Kinderweisheit und Osterglaube

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Es war in einer kleinen Bergschule, in der von sechs bis vierzehn alle Kinder auf den ziemlich grob gezimmerten Bänken saßen, umgeben von einer mehr als dürftigen „technischen Ausstattung“, […] aber mit einer beneidenswerten Aussicht von den Klassenzimmerfenstern über die weit geschwungenen Bergketten in der Vormittagssonne –vor allem aber mit einer familiären Atmosphäre, von der man in den blitzenden Glas- und Betonpalästen der Pädagogik nur träumen kann.

Es war einige Tage vor Ostern. Ich war gerade mit der langen Erzählreise über Abendmahl, Ölberg und Golgatha bis zur Auferstehung zu Ende gekommen. Da hab ich den Seppl die gewichtige Frage gestellt, was ihm denn an der Erzählung von Jesus am besten gefallen habe. Der Achtjährige […] gab strahlend die Antwort : ,,Dass alles so gut ausgeht!“ […]

Reinhold Stecher, aus dem Buch „Ein Singen geht über die Erde“, österliche Bilder und Gedanken – Tyrolia Verlag

 

Lesen Sie hier den ganzen, berührenden Text. Und gehen Sie der Frage auf den Grund, wird wirklich alles gut ausgehen und wieso bedrückt mich der Satz „Das alles gut ausgeht!“ möglicherweise sogar? Und die entscheidende Frage ist, wie kann mich der Auferstandene auf meinem Weg begleiten?

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Einen herzlichen Dank an Hedwig Koller für den heurigen Osterbeitrag.

In diesem Sinne wünscht Ihnen das Team der Servicestelle Pflegende Angehörige frohe Ostern und schöne Stunden mit Ihren Liebsten.

 

Gedanken zum Frühlingsbeginn

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Mit den Menschen ist es

wie mit den Blumen:

Sie brauchen nicht nur Wasser,

sondern auch Sonne.

 Julius Langbehn

 

In diesem Sinne kann der Frühling Einmarsch halten,

in unseren Herzen und hoffentlich auch bald in der Natur.

 

Allen betreuenden und pflegenden Angehörigen wünscht die Servicestelle Pflegende Angehörige einen schönen Frühlingsbeginn am Tag der heutigen Tag-und Nachtgleiche.

Vielen herzlichen Dank an Hedwig Koller, ehrenamtliche Mitarbeiterin für diesen Beitrag!

 

Ein achtsamer Weg zu mir selbst – trotz Betreuung und Pflege: Teil 2 achtsames Denken

Im zweiten Teil unserer Reihe „Ein achtsamer Weg zu mir selbst – trotz Betreuung und Pflege“ steht das achtsame Denken im Mittelpunkt.

dandelion-2997724_1920Täglich kreuzen 40- 60 tausend Gedanken unseren Geist!

Gehirnforscher fanden heraus, dass wir nur
3% aufbauende Gedanken haben
25% destruktive, negative Gedanken
72% unbedeutende Gedanken haben.

Das bedeutet konkret pro Minute
43 unbedeutende Gedanken,
15 negative Gedanken und
2 positive Gedanken.

Achtsames Denken! Leichter gesagt als getan. Aber wir können lernen, die Verantwortung über unsere Gedanken zu übernehmen.

Wir machen die Erfahrung, dass unsere Gedanken von einer Sache zur nächsten springen, manchmal drehen sie sich auch nur um eine Sache –sie drehen sich im Kreis. Es ist als hätten unsere Gedanken ein Eigenleben. Manche lassen uns nicht mehr los, wenn Dinge geschehen, die uns sehr nahe gehen. Wir sind nicht mehr Herr im eigenen Haus! Sollten wir doch meinen, wir bestimmen was wir denken! Wenn es unangenehme Wahrnehmungen, Erinnerungen od. Zukunftsvorstellungen sind die sich ständig wiederholen – zerrt das an den Nerven, es macht uns fertig.

Was können wir tun um aus diesem Gedankenkarussel auszusteigen?

  • Man kann das Gehirn gezielt auf positive Ansätze trainieren.
  • Menschen meiden die bewusst nur von Negativem reden (Erdbeben, Krankheiten…)
  • Bewahren sie sich ihr Kindsein, Lachen und Blödeln, probieren sie mutig Neues aus.
  • Bei wiederkehrenden dunklen Gedanken und Ängsten kann man sich eine “Stopptafel“ vorstellen
  • an etwas Erfreuliches denken wie z.b. ein schöner Ausflug, Reise, positive Bilder herholen, meine Katze streicheln, …

Auch die Selbstliebe ist ein wunderbares Instrument um unsere Gedanken positiv zu beeinflussen.

  • Selbstliebe ist wichtig, denn wer sich selbst mag, geht auch positiv auf andere zu und erhält selbiges zurück.
  • Betrachten sie jeden Tag drei Minuten lang ihr Spiegelbild und lächeln sie (sagt dem Gehirn es geht mir gut).
  • Lächeln vor dem Einschlafen.
  • In die Natur gehen.
  • Gehen sie lächelnd spazieren oder einkaufen und strahlen dabei alle Menschen um sich an.
  • Musik hören – Lieblingsmusik! (Singen od. summen – kann uns in eine andere Stimmung bringen.)

Ein großes Danke an unsere ehrenamtliche Blogschreiberin Annemarie Aichinger für diesen Beitrag und allen neugierigen pflegenden Angehörigen spannende Erfahrungen beim Blödeln und Kindsein, vielleicht ja auch mit ihrem Angehörigen gemeinsam.

