Impuls der Woche

Wer sich in der Arbeit einen Haxn ausreißt, wird in der Freizeit humpeln.

(Kabarettist Klaus Eckel)

Ein sehr treffender Spruch, der den wichtigen Hinweis gibt, dass wir auf eine gute Balance zwischen Arbeit und Freizeit achten müssen. Hilfreich kann sein, wenn man den Tag strukturiert und zu den notwendigen Arbeiten auch Pausen und Freizeit einplant.

Foto: Kreiner-Hofinger

Stärkende Worte

Oft werden pflegende Angehörige von einem schlechten Gewissen und Schuldgefühlen geplagt, wenn sie mal etwas für sich tun.

Wir finden es nicht nur wichtig, sondern notwendig, um genügend Energie für die Pflege des Angehörigen aufbringen zu können, dass Pflegende Angehörige sich auch um sich selbst sorgen. Deshalb möchten wir Ihnen „Stärkende Worte für Elternkümmerer“ aus dem Buch „Überlebenstipps für Elternkümmerer“ – von Petra B. Wieschalla, das im Ernst-Reinhardt-Verlag erschienen ist vorstellen und Sie durch diese Worte bestärken, auch auf sich selbst zu schauen.

Wieschalla, Überlebenstipps für Elternkümmerer © 2020 by Ernst Reinhardt, GmbH & Co KG, Verlag, München

 Stärkende Worte für Elternkümmerer

  • Ich mache genug.
  • Ich entscheide selbst, was ich leisten kann und möchte.
  • Ich leiste viel und gebe mir selbst die Anerkennung dafür.
  • Ich darf mir Auszeiten gönnen.
  • Ich darf es mir gut gehen lassen.
  • Ich gebe mir selbst die Erlaubnis für mein Handeln.
  • Ich darf um Hilfe bitten.
  • Ich darf Unterstützung annehmen.
  • Ich vergleiche mich nicht mit anderen.
  • Nur weil ich in der Nähe wohne, muss ich mich nicht um alles kümmern.
  • Ich darf mein Leben genießen.
  • Ich muss nicht alles alleine machen.
  • Ich akzeptiere, dass es unterschiedliche Wege zum Ziel gibt.
  • Nicht alles, was ich gut kann, muss ich auch tun.
  • Ich darf mir ohne schlechtes Gewissen Gutes tun.
  • Ich muss nicht alle Erwartungen erfüllen.
  • Ich gehe liebevoll mit mir um.
  • Ich achte gut auf mich.
  • Ich darf das.

Quelle: https://www.reinhardt-verlag.de/media_pdf/onlinematerial02985_worte.pdf

Foto: Reinhardt-Verlag

Eine Buchrezension können Sie auch hier nachlesen:

https://pflegendeangehoerige.wordpress.com/2020/12/10/uberlebenstipps-fur-elternkummerer-eltern-begleiten-fallen-vermeiden/

Mein Buchvorschlag, für ein bisschen Auszeit im Alltag

Leichte Böden“ von David Fuchs

HAYMON Verlag

Foto: Haymon-Verlag, https://www.haymonverlag.at/bookimport/HAY/Cover/3492.jpg

Dieser Roman handelt von einem jungen Mann, der eigentlich nur kurz seine Angehörigen am Land besuchen will. Seine Tante kümmert sich dort aufopfernd um den dementen Alfred und den an Krebs erkrankten Nachbarn. Erschüttert von den Verhältnissen in dieser Alters-WG, setzt der junge Mann sich in den Kopf, gemeinsam mit seiner Jugendfreundin das Leben der drei zu verbessern. Ungewollt bringt er eine sensible Ordnung ins Wanken.

Seinen alternden Angehörigen zu helfen ohne ihnen ihre Würde und Autonomie zu nehmen, ist das möglich?

Der Linzer Schriftsteller David Fuchs ist auch Onkologe und Palliativmediziner und hat schon einige Preise eingeheimst.

Er nähert sich dem Thema des Buches mutig ironisch an, aber stets behutsam und in präziser Sprache. Es gibt Momente zum Lachen und dann wieder zum tragischen Innehalten.

