Schlaganfall – Zeit ist Hirn!

Worauf es beim Schlaganfall ankommt, um schwere Folgeschäden zu vermeiden

CT_Ergebnisse

© Klinikum Wels-Grieskirchen, 2015

Schlaganfall: Nicht Schicksal, sondern Notfall!
Ein Schlaganfall ist eine plötzliche Durchblutungsstörung in einem Teil des Gehirns. Es gilt, möglichst viel Hirngewebe zu retten „Bei einem schweren Schlaganfall sterben pro Minute knapp 2 Millionen Nervenzellen ab. Für den Behandlungserfolg zählte jede Minute, die der Patient oder die Patienten früher ins Krankenhaus kommt“, weist Raffi Topakian, Leiter der Abteilung für Neurologie am Klinikum Wels-Grieskirchen auf das hohe Risiko hin. Bei einem Gefäßverschluss wird eine Infusion zur Wiedereröffnung des Gefäßes verabreicht („Lyse-Therapie“), wobei die Erfolgsaussichten vom frühen Behandlungsbeginn abhängen.

Bestimmte Faktoren können die Entstehung eines Schlaganfalls begünstigen:

  • Alter 60+
  • Bluthochdruck
  • Diabetes Mellitus
  • Bestimmte Herzerkrankungen, wie Vorhofflimmern und Herzklappenerkrankungen
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Ausgeprägtes Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Rauchen
  • Alkoholmissbrauch
  • Übermäßiger Stress

Die meisten Risikofaktoren können durch regelmäßige ärztliche Kontrollen, bewusste Lebensführung und medikamentöse Therapie kontrolliert werden.

3 von 4 Schlaganfällen werden von medizinischen Laien als solche identifiziert!
Anzeichen erkennen und richtig handeln:
Die Symptome eines Schlaganfalls treten typischerweise im Wachzustand plötzlich – schlagartig – auf. Nur jeder vierte Betroffene bemerkt die Ausfälle beim Aufwachen.

Anzeichen für einen Schlaganfall:
Halbseitige Schwäche oder Gefühlsstörung an Gesicht, Arm, Bein oder Teilbereichen
Sprachstörung: Schwierigkeiten zu sprechen oder Gesagtes zu verstehen
Sehstörungen: Gesichtsfeldausfall oder Doppeltsehen

Ist es ein Schlaganfall? So helfen Sie, Leben zu retten!
FAST-Test: Face, Arms, Speech, Time

F (Face/Gesicht): Bitten Sie die betroffene Person zu lächeln. Ist das Gesicht einseitig verzogen, deutet das auf eine Halbseitenlähmung.
A (Arms/Arme): Bitten Sie die Person, die Arme nach vorne zu strecken und die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung können nicht bei Arme gehoben werden.
S (Speech/Sprache): Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen. Ist das nicht möglich oder klingt die Stimme unklar, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor.
T (Time /Zeit): Jede Minute zählt, um Leben zu retten oder Folgeschäden zu vermeiden. Der Patient muss sofort ins Krankenhaus!

Bei Schlaganfall sofort ins Krankenhaus! Was ist zu tun?
Sofort Rettung rufen: 144
Erste Hilfe leisten: bei Bewusstseinsstörung oder Erbrechen Lagerung des Betroffenen auf der gelähmten Seite, Atemwege freihalten, Zahnprothese entfernen, Puls kontrollieren
Uhrzeit des Beginns der Beschwerden notieren
Medikamentenliste bereithalten

Manchmal verschwinden die Beschwerden nach wenigen Minuten. Dieses im Volksmund verharmlosend als „Schlagerl“ bezeichnete Ereignis muss als Vorbote eines drohenden schwerwiegenderen Schlaganfalls ernst genommen und umgehend ärztlich abgeklärt werden.

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