Bleiben Sie mit Ihren Sorgen nicht alleine…

plants-1282997_1920Ein chinesischer Bauer hatte seine Reispflänzchen zur rechten Zeit in den Boden eingebracht und versäumte keinen Morgen, zum Feld zu gehen und nach dem Gedeihen der noch zarten Halme zu schauen. Die Voraussetzungen waren gut: er hatte gedüngt, fleißig gewässert und auch die Pflanzen sicher und fest im Boden eingedrückt. Die Sonne schien, und die Luft war lau und mild.

Zwei Wochen gingen ins Land, der Bauer wurde ungeduldig. Die Pflanzen schienen ihm nur wenig größer geworden zu sein. Er suchte ein Mittel, den Trieb zu beschleunigen. Da kam ihm eine Idee: Täglich zog er ein bisschen an den Halmen. Als er aber am siebten Tag aufs Feld kam, was musste er sehen? Die Pflänzchen lagen welk und entwurzelt im Wasser und er musste mit seiner Arbeit von vorne beginnen.

Ein Ihnen nahe stehender Mensch ist erkrankt oder alt und pflegebedürftig. Für Sie ist es eine Selbstverständlichkeit, ihm zu helfen. Seien es die eigenen Kinder, der langjährige Lebenspartner, mit dem Sie vielleicht gemeinsam Kinder groß gezogen haben, Ihre Geschwister, ein Eltern- oder Geschwisterteil, Großmutter oder Großvater – Sie verbindet wahrscheinlich ein tiefes Verantwortungsgefühl füreinander und eine gemeinsame Lebensgeschichte mit Höhen und Tiefen.

Gleichzeitig tragen Sie die Verantwortung für Ihr eigenes Leben. Sie stehen vielleicht mitten in der Ausbildung, im Beruf, haben Kinder, die Sie brauchen, sind vielleicht selbst bereits nicht mehr so fit, etc. Nicht nur für die pflegebedürftige Person verändert sich das Leben, es stellt auch Ihr Leben und die Lebenspläne der ganzen Familie auf den Kopf. Alles muss überdacht und anders organisiert werden. Viele Kompromisse müssen für eine unabsehbare Zeit eingegangen werden. Pflegende Angehörige müssen täglich, oft über einen langen Zeitraum, sowohl körperlich als auch seelisch enormen Belastungen standhalten.

Schnell kann sich der/die Pflegende dabei selbst in einer Situation wiederfinden, in der die Herausforderung zur Überforderung wird. Der Übergang ist meist fließend und vollzieht sich oft unbemerkt. Sie selbst werden zum „Reispflänzchen“ an dem stetig gezogen wird oder vielleicht ziehen Sie auch selbst permanent an sich, bis es eines Tages einmal zu viel ist.

Bleiben Sie mit Ihren Sorgen und Belastungen nicht alleine. Mein Name ist Ute Winkler und ich leite Caritas Servicestelle für pflegende Angehörige in Rohrbach. In einem persönlichen und vertraulichen Beratungsgesprächen haben Sie die Möglichkeit, neue Sichtweisen und Handlungsräume zu entwickeln und eigene Grenzen zu erkennen.

Die psychosoziale Beratung an der Servicestelle für pflegende und betreuende Angehörige ist kostenlos und vertraulich. Sie können mich Mo – Fr von 08.00 bis 12.00 Uhr unter der Tel. 0676/8776 2443 erreichen.

Unter www.pflegende-angehoerige.or.at finden Sie Kontaktdaten meiner KollegInnen an allen weiteren Standorten der Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige in Oberösterreich.

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