Wir bedanken uns bei unserer ehrenamtlichen BLOG- Schreiberin Hedwig, für diesen Buchtipp.

Impuls der Woche

Seesterne retten 

(aus dem Buch „Stell dir vor … – Geschichten die bewegen“/aus Patrick Porter: „Six secrets of G.E.N.I.U.S.“)

Ein furchtbarer Sturm kam auf. Der Orkan tobte. Das Meer wurde aufgewühlt und meterhohe Wellen brachen sich ohrenbetäubend laut am Strand.

Nachdem das Unwetter langsam nachgelassen hatte, klarte der Himmel wieder auf. Am Strand jedoch lagen unzählige Seesterne, die von der Strömung an den Strand geworfen worden waren.

Ein kleiner Junge lief am Strand entlang, nahm behutsam Seestern für Seestern in die Hand und warf sie zurück ins Meer.

Da kam ein Mann vorbei. Er ging zu dem Jungen und sagte: „Du dummer Junge! Was du da machst ist vollkommen sinnlos. Siehst du nicht, dass der ganze Strand voll von Seesternen ist? Die kannst du nie alle zurück ins Meer werfen! Was du da tust ändert nicht das Geringste!“

Der Junge schaute den Mann einen Moment lang an. Dann ging er zum nächsten Seestern, hob ihn behutsam vom Boden auf und warf ihn ins Meer zurück. Zu dem Mann aber sagte er:

„Für ihn wird es etwas ändern!“

Foto: pixabay

Impulsfragen:

Welche Menschen kommen mir in den Sinn, von denen ich glaube, dass sie durch ihr Handeln oder Sein etwas verändern?

Was genau machen diese Menschen?

Inwieweit kann ich jeden Tag einen kleinen Beitrag leisten, um etwas zum Positiven zu verändern?

Unsere Mitarbeiter*innen stellen sich vor

Heute im Interview mit Stefanie Weigerstorfer

Abteilungsleitung der Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige

Foto: Iby

Was bedeutet für dich

Gesundheit…bedeutet für mich das höchste Gut des Menschen und wird mir besonders in Zeiten wie diesen wieder sehr bewusst.

Freude… bedeutet für mich, an Wochenenden bei einem ausgedehnten Frühstück zu sitzen und das voranschreiten der Zeit einmal nicht zu beachten.

Freiheit… bedeutet für mich, bei längeren Reisen im Hier und Jetzt zu leben und sich von Bedürfnissen und Gefühlen leiten zu lassen.

Wann hast du zum letzten x

Herzlich gelacht: Als ich meine Stieftochter fragte, welches ihr Lieblingsfach sei und es wie aus der Pistole geschossen kam: „Pause!“

Deine Angst überwunden: Letztes Jahr als ich 2 Monate nach Peru und Bolivien alleine aufgebrochen bin und mir damit einen Herzenswunsch erfüllt habe.

Aus einem Fehler gelernt: Dass es manchmal gut ist, durchzuatmen, den Dingen Zeit zu geben und danach erst zu handeln.

Etwas Neues ausprobiert: Puh, das ist scheinbar viel zu lange her 🙂

Was ist dir lieber

Mozart oder Elvis: Mozart

Wein oder Cola: Wein

Sushi oder Schweinebraten: Sushi

Meer oder Bergsee: Meer

Hund oder Katze: Hund

Kino oder Theater: Theater

Aufgabenbereich:

Leitung der Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige mit allem was dazu gehört – von der Weiterentwicklung der Angebote, der Sicherstellung der Finanzierung, bis hin zu Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit, MitarbeiterInnenführung und das Hinweisen auf Bedarfe und Wünsche unserer Zielgruppe.

Beruflicher Werdegang / Ausbildung:

HBLA Bad Ischl für Sozialmanagement – der Sozialbereich hat mich immer schon interessiert aber ich wusste noch nicht welchen Fokus ich legen wollte.

9 Jahre beim Sozialministeriumservice (vormalig Bundessozialamt) im Förderwesen für 24-Stunden-Betreuung und Zuschuss für pflegende Angehörige tätig.

Ab 2013 berufsbegleitendes Studium an der FH OÖ für Sozialmanagement begonnen und erfolgreich abgeschlossen.

