die Nerven gehen.

Seid mir nicht böse, wenn es mich kalt lässt,
was mit dem toten Jesus geschah, damals.
Seid mir nicht böse, dass auch der verweste Leib- wenn ihr ihn beweisen könntet,
nichts daran ändert, dass:

Er selbst weiterlebt, und seine Idee vom befreiten Menschsein,
vom Guten und der Liebe, die den Menschen veredeln und sein Leben froh machen-
dass an seinem Leben ich ablesen kann, was lieben heißt und gut sein.

In einer Welt, in der so oft das Böse die Oberhand behält, beglückt es mich zu wissen,
dass einer, den man umbrachte, weil er zu viel liebte, in seinem Tod der Sieger bleibt.

Nicht die großen Herrschenden sind es, die diese Welt lebenswert machen,
sondern die großen Liebenden.

Ihnen wird sogar die Niederlage zum Sieg und der Tod zur Auferstehung.

Von Peter Paul Kaspar aus: Glaube auf eigene Gefahr

Liebe Pflegende Angehörige!

In dieser Welt, in der das Böse tatsächlich oft die Oberhand zu behalten scheint, in der so viel Leid geschieht, die von Corona und Umweltzerstörung gebeutelt wird, in der uns jeden Tag auf vielfältige Weise die Endlichkeit vor Augen geführt wird, bin ich froh zu sehen und zu erleben,

dass so viele Menschen füreinander da sind und sich umeinander kümmern,
einander betreuen und pflegen ohne gleich nach Profit zu fragen,
sich sorgen um ein gemeinsames Glück und um ein gelingendes Miteinander.

Das sind Menschen, die die Liebe sehr konkret leben.

Und ich wünsche uns diese Erfahrung von Liebe in unserem alltäglichen Leben, ich wünsche uns diese Auferstehung mitten am Tag, mitten im Leben.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Frohe Ostern und den Segen des auferstandenen Herrn für Sie und Ihre Lieben.

Foto: pixabay

Beitrag von Martin Eilmannsberger, psychosoziale Beratung Linz und Grieskirchen und Standortleitung Servicestelle Pflegende Angehörige Grieskirchen

Dankbarkeit

Nicht das Glück ist die Quelle der Lebensfreude,

sondern die Haltung der tiefen Dankbarkeit.

(David Steindl Rast)

Dankbarkeit an den Tag zu legen, ist ganz allgemein gesprochen eine Tugend erster Güte.

Nach dem römischen Philosophen Cicero ist die Dankbarkeit nicht nur die größte, sondern sogar die Mutter aller anderen Tugenden. Dankbare Menschen haben in der Regel eine Haltung der Welt gegenüber, die es ihnen einfacher macht, beispielsweise auch demütig, gerecht und großherzig zu sein. Alles Eigenschaften, oder eben Tugenden, die wir an anderen Menschen schätzen.

Und es ist uns ja auch wichtig unseren Kindern Dankbarkeit schon sehr früh beizubringen.

„Danke“ ist zwar nur ein winziges Wort, aber es kann eine große Wirkung haben.

Dankbarkeit ist also so etwas wie ein universelles Schmiermittel für soziale Beziehungen.

Dankbare Menschen sind zumeist auch zufriedenere Menschen, sie sehen das halbvolle Glas anstelle des halbleeren Glases, sie können den negativen Seiten des Lebens immer auch noch positives abgewinnen.

Es ist bewiesen, dass dankbare Menschen besser schlafen, vermutlich weil sie wenig negative und mehr positive Gedanken haben vor dem Einschlafen. Dankbarkeit hat von allen Charakterzügen offenbar eine der stärksten Beziehungen zur psychischen Gesundheit. Zahlreiche Studien legen nahe, dass dankbare Menschen meist glücklicher und weniger gestresst oder deprimiert sind.

Dankbarkeit  ist in vielen Fällen zweifelsohne eine wunderbare Sache, und es liegt daher in unserem Eigeninteresse, dass wir dankbar auf die Welt und auf die Menschen um uns blicken.

Es gibt eine Dankbarkeit, die sich auf Umstände bezieht, zum Beispiel, dass wir in einem reichen Land geboren sind.

