Herr Doktor, ich möchte Sie persönlich etwas fragen…

DSC_0020„Herr Doktor, ich möchte Sie persönlich etwas fragen:
Würden Sie sich selbst auf die Behandlung einlassen, die nun für mich vorgesehen ist?“

In Krankenhäusern herrscht inzwischen ein bis in Kleinste ausgeklügeltes und effizientes Durchführungsmanagement.
Es scheint so zu sein: je rascher das Vorfeld zu einem Eingriff erhoben und Maßnahmen rasch gesetzt werden können, desto größer scheint die Gefahr zu sein, nicht genügend Zeit einzuräumen, eine Behandlung mit dem Patienten im Detail durchgehen oder mehrere Möglichkeiten beraten zu können.

So kam die oben erwähnte Äußerung eines an Krebs erkrankten Patienten zustande.
Diesem wurde plötzlich bewusst:

  • es existiert ein Unterschied zwischen rascher komplexer Behandlung und
  • dem Erfordernis, ihn als Patienten ‚mitzunehmen‘, bis er innerlich dazu „ja“ sagen kann.

Die Frage scheint deutlich zu machen – es kann nicht nur um ein reibungsloses Einfügen des Patienten in ein kompetentes Wollen von Ärzten gehen.
So hochstehend die technische Medizin zur Freude von vielen Patienten in unseren Breiten ist – so notwendig braucht es Personen und Zeit, die Vertrauen herstellen können und wollen.

Gerade als Patient und Erkrankter braucht es viel Mut, auf Augenhöhe zu kommunizieren.
Freuen wir uns, wenn wir auf Ärzte und Pflegekräfte treffen, die uns dazu ermutigen und sich ausreichend Zeitinseln sichern, um gute Begegnungen zu ermöglichen.

Text: Heinz Häubl (Sozialarbeiter, Psychotherapeut, Supervisor, Online-Berater der Servicestelle Pflegende Angehörige)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s