 2015 ein Praktikum bei der Caritas begonnen (Aufbau einer Plattform für Betreuung und Pflege in OÖ) und im März 2017 voll zur Caritas gewechselt.

An der Servicestelle seit 12/2016 geringfügig, ab 03/2017 mit 15 Std. und seit 09/2019 Vollzeit tätig.

Das wichtige und wertvolle an der Arbeit für pflegende Angehörige ist,

dass wir mit unseren Angeboten Entlastung, Wertschätzung und Hilfestellung bieten können für eine Zielgruppe, die großartiges leistet und ExpertInnen in Ihrem Tun und Handeln sind, aber oft eben diese angemessene Wertschätzung dafür nicht erhalten. Was ich sehr bewundere und schätze ist, dass betreuende und pflegende Angehörige, trotz der oft enormen Belastungen, irrsinnig dankbar sind, für die Hilfe, die sie erhalten und sei sie noch so bescheiden.

Ausgleich finden …

kann ich bei ausgedehnten Spaziergängen und im Reisen

Persönliches:

Ich bin 31 Jahre alt, komme ursprünglich aus Wartberg an der Krems im schönen Bezirk Kirchdorf und lebe nun gemeinsam mit meinem Partner und seinen zwei Kindern in Linz. Pflege und Betreuung ist auch im familiären Umfeld Thema – die eigene Betroffenheit schafft viel Verständnis für die Zielgruppe, für die wir tagtäglich da sind.

Wir bedanken uns bei dir, liebe Stefanie, für diesen Beitrag und das Interview und ersuchen dich abschließend um dein Lebensmotto oder einen Lieblingsspruch:

Derzeit „Wer nicht genießt, wird ungenießbar“ (Konstantin Wecker)

Geschichten, die das Leben schreibt

Foto: pixabay

Tagtäglich leisten 65.000 Menschen in Oberösterreich Betreuungs- und Pflegearbeit für ihre Angehörigen. Alle diese Menschen haben eine Geschichte zu erzählen. Von Höhen und Tiefen, Herausforderungen und Glücksmomenten, von Hürden und erfreulichen Überraschungen,….

Einiger dieser sehr persönlichen Lebens/Pflegegeschichten geben wir hier Platz und Raum, um die Leistungen pflegender Angehöriger abzubilden. Damit möchten wir sichtbar machen und würdigen was pflegende und betreuende Angehörige für ihre Angehörigen aber auch für die Gesellschaft tun.

„Immer wieder bin ich berührt und erstaunt darüber, wie viel Freude uns Gott in unserem eingeschränkten Leben miteinander immer noch schenkt“

