Pflegende Angehörige brauchen Unterstützung!

Fotokollage Homeoffice_Caritas

Foto: Caritas – Servicestelle Pflegende Angehörige

Im Homeoffice zu arbeiten und die ruhige Zeit für sich nutzen – das versuchen nun viele Menschen in der aktuellen Situation. Während viele die gewonnenen Zeitfenster für längst aufgeschobene Arbeiten oder zur Entschleunigung nutzen, sieht die Situation für betreuende und pflegende Angehörige völlig anders aus. Denn Homeoffice in der Pflege funktioniert leider nicht und viele betreuende und pflegende Angehörige sind geforderter denn je. Was sich nun in vollster Deutlichkeit zeigt: Pflegende Angehörige sind Systemerhalter Nummer 1 und sie verdienen jene fehlende Wertschätzung und Unterstützung, die seit Jahren gefordert wird, mehr denn je.

Der Verzicht auf soziale Kontakte ist für viele pflegende Angehörige Usus

Die derzeit geltenden Regeln zur Einschränkung des sozialen Lebens bedeuten für viele und vor allem jahrelang pflegende Angehörige keine große Umstellung, denn sie sind es gewohnt, eigene Bedürfnisse einzuschränken und soziale Kontakte auf ein Minimum zurückfahren zu müssen. Nun trifft es aber auch Angehörige, die bislang noch wenig in die Betreuung und Pflege eingebunden waren oder in einer anderen Form und Intensität, da der mobile Dienst oder die 24-Stunden-Betreuerin hier unterstützt haben. Was aber nun in vielen Familien passiert ist, dass diese Unterstützungsangebote wegfallen und die Verantwortung wieder bei den Familien liegt. Dass das zu Überforderung, Stress und massiven Ängsten führen kann, ist mehr als verständlich.

Pflege passiert nun vielerorts in Eigenregie

Die geltenden Ausgangsbeschränkungen und die Angst vor einer Infektion haben auch zur Folge, dass das Unterstützernetz auch innerhalb der Familien dünner wird. Hat vor der Krise vielleicht noch der Nachbar mitgeholfen, oder hat die Schwester in der Betreuung unterstützt und Fahrten zum Arzt oder Frisör übernommen, fallen auch diese Hilfsdienste weg. Man versucht das Infektionsrisiko so gering als möglich zu halten und das hat einen großen Preis: die Betreuung und Pflege lastet oft zur Gänze auf einer Person.

Die Angst vor einer Ansteckung ist groß

Viele Angehörige sind auch verunsichert, da sich die Empfehlungen der Bundesregierung – man solle den Kontakt mit Risikopatienten weitestgehend vermeiden – mit der aktuellen Realität widerspricht. Denn gerade jetzt, wo externe Unterstützungsangebote wegfallen oder reduziert werden, muss das gesamte soziale Netz für die Betreuung und Pflege aktiviert werden. Die große Angst, man könne als Angehörige/r potentieller TrägerIn sein und Angehörige gefährden, ist aber da. Man ist hin und hergerissen wie man sich nun richtig verhalten soll. Doch eine 100%ige Sicherheit dazu gibt es nicht. Sich an allgemeine Hygienemaßnahmen zu halten ist hier oft die einzige Möglichkeit.

Was ist, wenn ich es nicht (mehr) schaffe?

Manche Angehörige fragen sich vielleicht, wie lange sie die Pflege ohne professionelle Hilfe noch aufrechterhalten können oder überhaupt leisten können. Andere wiederum machen sich Sorgen darüber, wer die Betreuung und Pflege zu Hause übernimmt, sollten sie selber erkranken. Viele haben Angst, etwas falsch zu machen. Auch nehmen Konflikte zu, da nicht nur Angehörigen, sondern auch pflegebedürftigen Menschen die Decke auf den Kopf zu fallen droht.

Wichtig ist es, hier mit seinen Sorgen und Ängsten nicht alleine zu bleiben und in den Austausch zu gehen. Sprechen Sie mit uns!

In einem kostenlosen telefonischen Gespräch können Sie uns Ihre Ängste und Sorgen mitteilen. Wir können zwar die Situation nicht ändern, aber ein Gespräch und jemanden zu haben der zuhört, kann die Situation entschärfen – das zeigt unsere jahrelange Erfahrung.

Die kostenlose Online-Beratung der Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige bietet die Möglichkeit, sich Stress und Sorgen von der Seele zu schreiben.

Die Caritas-MitarbeiterInnen sind in ganz Oberösterreich für Sie da!