Es gibt eine Dankbarkeit, die einen Ausgleich schafft, wenn das Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen nicht mehr hergestellt werden kann.

Es gibt die Dankbarkeit in Form von Erleichterung – „Glück gehabt, das ist noch einmal gut gegangen“ –  Ein Autounfall mit Überschlag, und ich steige unverletzt aus dem Wagen.

Es gibt einfach so vieles, wofür wir dankbar sein können, zum Beispiel für die Familie, dass unsere Kinder gesund sind, dass der Krebsabstrich unauffällig war, für ein gutes Bett, ein gutes Essen – ergänzen Sie diese Liste mit Dingen, für die Sie dankbar sein können.

Ich bin auch dankbar für meinen Glauben und den Halt, den er mir gibt, dankbar Gott gegenüber oder dem Schicksal.

Nach der Coronakrise werden wir vermutlich vieles wieder dankbarer und bewusster erleben, vor allem die Dinge, die vor dieser Pandemie allzu selbstverständlich waren.

Wenn wir von ganzem Herzen dankbar sind, ist das ein erhebendes Gefühl und es fühlt sich an, als würde sich unser Herz weiten.

„Wenn ich mir vorstelle, dass alle Menschen dankbar wären, würde es in unserer Welt anders aussehen!“  

(Michael Rosenberger – Moraltheologe)

Foto: pixabay

Wir bedanken uns bei unserer ehrenamtlichen BLOG- Schreiberin Annemarie für diesen Beitrag.

Impuls der Woche

Manche halten einen ausgefüllten Terminkalender für ein ausgefülltes Leben.

(Gerhard Uhlenbruck)

Was verstehen Sie unter einem ausgefüllten Leben?

Wir laden Sie ein,  sich kurz Zeit zu nehmen, um dieser Frage nachzugehen.

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Frühling

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     Alles freuet sich und hoffet,

                                                 wenn der Frühling sich erneut.  ( F. Schiller)

Alle Jahre wieder, den Frühling kann ich kaum erwarten. Dieses erwachen der Natur ist für mich immer wieder und aufs Neue schön und spannend.

Wie selbstverständlich wird ein innerer Antrieb gestartet, ein Gefühl der emotionalen Freude über die Schöpfung der Natur überschwemmt mich.

In diesem Jahr der Pandemie freu ich mich schon wieder ganz besonders auf ein Tratscherl mit den Nachbarn über den Zaun hinweg. Im Winter haben wir uns heuer selten gesehen, wir nehmen Rücksicht auf die Risikogruppen.

Aber es fehlen mir die Menschen und überhaupt das gesellschaftliche Leben! Der beginnende Frühling soll nicht nur in der Natur für ein erwachen sorgen, sondern auch unsere Herzen mit Freude und Zuversicht füllen.

Ich denke insbesondere an die einsamen Menschen, die nicht so einfach hinaus können in die Natur und wünsche ihnen, dass sie Menschen um sich haben, die ein bisschen Frühling in Ihr Leben bringen.

Wir bedanken uns bei unserer ehrenamtlichen BLOG- Schreiberin Hedwig für diesen Beitrag.

Impuls der Woche

Fastenzeit 2021

Worauf verzichten, hatten wir im letzten Jahr nicht schon genug Entbehrungen?

Berechtigte Frage. Ich bin auch der Meinung wir blicken wohl alle auf ein herausforderndes Jahr zurück. Covid 19 ist unbarmherzig, schlägt willkürlich und unberechenbar zu und verunsichert die Menschheit. Die Regierungen versuchen sich zu wehren und die Bevölkerung zu schützen, aber leider gibt es kein Patentrezept. Daher müssen auch immer wieder Fehler eingeräumt und Rückschläge hingenommen werden. Aber es ist wichtig durchzuhalten und zusammenzuhalten –  nur so können wir den Kampf gewinnen, dazu gibt es keine Alternative.