Zwanzig Jahre ist es jetzt her, dass mein Mann Edwin im Alter von 44 Jahren von einem Tag auf den anderen massive Einschränkungen hinnehmen musste. Durch das Platzen eines Aneurysmas in seinem Kopf erlitt Edwin eine schwere Gehirnblutung und mehrere Schlaganfälle in Folge.
Nach monatelangen Reha-Aufenthalten in den ersten zwei Jahren (während derer ich meinen
Wohnsitz nach Innsbruck bzw. nach Wien verlegte) konnte ich ihn endlich zuhause betreuen.
Gesundheitliche Langzeitfolgen: Halbseitige Lähmung, Zerstörung des Sprachzentrums, Inkontinenz, Angewiesensein auf den Rollstuhl.
Die ersten fünf Jahre brachte ich Edwin einen Tag pro Woche ins Pflegeheim zum Baden, da wir zuhause im Erdgeschoss kein Bad hatten. Bald nützte ich auch die Tagespflege, die dort
angeboten wurde – so konnte ich einmal pro Woche einen Ausflug machen.
2005, nachdem wir endlich den Kredit für unser Haus abbezahlt hatten, nahmen wir einen
neuerlichen Kredit für einen Anbau auf. Seitdem haben wir ein behindertengerechtes Bad und
endlich Platz für einen Elektro-Rollstuhl.
Einen freien Tag pro Woche für mich behielt ich noch einige Jahre bei.
In den ersten 15 Jahren fuhr ich zweimal im Jahr für 14 Tage alleine auf Urlaub, später, als ich mit meinem Mann immer weniger unternehmen konnte, sogar öfter. Für Edwin besorgte ich für die Zeit, in der ich nicht da war, eine Pflegerin, die in unserm Haus wohnte.
Diese Auszeiten hatte ich auch wirklich nötig, da nach ein paar Jahren auch die Betreuung
meiner Mutter dazukam ( 11 Jahre lang), die an Alzheimer-Demenz erkrankt war. Mein Mann
gönnte mir diese Reisen von Herzen und freute sich über meine Reiseberichte, wenn ich wieder da war.
Er ist bis heute so klug, zu wissen, dass er selber davon profitiert, wenn ich immer wieder meine Batterien aufladen kann.
In den ersten sieben Jahren konnte ich mit meinem Mann leider nur wenige Ausflüge machen,
da er immer erbrechen musste, sobald wir weitere Strecken mit dem Auto zurücklegten.
Als sein Gesundheitszustand stabiler wurde, fuhr ich auch mit ihm zweimal im Jahr auf Urlaub,
was ihm große Freude bereitete. Ich begutachtete auf meinen Soloreisen die Hotels vorher, in
denen wir absteigen wollten. Mit unserem behindertengerechten Auto, das wir mittlerweile
angeschafft hatten, reisten wir sogar ins benachbarte Ausland.
In den ersten sieben Jahren nach der Gehirnblutung konnte mein Mann leider kein Wort
sprechen. Ich merkte aber damals schon, dass Edwins Sprachverständnis total intakt war. Wenn wir Kabaretts besuchten, lachte er immer an der richtigen Stelle und auch sonst hatte er einen offenen und interessierten Blick.
Verstanden zu werden war für mich viel wert, auch wenn eine normale Kommunikation nicht
möglich war.
Die Ärzte machten uns nach den ersten zwei Jahren keinerlei Hoffnung mehr, dass sich seine
Sprachlosigkeit jemals bessern würde.
Trotzdem war der Lebenswille und die Lebensfreude meines Mannes ungebrochen. Er war sehr dankbar, dass er auch am gesellschaftlichen Leben – Theater, Kabarett, Konzert, Kino – noch teilnehmen konnte.
Edwin hatte sich mit seinem schweren Los schon sehr bald abgefunden und freute sich an dem, was er noch unternehmen konnte.
Der innere Friede, den er auch ausstrahlte, war vor allem dem tiefen Glauben zu verdanken, der uns von Anfang an verband.
Edwin war seit seiner frühesten Jugend bewusster Christ, ich erst seit ca. einem halben Jahr vor unserem Kennenlernen.
Einige Zeit nach einem intensiven Gebet unter Handauflegung unseres damaligen Pfarrers Mag. Martin Eickhoff, der uns regelmäßig besuchte, kehrte Edwins Sprache wider Erwarten zurück.
Sicher haben auch die Gebete vieler Freunde unserer evangelischen Gemeinde dazu
beigetragen.
Natürlich konnte Edwin nicht so sprechen wie früher, aber er konnte sich wieder ganz gut
verständigen. Da ihm Namen von Leuten einfielen, die wir zwanzig Jahre lang nicht mehr
gesehen hatten, wusste ich, dass sowohl Langzeit- als auch Kurzzeitgedächtnis vollkommen in Ordnung waren. Obwohl er nach wie vor massive Wortfindungsstörungen hatte, waren wir
dankbar, dass er sich wieder mitteilen konnte.
Ca. sieben Jahre lang ging es ihm für seine Verhältnisse wirklich gut.