Am Standort Freistadt: Nadine Tscholl-Jagersberger: Mo-Do 8-12 Uhr, Tel.: 0676 / 8776 2438

An den Standorten Grieskirchen und Linz: Martin Eilmannsberger: Mo-Fr 8-12 Uhr, Tel.: 0676 / 8776 2441

An den Standorten Ried und Braunau: Christine Wally-Biebl: Mo-Fr 9-12 Uhr, Tel.: 0676 / 8776 2439

Am Standort Rohrbach: Ute Maria Winkler: Mo-Fr 8-12 Uhr, Tel.: 0676 / 8776 2443

Am Standort Steyr: Sabine Eiblwimmer: Mo: 8-13:30 Uhr, Di-Do: 8-13 Uhr, Tel.: 0676 / 8776 2442

An den Standorten Vöcklabruck und Linz: Helene Kreiner-Hofinger: Mo-Fr 8-12 Uhr, Tel.: 0676 / 8776 2448

verfasst von Stefanie Weigerstorfer BA, Leitung der Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige

Was geht noch, in Zeiten wie diesen? Unser Appell an betreuende und pflegende Angehörige: Bleiben Sie mit Ihrer Situation nicht alleine!

Foto Helene Home Office

Foto: Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige

„Es hilft alles nichts, da muss ich jetzt durch!“

Tapfere Worte einer pflegenden Angehörigen. Denen ich leider zustimmen muss, obwohl ich um die Belastungen meiner Klientin weiß und es mir sonst immer ein Anliegen ist nach Entlastungsangeboten zu suchen, an einer Veränderung der überfordernden Situation zu arbeiten oder zu ermutigen auch auf sich selber zu achten und gut für sich zu sorgen.

Covid 19 packt hier noch eine Portion Belastung drauf und alle Ziele, wie Schritte in Richtung Erleichterung und Selbstsorge nach Jahren aufopfernder Pflege, sind vorerst und auf unbestimmte Zeit verschoben. Das ist nicht nur für Frau M. entmutigend, nein auch ich nehme ein bedrückendes Gefühl wahr, angesichts der Ohnmacht und gleichzeitigem heraus-gefordert sein meiner Klientin.

„Und was kann ich jetzt für sie tun?“

Im Laufe des Telefonates, das aufgrund der Vorsichtsmaßnahmen die einzige Möglichkeit ist Kontakt zu halten, schildert mir Frau M. wie sie im Kleinen versucht für sich zu sein und etwas Abstand zu bekommen z.B. indem sie eine Tasse Kaffee auf der Terrasse trinkt und diese 10 Minuten genießt und ganz bewusst als Zeit für sich wahrnimmt. Sie schildert was sie im Moment am meisten belastet, spricht auch von Sorgen und Ängsten und ich höre zu, verstehe sie und zeige Mitgefühl. Das löst keine Probleme und bringt auch keine durchgehende Nachtruhe. Aber das Gefühl in Krisen nicht alleine zu sein hilft einerseits sie besser zu bewältigen und sie auch weniger belastend zu erleben. Frau M. und ich haben daher vereinbart, dass wir einmal in der Woche telefonieren, denn da sein geht auch am Telefon.

„Wie geht es Ihnen, mit dieser momentanen Situation?“

Vielleicht stoßen Sie durch die unerwartet heftigen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Ihrer Pflegesituation zunehmend an die Grenzen Ihrer Belastbarkeit. Oder die Einschränkung von sozialen Kontakte und einiger professioneller Hilfsangebote (z. Bsp.: Schließung von Tageszentren) lassen Sie mitunter verzweifeln. Unter Umständen sind Sie verunsichert und besorgt, weil nicht klar ist wann wir wieder zur Normalität übergehen können?

Wir können keine Wunder wirken und wissen auch nicht wann dieser Spuk ein Ende hat. Aber wir nehmen uns gerne Zeit für Sie und Ihre ganz persönliche Geschichte in diesen ungewöhnlichen Zeiten.

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns ein Mail – das geht und wir sind gerne für Sie da!

https://www.caritas-linz.at/hilfe-angebote/service-fuer-pflegende-angehoerige/beratungsangebote/

Verfasst von Helene Kreiner-Hofinger, Mitarbeiterin der Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige und zuständig für die Bezirke Linz, Linz-Land, Vöcklabruck und Gmunden

Von der Sachwalterschaft zum neuen Erwachsenenschutzgesetzt

law-4292803_1920Vor knapp einem Jahr trat das 2. Erwachsenenschutzgesetz in Österreich in Kraft (1.7.2018). Dieses stellt betroffenen Menschen in den Mittelpunkt, um Autonomie, Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit möglichst lange und umfassend zu erhalten.

Als pflegende/r Angehörige/r können Sie von dem neuen Gesetzt betroffen sein, wenn ihr Angehöriger, den sie betreuen, z.b. demenziell erkrankt ist und immer mehr Hilfe bei z.b medizinischen oder finanziellen Belangen benötigt oder z.b. die Pflege zu Hause nicht mehr möglich ist und ihr Angehöriger in kein Pflegeheim möchte.