Besonders bedauerlich erlebe ich daher die Entwicklung, wie miteinander umgegangen wird, wenn es um die unterschiedlichen Ängste der Mitmenschen geht: Ob es nun die Angst vor wirtschaftlichen Folgen, die Angst um die eigene Gesundheit, die Gesundheit von Angehörigen ist oder die Angst um Freiheitsrechte und die Einschränkungen der Selbstbestimmung betrifft – es ist in diesen Zeiten ganz besonders wichtig einander mit Respekt zu begegnen und füreinander Verständnis aufzubringen.

Dafür muss ich für einen Moment von meiner Meinung absehen und womöglich auch einen Schritt zurück treten. Das ist noch kein Verzicht auf meine persönliche Sicht auf die Dinge, aber vielleicht so etwas wie ein kleines Fastenopfer. Von Menschen, die fasten, hört man ja immer wieder, dass sie im Verzicht ganz viel gewinnen und eine andere, sensiblere Wahrnehmung für sich und andere entwickeln. Das wäre doch einen Versuch wert!

Gott als mein persönlicher „Fastencoach“

Meine persönliche Erfahrung zum Verzicht ist – und das auch außerhalb der Fastenzeit –

dass wenn ich verzichte und mich von „Altem“ löse, ich erlöst und mit „Neuem“ erfüllt werde. So tritt ein Prozess der Reinigung ein.

Den Körper entschlacken bringt Energie und vielleicht auch ein paar Kilo weniger auf der Waage. Auch auf geistiger Ebene macht diese Entgiftung Sinn, bringt Leichtigkeit und erfüllt unser Leben mit Freude.

Lieber Gott…

erlöse uns von unserem Bedauern über Dinge und Entscheidungen in der Vergangenheit

und erfülle uns mit Dankbarkeit

erlöse uns von unserem Ärger und unserer Wut über Andere und deren Verhalten

und erfülle uns mit Wohlwollen

erlöse uns von unseren Sorgen und Ängsten

und erfülle uns mit Zuversicht und Gelassenheit

… damit wir wirklich frei werden und die Liebe in und unter uns fließen kann – Amen

Foto: pixabay

Beitrag: Helene Kreiner-Hofinger, Standortleitung der Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige in Vöcklabruck mit Beratung in Vöcklabruck und Linz

Mein Buchvorschlag für ein bisschen Auszeit im Alltag

„Das kleine Buch vom achtsamen Leben“ von Dr. Patrizia Collard

Heyne Verlag

Foto: Heyne Verlag – Penguin Randomhouse
https://www.bic-media.com/mobile/mobileWidget-jqm1.4.html?bgcolor=E9E8E8&showExtraDownloadButton=yes&isbn=9783453703100&buttonOrder=book-audio-video&https=yes&socialSelfBackLink=yes&iconType=rh5&iconTypeSecondary=rh5&lang=de&fullscreen=yes&jump2=0&flipBook=no&openFSIPN=yes&resizable=yes&template=rhservice&buyUrl=https://www.penguinrandomhouse.de/watchlist/add/499037.rhd

„…an sich ist nichts weder gut noch böse; das Denken macht es erst dazu.“ (Hamlet, 2. AKT)

„Wie schön wäre es, einfach ganz entspannt im Hier und Jetzt zu leben. Das endlose Gedankenkarussell für einen Moment anzuhalten und der Hektik des Alltags zu entkommen. Dafür müssen Sie nicht stundenlang auf dem Meditationskissen sitzen: Die einfachen Achtsamkeitsübungen in diesem Buch führen Sie in Minutenschnelle zu innerer Klarheit, Gelassenheit und Ruhe…..“ so die Buchbeschreibung auf der Rückseite des Büchleins.

Das kleine Buch vom achtsamen Leben ist voll von einfachen Übungen, Geschichten und Gedanken rund um das Thema „Achtsamkeit“, aufgeteilt auf 96 Seiten. Ich war zu Beginn etwas skeptisch ob die offizielle Buchbeschreibung nicht ein wenig weit hergeholt ist und ich muss gestehen ich war auch etwas enttäuscht als ich das Buch dann in Händen hielt. Der Titel ist hier nämlich Programm, soll heißen – es ist wirklich klein.