Dann musste Edwin leider ein grobes Unrecht verkraften. Nach dem Tod seiner Mutter erfuhr er, dass sie ihn, ihr einziges Kind, enterbt hatte, wohl wissend, dass er bei klarem Verstand war.
Ein Notar hat mir geraten, den Pflichtteil für Edwin bei Gericht einzuklagen – wir haben aber
dann doch darauf verzichtet. Jetzt war uns auch klar, warum Edwins Mutter ihn fast zehn Jahre lang nicht mehr besucht hat und auch auf eine Kontaktaufnahme meinerseits nicht reagiert hat.
Ich vermute, dass diese schwere Kränkung sein bis dahin ausgezeichnetes Immunsystem sehr geschwächt hat. Edwin bekam zum ersten Mal in unserer Ehe einen grippalen Infekt , der einen „Status epilepticus“ auslöste, der über eine Stunde andauerte, obwohl ich sofort den Notarzt gerufen hatte. Edwin hatte seit 12 Jahren keinen epileptischen Anfall mehr gehabt, jetzt folgten noch weitere Anfälle. Die starken Medikamente, die Edwin seitdem nehmen muss, sowie das Shunt-System in seinem Kopf, das sich seither nicht mehr richtig einstellen lässt, bewirkten, dass er seine Sprache nahezu wieder verlor. Auch körperlich war er seitdem (2014) sehr schwach, sodass er höchstens 2-3 Stunden im Rollstuhl sitzen konnte.
Es trat auch in den folgenden Jahren trotz Therapien keine Besserung mehr ein.
Zum Glück war sein Geist nach wie vor wach und aufnahmefähig.
Ganz kritisch wurde Edwins Gesundheitszustand Anfang Februar 2020. Er bekam eine schwere Lungenentzündung und durch das hohe Fieber einen „Status epilepticus“, der drei Tage lang andauerte. Zum Glück kam Edwin noch vor dem Lockdown wegen Corona vom Krankenhaus heim – allerdings sehr geschwächt. Er war wochenlang nahezu bettlägrig. Auch jetzt schafft er meistens nur eine Stunde pro Tag im Rollstuhl zu sitzen. Der Transfer ins Bett ist nur mehr mit einem Hebekran möglich.
Natürlich schmerzte es sehr, dass wir am Anfang der Corona-Zeit unsere Kinder und Enkelkinder gar nicht und später nur auf Abstand und im Freien treffen konnten. Trotzdem ist Kontakt auf Abstand besser als gar keiner.
Spannend war auch, ob ich selber in der Zeit des Lockdowns nicht durch irgendeine Krankheit
als Pflegeperson für meinen Mann ausfallen würde. (Kurzzeitpflege in den Pflegeheimen wäre in dieser Zeit nicht möglich gewesen). Gott sei Dank bin ich gesund geblieben.
Edwin ist auch sehr dankbar für die kleinen Spaziergänge, die wir wieder machen können. Schön ist es auch, dass wir jetzt im Sommer immer wieder von treuen Freunden und Bekannten Besuch bekommen und im Garten sitzen können.
Zum Glück wohnen wir im Grünen am Stadtrand von Gmunden und genießen unseren Garten
und das „Waldbaden“ sehr.
Ausflüge und Reisen miteinander sind zwar wahrscheinlich auch nach Corona vorbei – aber
Edwin ist ein Meister darin, auf das zu schauen, woran er sich noch freuen kann und nicht auf
das, was er verloren hat.
Ich freue mich natürlich auch schon, wenn ich wieder einmal Auszeit nehmen kann. Monatelang habe ich mich nicht einmal getraut, eine Ersatzpflege stundenweise zu holen, um meinen Mann nicht zu gefährden.
Am meisten Kraft schöpfen wir aus unserer täglichen gemeinsamen Zeit mit Gebet und Lesen in der Bibel. Diese „Stille Zeit“ ist leider früher, als wir noch beide als Volksschullehrer tätig waren und auch unsere drei Kinder zu betreuen hatten, zu kurz gekommen.
Immer wieder bin ich gerührt und erstaunt darüber, wieviel Freude uns Gott in unserem
eingeschränkten Leben miteinander immer noch schenkt.
Da Edwin bezüglich Corona ein sehr hohes Risiko hat, schwer zu erkranken bzw. daran zu
sterben, bin ich natürlich sehr vorsichtig und begrüße die Maskenpflicht in Apotheken in
Geschäften sehr.
Geselliges Zusammensein in unserer Kirchengemeinde, bei Stammtischen, diversen Vereinen
und Chorsingen vermisse ich schon sehr, da mit Edwin ja nur eine einseitige Konversation
möglich ist. Zum Glück gibt es Smartphone und Whatsapp als kleinen Ersatz.
Wir wünschen uns weiterhin kluge Entscheidungen von unseren Politikern und rücksichtsvolles Verhalten unserer Mitmenschen. Wir freuen uns auf die Zeit nach Corona und hoffen, dass wir unsere „Goldene Hochzeit“ im Jahr 2026 noch erleben dürfen.
Edwin & Christa Elger, Gmunden

