Gedanken zum Muttertag

Das folgende Gedicht schrieb mir meine Mutter vor ca 55 Jahren ins Stammbuch:

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Ob reiches Glück dir zugemessen,

  ob kummervoll dein Schicksal ist.

 Die Mutter darfst du nicht vergessen,

 damit du dich nicht selbst vergisst.

                         

Treu sollst im Herzen du sie halten,

wie dir es auch im Leben geht.

Sie lernte dir die Hände falte

Und sprach dir vor dein erst Gebet.

Damals fand ich diese Zeilen nicht sehr erbauend, nicht cool würde der heutige Jugendliche sagen. Aber mit zunehmendem Alter und eigener Mutterschaft bekamen diese Zeilen immer mehr Bedeutung für mich.

Von Liebe wurde in meinen Kinderjahren nicht gesprochen. Die Mutter war einfach für uns da. Sie hat uns acht Kinder zur Welt gebracht, gut versorgt, zu durchwegs tollen Menschen erzogen und sie war ein großes Vorbild, besonders für uns Mädchen. In Liebe und Dankbarkeit denk ich sehr oft an meine Mutter. Sie ist 2006 verstorben, aber nicht aus dem Herzen verbannt. Respekt und Anerkennung für ihr TUN. Gott sei Dank hab ich Ihr das auch zu Lebzeiten oftmals sagen können.

Danke an alle Mütter für Ihr TUN .

Von Herzen einen schönen Muttertag.

 

Es ist Mai und für Katholiken steht dieser Monat besonders im Zeichen Marias.

Nicht an Maria, sondern mit Maria glauben, ist der Kern der Marienfrömmigkeit.

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Es gibt immer etwas worüber wir uns Sorgen machen, auch bei Maria war es nicht anders.
Die Bibel spricht davon. Zwei ganz unterschiedliche Sorgen verdeutlichen was Maria wichtig ist.
Da ist die Hochzeit zu Kana, Maria sorgt sich um den Wein.
Der Wein, das Symbol der Lebenslust und Lebensfreude könnte nicht reichen.
Das ist eine Sorge der Gottesmutter, eine lebensoffene, göttliche Sorge.
Die zweite Sorge, die ohnmächtige Sorge am Kreuzweg.
Der geliebteste Mensch ist in Gefahr. Sie trachten ihn nach dem Leben. Er stirbt.

Der Blick Marias, ihre doppelte Sorge eröffnet uns einen Weg, eine Lebensweise die auch für uns gut wäre.
Vor dem Leid nicht die Augen zu verschließen und zugleich den Sinn für die Lebensfreude zu bewahren.
Das hilft dem Leben besser zu begegnen.
Die Sorge um das Leid allein macht bitter, bei der Lebenslust stehen zu bleiben, egoistisch.
Beides zu verbinden lehrt uns Maria, Freude und Leid!

Frohe Ostern wünscht Ihnen das Team der Servicestelle Pflegende Angehörige

ireland-1971997_1920Psalm 126 (nach Martin Gutl)

Wenn Gott uns heimführt aus den Tagen der Wanderschaft,
uns heimbringt aus der Dämmerung in sein beglückendes Licht,
das wird ein Fest sein!
Da wird unser Staunen von neuem beginnen.
Wir werden Lieder singen, Lieder, die Welt und Geschichte umfassen.
Wir werden singen, tanzen und fröhlich sein: denn Er führt uns heim:
aus dem Hasten in den Frieden, aus der Armut in die Fülle.

Wenn Gott uns heimbringt aus den engen Räumen, das wird ein Fest sein!
Und die Zweifler werden bekennen: Wahrhaftig, ihr Gott tut Wunder!
Er macht die Nacht zum hellen Tag; Er lässt die Wüste blühen!

Wenn Gott uns heimbringt aus den schlaflosen Nächten, aus dem fruchtlosen Reden, aus den verlorenen Stunden, aus der Jagd nach dem Geld,
aus der Angst vor dem Tod, aus Kampf und aus Gier,
wenn Gott uns heimbringt, das wird ein Fest sein!
Dann wird er lösen die Finger der Faust,
die Fesseln, mit denen wir uns die Freiheit beraubten.
Den Raum unseres Lebens wird er weiten in alle Höhen und Tiefen,
in alle Längen und Breiten seines unermesslichen Hauses.
Keine Grenze zieht Er uns mehr.
Wer liebt, wird ewig lieben!

