Nichts geht verloren

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Foto: Heinz Häubl

Nichts geht verloren
Ein Herbstblatt löst sich leicht von seinem Ast.
Ein Mensch, der wie ein Blatt
vom Stammbaum seiner Familie fällt, löst sich schwerer.
Wir trauern um ihn.
Anders als ein Herbstblatt ist er unersetzlich.
– Rainer Maria Rilke

LOSLASSEN: Welch ein grosses Wort! Was verbinde ich damit?
Kann oder muss man Menschen, Gedanken oder Dinge einfach loslassen können?
Loslassen kann man nur etwas das man liebt, alles andere ist ja kein Problem. Alles Liebgewonnene hat was mit dem Herzen zu tun und gerade da wird es schwierig.

LOSLASSEN hat immer mit Abschied zu tun, von Menschen, alten Gewohnheiten, Dingen und auch Lebenseinstellungen.
Gerade in der Pflege zu Hause muss man sich sehr häufig von eigenen Vorstellungen und Zielen verabschieden. Ich meine da fängt das Loslassen im kleinen an.
Loslassen hat nichts mit VERSAGEN zu tun, eher mit akzeptieren der Situation und deshalb macht es einen freier.

Fallgeschichte:
Frau M. Pflegte ihre 90-ig jährige Mutter beinahe 15 Jahre. Alles im Leben von Frau M. drehte sich um die Fürsorge der Mutter. Sie konnte sich nicht vorstellen wie es ist – wenn Mutter nicht mehr da ist. Fast alle Kontakte zur Aussenwelt waren weg, die Angst, alleine zurück zu bleiben, war riesengross. Frau M. konnte Ihre Mutter nur schwer loslassen und hat nach deren Tod gleich die Tante als zu Pflegende ins Haus genommen.

Also mich hat dieser Fall sehr zum Nachdenken gebracht…

Text: Hedwig Koller, ehrenamtliche Mitarbeiterin der Servicestelle für pflegende Angehörige

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