Foto: Fam. Elger

Impuls der Woche

CHINESISCHE WEISHEIT

Wer andere erkennt, ist gelehrt.

Wer sich selbst erkennt, ist weise.

Wer andere besiegt, hat Muskelkraft.

Wer sich selbst besiegt, ist stark.

Wer zufrieden ist, ist reich.

Wer seine Mitte nicht verliert,

ist unüberwindlich.

(LAO-TSE)

Foto: pixabay

Jahreswechsel

Foto: Kreiner-Hofinger

Sehr geehrte Damen und Herren!

Zum Jahreswechsel wünschen wir unseren Mitmenschen Glück, Gesundheit, Erfolg und noch vieles mehr!

Glücksbringer werden verteilt und um Mitternacht wird hoffnungsvoll angestoßen, auf das noch unbekannte und vor uns liegende Jahr.

Wir alle haben Wünsche und Erwartungen an das neue Jahr. Mögen diese in guter Weise für Sie und Ihre Lieben  in Erfüllung gehen.

Es ist der Jahreswechsel aber auch ein guter Zeitpunkt um innezuhalten und darüber nachzudenken, was nicht mehr in unser Leben gehört, was uns  belastet und  man lieber loslassen bzw. verabschieden möchte.

Loslassen ist die Kunst, Vergangenes zur Ruhe zu betten und der Zukunft freien Raum zur Gestaltung zu überlassen. (Helga Schäferling *1957)

Ich lade Sie daher zu einem Neujahrsritual ein und würde mich freuen wenn Sie es für sich oder mit Ihrer Familie ausprobieren.

Als ersten Schritt nehmen sie sich Zeit sich zu besinnen und zu überlegen was Sie gerne loslassen und im alten Jahr zurück lassen möchten. Es war ein turbulentes und herausforderndes Jahr, eventuell mit vielen Sorgen und Ängsten. Vielleicht gibt es auch eigene Verhaltensweisen die einen belasten oder „alte Geschichten“, die immer noch Energie und Lebensqualität kosten. Was auch immer es ist, schreiben Sie Ihre Gedanken in Stichworten auf eine schöne Karte oder ein Stück Papier, machen Sie eine kleine Rolle daraus, binden Sie sie mit Bast zusammen und achten Sie gut auf Ihre persönliche „Schriftrolle“.

Im zweiten Schritt wird ein Feuer gemacht, entweder in einer Feuerschale oder einer gesicherten Feuerstelle – alle Anwesenden helfen zusammen und beobachten für eine angemessene Zeit das Feuer.

IMPULS: Das Feuer leuchtet und ist heiß, es ist unbeschwert, heiter und lebhaft – so erhellt und wärmt das Feuer seine Umgebung. Auch Menschen erhellen und erwärmen ihre Umgebung, wenn das Feuer der Liebe in ihren Herzen brennt. Spüren Sie diese Wärme vom Feuer und zwischen sich und den Menschen in Ihrem Umfeld.

Im dritten Schritt geben alle Anwesenden nach der Reihe ihre Schriftrolle ins Feuer, je nach Möglichkeiten kann auch ein Hauch von Weihrauch ins Feuer gegeben werden. Lassen Sie los und beobachten Sie wie sich  „Belastendes“  im Feuer auflöst.

Foto: Kreiner-Hofinger

Jeder bleibt nach seinem Bedürfnis noch ein wenig in der eigenen Stille, bevor sich alle einander zuwenden und das neue Jahr  – so wünsche ich es Ihnen – unbeschwert, heiter und lebendig seinen Anfang nimmt.

Mit besten Wünschen

Helene Kreiner-Hofinger  (Psychosoziale Beratung in Vöcklabruck und Linz)