Pflegegeld (Teil II):“Das Begutachtungsverfahren und damit verbundene Irrtümer“

Heute widmen wir uns einem weiteren Aspekt des Themas „Pflegegeld“ und zwar dem Begutachtungsverfahren und beleuchten häufig damit verbundene Irrtümer

Sie haben den Antrag auf Pflegegeld entweder:clause-192561_1280

  • beim Gemeindeamt oder beim Sozialversicherungsträger abgegeben ODER

  • eingeschrieben an die Sozialversicherungsanstalt eingesendet.

(zum Nachlesen: Pflegegeld (Teil I):“Ab wann kann man Pflegegeld beanspruchen“ )

Ab wann besteht nun Anspruch auf Pflegegeld?

Gesetzlich ist festgelegt, dass nach Einlagen des Antrags der darauffolgende Monat bereits als Anspruchsmonat gilt.

Als Beispiel: Sie senden den Antrag am 21.Jänner an die Sozialversicherungsanstalt und dieser langt dort am 24. Jänner ein, die Begutachtung folgt aber erst am 1. März. Der Anspruch auf Pflegegeld besteht aber bereits mit 1. Februar.

Wie läuft das Begutachtungsverfahren ab?

Die Sozialversicherungsanstalt ist verpflichtet den Termin für das Begutachtungsverfahren schriftlich anzukündigen.

Leider kommt es in der Praxis von manchen Versicherungsanstalten vor, dass diese unangemeldet vor der Tür stehen. Dieser Begutachtung müssen Sie nicht zustimmen.

Der Arzt/Ärztin ist nicht unabhängig, sondern beschäftigt bei der jeweiligen Sozialversicherungsanstalt und beurteilt dann die Pflegebedürftigkeit anhand:

  • einem persönlichen Gespräch mit der pflegebedürftigen Person
  • einer körperlichen Untersuchung
  • Überprüfung der Mobilität (Aufforderung selbstständig zu gehen oder mit Hilfsmitteln)
  • Überprüfung der Dokumentation des Stundenausmaßes der erbrachten Pflege

Sind Angehörige bei der Untersuchung anwesend, werden diese von manchen Ärzten/innen weder beachtet noch befragt.

Nach der Begutachtung wird das Pflegegeld zugesprochen, es kommt ein Brief mit der Bekanntgabe der Pflegestufe.

Um die Beurteilung besser nachvollziehen zu können, empfiehlt sich das Gutachten beim jeweiligen Sozialversicherungsträger anzufordern.

Text: Angela Senzenberger (sie arbeitet und studiert an der juridischen Fakultät Salzburg)

Bei Fragen kontaktieren Sie bitte die Servicestelle für pflegende Angehörige:
Tel. 0676 8776-2440 oder per Mail pflegende.angehoerige@caritas-linz.at

4 Gedanken zu „Pflegegeld (Teil II):“Das Begutachtungsverfahren und damit verbundene Irrtümer“

      • Wir haben leider die Erfahrung machen müssen, dass es auch sehr vom jeweiligen Arzt abhängt, ob die Angehörigen und/oder Betreuerinnen mit einbezogen werden. Das wäre für die Einschätzung der Gesamtsituation besonders wichtig, wird aber leider immer wieder vernachlässigt.

  1. Pingback: Pflegegeld (Teil III):“Was tun wenn die Einstufung des Pflegegeldes zu niedrig ist“ | Pflegende Angehörige

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