 

Erholsame Tage für pflegende Angehörige in Schlierbach- Ein Rückblick

Schlierbach Erholungstage 2018Angesichts des vorausgesagten, nicht allzu guten Wetterberichts ließen sich die Teilnehmer/Innen zu Beginn von der Weisheit des Schäfers inspirieren:

Warum der Schäfer jedes Wetter liebt:

Ein Wanderer: „Wie wird das Wetter heute?“
Der Schäfer: „So, wie ich es gerne habe.“
„Woher wisst Ihr, dass das Wetter so sein wird wie Ihr es liebt?“
„Ich habe die Erfahrung gemacht, mein Freund, dass ich nicht immer das bekommen kann, was ich gerne möchte. Also habe ich gelernt, immer das zu mögen, was ich bekomme. Deshalb bin ich ganz sicher: das Wetter wird heute so sein wie ich es mag.“ Was immer geschieht, an uns liegt es, Glück oder Unglück darin zu sehen.
(Anthony de Mello)

Das Wetter wurde aber dann ganz gut und so genossen wir die Zeit in der Natur und die herrliche Landschaft. Wandern, Bummeln, Saunieren, kulinarisch sich verwöhnen lassen und Plaudern ermöglichten einen erholsamen Abstand zur Situation daheim. Auch Austauschrunden und intensive Gespräche halfen, einmal einen anderen Blick auf die Pflegealltagssituation zu bekommen, dort manches anders zu sehen und zu bewerten oder manches loszulassen.

(Für die Verfassung des Textes und die Leitung der Erholungstage danken wir  Martin Eilmannsberger, psychosozialer Berater für pflegende Angehörige in Linz und Grieskirchen)


Die kommenden Erholungstage finden von 14.05.-18.05.2018 in Vöcklabruck statt. Pflegende und Pflegebedürftige können in Vöcklabruck gemeinsam Urlaub machen. Nähere Infos unter: www.pflegende-angehoerige.or.at

 

Das langsame Vergessen: Erfahrungen Angehöriger von Menschen mit Demenz

In unserer Reihe „Das langsame Vergessen“ erzählten betreuende und pflegende Angehörige von ihren Erfahrungen mit an Demenz erkrankten Angehörigen.

Zum Abschluss der Serie hat unsere ehrenamtliche Blogschreiberin Annemarie Aichinger Tipps im Umgang mit dementen Menschen zusammengetragen. Diese praktischen Anregungen können Ihnen den Alltag mit ihrem Angehörigen erleichtern.

Fußspuren im Sand

Jeder Mensch ist einzigartig und wertvoll, gleichgültig wie verwirrt er ist.
Oft können wir das Verhalten unseres Angehörigen nicht erklären und verstehen. Doch für jedes Verhalten gibt es einen Grund, den wir jedoch oft nicht wissen. Wir können versuchen, in den Schuhen des andern zu gehen, und dadurch ein Gefühl des Angenommenseins zu erzeugen. Alte verwirrte Menschen fühlen sich angenommen, wenn wir sie verstehen. Wenn wir dort hingehen wo sie gerade sind.

Doch wie komme ich dort hin?

  • einfache Sätze verwenden
  • den gehörten Satz wiederholen und umformulieren
      • Ich bin bestohlen worden. – Die Kette ist verschwunden.
  • auf das Gesagte eingehen
      • Das war eine besonders schöne Kette, von wem haben Sie die bekommen?
      • Ich möchte nach Hause! – Wer ist denn zu Hause? Wer wartet? Wie war ihre Mutter?
  • gemeinsam Lösungen suchen
      • Was können wir da tun?
  • Gefühle bestätigen
      • Kann mir vorstellen, dass sie sich darüber ärgern.
  • Fragen so stellen, dass sie die Antwort pflücken können
      • Waren sie kurz od. lange im KH?
  • frühe Erinnerungen ansprechen
      • Wie war das früher? War das immer so? Was haben sie da gemacht?
      •  Familiengeschichte
  • immer wieder ihren Selbstwert hervorheben – ist lebensnotwendig
    Jeder Mensch hat etwas Gutes, etwas worauf er stolz sein kann.
  • miteinander beten, singen, vorsingen, Gedichte von früher vorlesen
  • einfach nur da sein – die Hand halten – streicheln.
    In einem späteren Stadium kann Berührung sehr wichtig sein.
  • verwenden sie Fragen nach- wer, wen, was, wo, woher, wohin, wie oft, wann, seit wann, bis wann, wie sehr, mit wem, für wen?
  • aber nie nach, warum- weshalb – wieso?

Demente Menschen haben die Fähigkeit zur Einsicht oft nicht mehr, wie Kleinkinder. Sie sagen intuitiv die Wahrheit, wobei sehr vieles über die Gefühlsebene läuft und dabei treffen sie auch immer wieder ins Schwarze. Da das meiste über das Fühlen läuft, merken sie sehr schnell, wenn es jemand nicht ehrlich mit ihnen meint, was sehr verletzend sein kann.

Wir sehnen uns nicht nach bestimmten (Orten) Plätzen zurück sondern nach Gefühlen die sie in uns auslösen. (Sigmund Graff)

Fußabdruck bunt

Danke an Annemarie Aichinger für die vielen Tipps und Anregungen um das Zusammenleben zu erleichtern und zu bereichern.