Im GLEICHGEWICHT bleiben- trotz Betreuung und Pflege Teil 2: Entspannung

water-2045469__340

Im zweiten Teil unserer Reihe „Im Gleichgewicht bleiben- trotz Betreuung und Pflege“ widmen wir uns dem Thema „Entspannung“.

Sich  gelöst, frei, zufrieden und ruhig zu fühlen- mit einem Wort entspannt zu sein ist für manche betreuende und pflegende Angehörige im schnelllebigen Alltag mit seinen Herausforderungen und Mehrfachbelastungen ein seltener Zustand.   Medizinisch gesehen ist es kein Problem, kurzfristig Anspannung, Stress und Herausforderungen zu erleben, längerfristig kann dies jedoch zu körperlichen und seelischen Problemen führen.

( siehe dazu Im GLEICHGEWICHT bleiben-trotz Betreuung und Pflege Teil 1)

Um längerfristig im Gleichgewicht zu bleiben ist es deswegen wichtig, im Alltag als betreuender und pflegender Angehöriger eine ausgewogene Mischung zwischen Anspannung und Entspannung zu finden.

Wie kann man mehr Entspannung in seinen Alltag bringen?

  •  mehrmalige kurzfristige Entspannungspausen in den Betreuungs-Alltag einplanen und in den Kalender eintragen: hier zählt alles, was Freude macht und entspannt und nicht zu lange dauert wie ein Telefonat mit einer Freundin führen, in den Garten gehen, eine Runde mit dem Hund gehen, singen oder ein Instrument spielen, die Lieblingsfernsehsendung,  genussvoll einen Kaffee trinken

 

  • eine Entspannungstechnik  (Autogenes Training, Yoga, Progressive Muskelrelaxation, Atemtechniken, Fantasiereisen) erlernen: dies wird immer wieder in Volkshochschulen angeboten:

-dies kann einerseits dabei helfen, die Grundanspannung abzusenken, sodass herausfordernde Ereignisse als weniger stressreich wahrgenommen werden

-Diese Techniken können aber auch dabei helfen,  in herausfordernden Situationen ruhig zu bleiben oder schnell wieder ruhig zu werden.

Heute möchte ich eine kurze Fantasiereise vorstellen, die Sie anwenden können, wenn Sie das Gefühl haben, „dass alles zuviel wird“ oder wenn Sie eine kurze Auszeit nehmen möchten:

Einfach kurz hinsetzen oder legen, durchatmen, den Text durchlesen oder vorlesen lassen  und visualisieren. GUTE ENTSPANNUNG!

Stellen Sie sich eine grüne Sommerwiese vor. Sie haben eine Wolldecke, auf der Sie sich bequem hinlegen oder hinsetzen können. Sie spüren die angenehm warme Sonne, die weiche Unterlage, Sie sehen das grüne Grad und die bunten Blumen, sie genießen den Duft des Grases und der Blumen und genießen den Duft des Grases und der Blumen. Sie genießen die Wärme und den Duft und lauschen ganz behaglich den Vögeln. Sie sehen die Schmetterlinge, Sie sehen den blauen Himmel und Sie nehmen dies alles in sich auf.

Sie schauen nun zu Ihrem Fußende, dort steht eine große stabile Holzkiste mit einem Deckel. Sie beugen sich vor und Sie wissen, dass Sie nun in die Kiste alles hineinpacken können, was Sie im Moment bedrückt, Ihnen Sorgen bereitet. Sie können all dies dort hineintun, Ihre Gedanken, Ihre Probleme, alles und jedes, was Sie belastet.

Und in der Kiste ist ganz viel Platz, und Sie können noch mehr hineinpacken- und immer noch mehr und mehr, sodass Sie alle Wichtige, was Sie im Moment belastet, dort hineinpacken.

Und wenn Sie nun sicher sind, alles Wichtige ist nun in der Kiste, dann klappen Sie den Deckel zu, ganz fest zu und nehmen das große Vorhängeschloss, das an der Kiste hängt- und schließen damit die Kiste fest zu.

Nun schauen Sie zu Ihrer linken Seite, Sie sehen dort einen großen Ballon an einer dicken Schnur.

Der Ballon ist am Boden befestigt und zieht kräftig an der Schnur. Sie fassen die Schnur an und merken den kräftigen Zug. Dann binden Sie das freie Ende um die Kiste, ganz fest und sicher, dass es wirklich hält. Und wenn Sie nun der Ansicht sind, es ist gut so, dann lösen Sie die Befestigung im Boden. Es gibt einen kurzen Ruck und der Ballon zieht langsam die Kiste nach oben. Sie steigt langsam immer höher … und höher. Sie verfolgen den Flug des Ballons, der immer höher steigt und höher, immer höher in den Himmel. Er fängt an kleiner zu werden und kleiner, bald ist er nur noch ein kleiner Punkt am Himmel, er wird kleiner und verschwindet ganz.

Und Sie sind auf der Wiese und fühlen sich erleichtert, freier und genießen es, so erleichtert zu sein.

Und wenn Sie nun gleich in den Alltag zurückkommen, dann können Sie die Kiste weit weg und verschlossen lassen.

Kommen Sie nun mit Ihrer Vorstellung hier in den Raum zurück, Sie können all die Ruhe und Entspannung mit in den Alltag nehmen und immer wenn Sie diese Übung machen, können Sie etwas ablegen und sich ganz allmählich immer wohler fühlen.

(Fantasiereise entnommen aus H. P. Rehfisch; H.-D. Basler; H. Seemann / Psychologische Schmerzbehandlung bei Rheuma; Berlin; Heidelberg; New York; London; Paris; Tokyo; Hong Kong: Springer Verlag, 1989, S. 167 ff.)

Ein Gedanke zu „Im GLEICHGEWICHT bleiben- trotz Betreuung und Pflege Teil 2: Entspannung

  1. Pingback: Im GLEICHGEWICHT bleiben-trotz Betreuung und Pflege | Pflegende Angehörige

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s