Einfach zum Nachdenken…

Eine Geschichte v. Anthony de Mello, Aus dem Buch „Gib deiner Seele Zeit“

Ein Kaufmann in Bagdad schickte seinen Diener mit einem Auftrag zum Basar.
Der Mann kam blass und zitternd vor Angst zurück.
„Herr“, sagte er, “auf dem Markt traf ich einen Fremden.
Als ich ihm ins Gesicht blickte, sah ich, dass es der Tod war.
Er wies mit einer drohenden Gebärde auf mich und ging davon.
Nun habe ich Angst. Bitte gebt mir ein Pferd, dass ich sofort nach Samarra reiten kann, um mich möglichst weit vom Tod zu entfernen.“

Der Kaufmann war besorgt um den Mann und gab ihm sein schnellstes Roß. Der Diener saß auf und war im Handumdrehen verschwunden.

Foto: Heinz Häubl

Foto: Heinz Häubl

Später ging der Kaufmann selbst auf den Basar und sah den Tod in der Menge herumlungern. Er ging zu ihm hin und sagte:“ Du hast heute morgen vor meinem armen Diener eine drohende Gebärde gemacht. Was sollte das bedeuten?“
„Das war keine drohende Gebärde, Sir“, sagte der Tod. „Es war nur ein erstauntes Zusammenfahren, weil ich ihn hier in Bagdad traf.“
„Warum sollte er nicht in Bagdad sein? Hier wohnt er doch.“
„Nun mir hatte man zu verstehen gegeben, dass ich ihn heute abend in Samarra treffen würde.“

Manche Menschen haben solche Angst zu sterben, dass sie ganz darauf gerichtet sind, den Tod zu vermeiden –  und dabei vergessen zu leben.

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