„Du hast keine Chance – nutze sie!“ – Aus dem Tagebuch einer pflegenden Angehörigen

Fotolia_47287990_XSMutter hatte gestern einen weiteren Termin im Krankenhaus, diesmal „mit Angehörigen“.

Es ging darum,
a) dass die Medizin hier mittlerweile ihre Grenzen erreicht hat,
b) den Status von Mutters Befindlichkeit wahrzunehmen, und
c) die weitere Konzentration auf eine palliative Pflege zu besprechen.

Das Thema war zwar bekannt, doch auf wundersame Weise durfte ich – wie meistens in solchen Situationen – alleine mit ihr antreten. Anfangs war ich schon etwas traurig darüber, doch es hatte auch etwas Gutes. Wir konnten sehr offen bzw. ohne jegliche Scheu voreinander reden. Es wurde ein sehr einfühlsames, konstruktives und äußerst guttuendes Gespräch mit Weichenstellungen im Sinne des Patienten. Als weiterer Trost verblieb die Feststellung, dass eine gewisse Eigenmotivation oftmals mehr Wirkung auf die Befindlichkeit hat als manche Tablette. Wohl unbewusst hatte meine Mutter in den letzen paar Wochen bereits eine gewisse Beharrlichkeit, ja Interesse in der Erledigung verschiedener Dinge entwickelt.

Manche Tage gehen leicht, manche weniger. Das Ziel des Weges rumort ganz schön im Kopf herum. Und doch ist an die Stelle der ursprünglichen Hilflosigkeit und aufkeimenden Trauer jetzt eine Aufgabe getreten: die Aufgabe, sie bei allem was ihr Freude macht zu unterstützen und sie bei allem was sie bedrückt bestmöglich zu stützen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Betreuenden und Pflegenden einen wunderschönen Start in die Herbstzeit.

Romana, Tagebuchschreiberin und pflegende Angehörige

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