Brief an meine verstorbene Schwester

spring-276014_1920Allerliebste Schwester!

Nun hast du es geschafft und hast all die Mühe und das Leid hinter dir gelassen. Diese heimtückische Krankheit die dich immer hilfloser und zuletzt auch sprachlos gemacht hat, war sehr schlimm, und hat auch uns, die wir um dich bemüht waren, sehr zugesetzt.

Ich bin sehr dankbar, dass ich für dich da sein durfte, miteinander haben wir einiges durch gestanden. So wie du die Krankheit angenommen hast, war für mich bewundernswert.

Wir konnten über alles reden, als es noch möglich war, über dein gutes Leben, das du zu schätzen wusstest, und auch über das Ende, wie es sein könnte.

Die Krankheit hat uns sehr zusammen geschweißt, und als dein Zustand immer schlechter wurde, bekamen wir einen Platz auf der Palliativstation bei den Schwestern. Die Angst die du hattest vorm Ersticken war dann weg.

Du wolltest nicht alleine sterben, und so wie du es dir gewünscht hast, waren wir bei dir, und haben dich auf dem letzten Weg begleitet.

Vielleicht ist es dir leichter gefallen zu gehen —
weil wir bei dir waren,
aber auch weil du darauf vertraut hast,
dass du auf der anderen Seite schon erwartet wirst,
von Menschen die vorausgegangen sind, und die dich sehr lieben
und von einem liebenden Gott.

Vielleicht feiert ihr schon ein Fest – so wie es Martin Gutl schreibt.

Liebe Erika ich freue mich, dass du erlöst bist.
Und ich bin sehr, sehr traurig, weil ich dich jetzt schon sehr vermisse.

In inniger Verbundenheit

deine Schwester Annemarie

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Vielen Dank an unsere ehrenamtlich Blogschreiberin, dass wir diese berührenden Zeilen mit Ihnen teilen dürfen.