Wenn Gott uns heimbringt, das wird ein Fest sein.
Wir werden einander umarmen und zärtlich sein.
Es werden lachen nach langen Jahren der Armut, die Hunger gelitten.
Es werden singen nach langen, unfreien Nächten die von Mächten Gequälten.
Es werden tanzen die Gerechten, die auf Erden kämpften und litten für eine bessere Welt!

Wenn Gott uns heimführt, das wird ein Fest sein!
Den Verirrten werden die Binden von den Augen genommen.
Sie werden sehen.
Die Suchenden finden endlich ein Du.
Niemand quält sich mehr mit der Frage „Warum“.
Es werden verstummen, die Gott Vorwürfe machten.
Wir werden schauen, ohne je an ein Ende zu kommen.
Wenn Gott uns heimführt, das wird ein Fest sein!

Der Mensch sät in Betrübnis, er leidet und reift!
Es bleibt sein Ende ein Anfang!
Wer sät in Betrübnis, wird ernten in Freude.
Denn Gott, unser Gott, ist ein Gott der ewigen Schöpfung.
Ein Gott, der mit uns die neue Erde, den neuen Himmel gestaltet.
Er lässt uns kommen und gehen, lässt uns sterben und auferstehen.
Der Sand unserer irdischen Mühsal wird leuchten.
Die Steine, die wir zusammentrugen zum Bau unserer Welt, sie werden wie Kristalle glänzen. Wir werden uns freuen wie Schnitter beim Ernten.
Wenn Gott uns heimbringt aus den Tagen der Wanderschaft,
das wird ein Fest sein
Ein Fest ohne Ende

Brief an meine verstorbene Schwester

spring-276014_1920Allerliebste Schwester!

Nun hast du es geschafft und hast all die Mühe und das Leid hinter dir gelassen. Diese heimtückische Krankheit die dich immer hilfloser und zuletzt auch sprachlos gemacht hat, war sehr schlimm, und hat auch uns, die wir um dich bemüht waren, sehr zugesetzt.

Ich bin sehr dankbar, dass ich für dich da sein durfte, miteinander haben wir einiges durch gestanden. So wie du die Krankheit angenommen hast, war für mich bewundernswert.

Wir konnten über alles reden, als es noch möglich war, über dein gutes Leben, das du zu schätzen wusstest, und auch über das Ende, wie es sein könnte.

Die Krankheit hat uns sehr zusammen geschweißt, und als dein Zustand immer schlechter wurde, bekamen wir einen Platz auf der Palliativstation bei den Schwestern. Die Angst die du hattest vorm Ersticken war dann weg.

Du wolltest nicht alleine sterben, und so wie du es dir gewünscht hast, waren wir bei dir, und haben dich auf dem letzten Weg begleitet.

Vielleicht ist es dir leichter gefallen zu gehen —
weil wir bei dir waren,
aber auch weil du darauf vertraut hast,
dass du auf der anderen Seite schon erwartet wirst,
von Menschen die vorausgegangen sind, und die dich sehr lieben
und von einem liebenden Gott.

Vielleicht feiert ihr schon ein Fest – so wie es Martin Gutl schreibt.

Liebe Erika ich freue mich, dass du erlöst bist.
Und ich bin sehr, sehr traurig, weil ich dich jetzt schon sehr vermisse.

In inniger Verbundenheit

deine Schwester Annemarie

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Vielen Dank an unsere ehrenamtlich Blogschreiberin, dass wir diese berührenden Zeilen mit Ihnen teilen dürfen.

 

Herzöffnung – hinschauen, zuhören, still sein

MACH(T) AUF DIE TÜR, DIE TÜR MACH(T) WEIT…. 

(ER)LEBE DEINE SINNE, ÖFFNE DEIN HERZ – HERZÖFFNUNG ist angesagt! 

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Suchen wir nicht alle nach Sinn- und Glückserfahrung im Leben?
Die Bedürftigkeit nach Halt & Geborgenheit ist ein treuer Begleiter auf diesem Weg.
Nicht zu unterschätzen ist die damit einhergehende (schleichende) Gefahr der Vereinsamung; wenn diese Suche vorwiegend im AUSSEN, auf oberflächlichem= vergänglichem Tun & Handeln basiert.

Man sieht nur mit dem Herzen gut… diese Worte von Antoine de Saint Exupèry haben auch in unserer „Hochleistungswelt“ – vielleicht mehr denn  je – ihren Wahrheitsgehalt nicht verloren.