Dieses Büchlein ist jedoch so abwechslungsreich, bunt und liebevoll gestaltet, dass die Größe unwichtig wurde. Der Inhalt ist entscheidend und den kann ich nur weiterempfehlen. Gerade diese unkomplizierte und dezente Art des Büchleins macht es zu einem guten Begleiter, in unserer oft schon so übersättigten Welt.

Wir bedanken uns bei Ute Maria Winkler für diesen Buchtipp.

Unsere Mitarbeiter*innen stellen sich vor

Heute im Interview mit Gerlinde Kaltseis

Sekretariat, Organisation und Leitung der Erholungstage für Pflegende und Gepflegte in Bad Mühllacken

Foto: privat

Was bedeutet für dich

Freude…erlebe ich in den Begegnungen mit Menschen

Glück … ist in einem freien, sicherem Land leben zu können, wo die Natur noch intakt ist,  es ein gutes Miteinander gibt, ein soziales Auffangnetz und wo medizinische Versorgung für alle da ist

Glaube … trägt durch das Leben, begleitet in allen Lebenslagen

Wann hast du zum letzten x…

Herzlich gelacht:  In der Begegnung mit meinen Enkelkindern

Etwas Neues ausprobiert:  Ein neues Buchhaltungsprogramm hat mich gefordert

Aus einem Fehler gelernt: Und auch prompt daraus gelernt, dass im Stress leicht was schief geht. 😊

Was ist dir lieber

Mozart oder Elvis:           mag ich beides

Wein oder Cola:               Cola

Sushi oder Schweinebraten:      weder noch, liebe Gemüse

Meer oder Bergsee:      Bergsee

Hund oder Katze:            Federvieh 😊

Kino oder Theater:         Theater

Aufgabenbereich:

Sekretariat

Organisation und Leitung der Erholungstage für Pflegende und Gepflegte

Leitung unseres Treffpunktes für pflegende Angehörige in Hartkirchen

Beruflicher Werdegang / Ausbildung:

Nach einer langen Kinderpause habe ich als Wiedereinsteigerin die Ausbildung zur Fachsozialbetreuerin in Altenarbeit gemacht. 7 Jahre war ich in einem Seniorheim in einer kleinen Wohngruppe tätig. So nahe am Mensch zu sein und ihn in seinem letzten Lebensabschnitt begleiten zu dürfen, war eine wunderschöne Aufgabe. Daneben machte ich unterschiedlich Kurse und Ausbildungen zu Aktivierung, Biografiearbeit und Trauerbegleitung sowie zur SelbA-Trainerin.

Im März 2014 hab ich von der Altenpflege zur Servicestelle für pflegende Angehörige gewechselt.

Das wichtige und wertvolle an der Arbeit für pflegende Angehörige ist:

Es ist eine schöne Aufgabe, Menschen in diesem besonderen und herausfordernden Lebensabschnitt der Pflege und Sorge, zu informieren, zu beraten, zu unterstützen und zu begleiten. Egal ob es am Telefon oder persönlich passiert. Gerade bei den Erholungstagen kann ich den Menschen ganz nahe sein und ihnen ein paar wohltuende Tage bereiten. Ich darf miterleben, wie gut ihnen diese Auszeit tut. Wie belastet sie anreisen und mit wieviel Energie sie dann heimfahren. Für diese intensive und wertvolle Zeit mit ihnen bin ich sehr dankbar.

Ausgleich finden …

kann ich bei meiner Familie, meinen vielen Enkelkindern und in der Natur, bei Wanderungen und Bergerlebnissen.

Persönliches:

Ich liebe es Menschen um mich zu haben, aber das war ja leider nun lange nicht möglich.

Das Wohnen/Leben in einer kleinen Dorfgemeinde genieße ich sehr. Darum bin ich seit vielen Jahren ehrenamtlich in unterschiedlichen Bereichen in meiner Pfarre aktiv.

Wir bedanken uns bei dir, liebe Gerlinde, für diesen Beitrag und das Interview und ersuchen dich abschließend um dein Lebensmotto oder einen Lieblingsspruch:

Gott gab dir dein Gesicht, lächeln musst du selber.   😊