HERZÖFFNUNG – mit offenen Herzen, die Sinne geschärft,
durchs Leben gehen, will heißen:

hinschauen – nicht wegschauen, die Augen verschließen
zuhören – nicht an/erhören oder gar (ver)urteilen
zureden – nicht zerreden oder besserwisserisch seine (ungefragte) Meinung kundtun
still sein, ruhig sein; auch einmal gemeinsam schweigen…
die STIMME DES HERZENS wieder wahrnehmen, spüren, be-achten.

Dem Sinn des Lebens auf die Spur kommen, immer wieder NEU entdecken – um abermals und immer wieder sagen zu können: DAS LEBEN IST SCHÖN.

DAS wünsche ich Ihnen ALLEN von ganzem Herzen, aus tiefstem Seelengrund!

Ihre RosA

 

Frühlingerwachen

Frühling

Nun ist er endlich kommen doch
In grünem Knospenschuh;
»Er kam, er kam ja immer noch«,
Die Bäume nicken sich’s zu.

Sie konnten ihn all erwarten kaum,
Nun treiben sie Schuss auf Schuss;
Im Garten der alte Apfelbaum,
Er sträubt sich, aber er muss.

Wohl zögert auch das alte Herz
Und atmet noch nicht frei,
Es bangt und sorgt: »Es ist erst März,
Und März ist noch nicht Mai.«

O schüttle ab den schweren Traum
Und die lange Winterruh‘:
Es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag’s auch du.

Theodor Fontane

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Die Servicestelle Pflegende Angehörige wünscht Ihnen einen wunderschönen Frühlingsbeginn, Freude an den Geschenken der Natur
und Sonnenschein im Herzen!

Gibt es ein Christkind?

Die 8jährige Virginia aus New York schrieb der Tageszeitung „Sun“ diesen Brief:

„Ich bin acht Jahre. Einige von meinen Freunden sagen, es gibt kein Christkind.
Papa sagt, was in der “Sun“ steht, ist wahr. Bitte sagen Sie mir: Gibt es ein Christkind?“

decorating-christmas-tree-2999722_1920Chefredakteur Francis Church antwortete auf der Titelseite seines Blattes:

„ Virgina“, deine kleinen Freunde haben nicht recht. Sie glauben nur, was sie sehen. Sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschen Geist ist klein; ob er nun einem Erwachsenen oder einem Kind gehört. Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt. Solcher Ameisenverstand reicht nicht aus, die ganze Wahrheit zu erfassen und zu begreifen.

Ja, Virgina, es gibt ein Christkind. Es gibt es so gewiss, wie die Liebe und Großherzigkeit und Treue. Weil es all das gibt, kann unser Leben schön und heiter sein. Wie dunkel wäre die Welt, wenn es kein Christkind gäbe! Es gäbe dann auch keine Virgina, keinen Glauben, keine Poesie- gar nichts, was das Leben erst erträglich macht. Ein Flackerrest an sichtbarem Schönen bliebe übrig. Aber das Licht der Kindheit, das die Welt ausstrahlt, müsste verlöschen.

Es gibt ein Christkind. Sonst könntest du auch den Märchen nicht glauben. Gewiss, Du könntest Deinen Papa bitten, er solle am Heiligen Abend Leute ausschicken, das Christkind zu fangen. Und keiner von ihnen bekäme es zu Gesicht – was würde das beweisen? Kein Mensch sieht es einfach so. Das beweist gar nichts. Die wichtigsten Dinge bleiben meistens unsichtbar. Die Elfen, zum Beispiel, wenn sie auf Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie. All die Wunder zu denken – geschweige denn, sie zu suchen – das vermag nicht der Klügste auf der Welt.

Was du auch siehst: Du siehst nie alles. Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönen Farbfiguren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter.

Warum? Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt, einen Schleier, den nicht einmal alle Gewalt auf der Welt zerreißen kann. Nur Glaube, Poesie und Liebe können ihn lüften. Dann werden die Schönheit und Herrlichkeit dahinter auf einmal zu erkennen sein.

„Ist das denn auch wahr“, kannst Du fragen: Virgina, nichts auf der ganzen Welt ist wahrer und nichts beständiger. Das Christkind lebt, und ewig wird es leben. Sogar in zehnmal zehntausend Jahren wird es da sein, um Kinder wie Dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen.

Frohe Weihnacht, Virgina.

Dein Francis  P. Church.“

Der Briefwechsel zwischen Virgina und Francis P. Church stammt aus dem Jahr 1897. Er wurde bis zur Einstellung der „Sun“ 1950 alle Jahre zu Weihnachten auf der Titelseite der Zeitung abgedruckt.

Frohe und besinnliche Weihnachten wünscht Ihnen das Team der Servicestelle Pflegende Angehörige.