Bei einer Demenzerkrankung ist es anzuraten, wenn möglich, rasch einen Vertreter zu bestimmen, da der Betroffene noch selbst mitentscheiden kann, von wem und wie er gerne vertreten werden möchte. Dies kann Klarheit und Sicherheit für beide Seiten bringen.

Auch ohne Vorerkrankungen ist es für uns alle sinnvoll und empfohlen eine Vorsorgevollmacht zu erstellen und einen Vertreter zu bestimmen. Falls der Fall eintritt und ich nicht mehr selbst handeln kann, habe ich im vorhinein festgelegt, wem ich vertraue und wer mich vertreten soll. Es ist auch möglich für unterschiedliche Bereiche (Gesundheit, Finanzen,…) verschiedene Personen auszuwählen.

Das Gesetzt ist auf folgenden 4 Säulen aufgebaut:

  • 1. Vorsorgevollmacht (bereits bestehende Alternative)
  • 2.  gewählte Erwachsenenvertretung (neu)
  • 3. gesetzliche Erwachsenenvertretung (ausgebaut)
  • 4. gerichtliche Erwachsenenvertretung (bisherige Sachwalterschaft)

Beim Vertretungsnetzwerk (gibt es in ganz Österreich) können Sie sich ganz konkret für ihren Fall beraten lassen. Rufen Sie an und fragen Sie nach: 01/330 46 00.

Hier finden Sie alle Infos zum Vertretungsnetzwerk und eine umfassende Broschüre zum neuen Gesetzt. Es gibt auch eine leicht verständliche „leichter-lesen Version“:

 

 

 

 

Rechtliche Änderungen für pflegende Angehörige

questions-1014060_1920Wenn eine Pflegesituation eintritt oder man mittendrin ist,  steht man oft vor einem Haufen mit vielen Fragen. Hier finden Sie die neuesten bundesweit rechtlichen Änderungen für pflegende Angehörige.

Folgende Neuerungen finden Sie unter Wissenswertes:

  • Erhöhung Fördersumme für Pflegehilfsmittel und Wohnraumadaptierung
  • und die neue Novelle des Patientenverfügungsgesetzes

https://www.caritas-linz.at/hilfe-angebote/service-fuer-pflegende-angehoerige/wissenswertes-und-tipps/

Pflegegeld-Antrag – Wie gehe ich Schritt für Schritt vor?

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Sie stehen vor einem Berg mit vielen Fragezeichen? Wenn eine Pflegesituation eintritt, sind Sie plötzlich mit vielen Fragen konfrontiert. Ein wichtiger  Teil davon ist das Pflegegeld als finanzielle Unterstützung:

  • Wer kann eigentlich einen Pflegegeldantrag stellen und 
  • wo stelle ich einen Antrag?
  • Was mache ich, wenn ich mit der Einstufung nicht zufrieden bin?

Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie hier:

https://www.pflegeinfo-ooe.at/news/pflegegeld-beantragen-wie-geht-das

 

Sie suchen Informationen zum Thema Pflege und Betreuung? Und das möglichst auf einen Blick?

pflegeinfo

Die Informationsplattform www.pflegeinfo-ooe.at bietet pflegebedürftigen älteren Menschen sowie ihren Angehörigen ein rasches und einfaches Auffinden der für sie relevanten Informationen und Angebote.

Informieren Sie sich zu Unterstützungsleistungen, Angeboten und finanziellen Fördermöglichkeiten.

Veranstaltungen für pflegende Angehörige im Februar/ März 2018

Wissen, Information und Austausch kann im Umgang mit schwierigen und herausfordernden Situationen im Pflege- und Betreuungsalltag helfen. Deswegen bietet die Servicestelle für Pflegende Angehörige im Februar/ März 2018 Veranstaltungen in ganz Oberösterreich zu verschiedenen Themen an. Vielleicht ist etwas für Sie dabei?

P.A.U.L.A.-Kursreihe zum Thema Demenz
17.02.2018 und 31.3.2018, Rohrbach
Für Angehörige von Menschen mit Demenz.
Erfahrene und ausgebildete Demenz-Fachkräfte

  • vermitteln Hintergrundinformation zu Demenz
  • zeigen Kommunikationsmöglichkeiten mit an Demenz erkrankten Personen auf
  • geben Anregungen für die jeweilige konkrete Situation

Zeit zwischen den Kurstreffen bietet die Möglichkeit, Gelerntes und Erfahrenes zu erproben.

–> nähere Informationen zur Veranstaltung

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Rechtliche Hilfestellung für pflegende Angehörige
26. Februar 2018 19:15 Uhr, Altenheim Hartkirchen
Eine Veranstaltung für pflegende Angehörige und Interessierte.

Spätestens bei Eintritt von Pflegesituationen werden wir unweigerlich mit vielen Fragen konfrontiert. An diesem Abend informiert Juristin Mag.a Angela Senzenberger über Möglichkeiten für Vertretungsbefugnis, Vorsorgevollmacht, Sachwalterschaft, Testament, Pflegekarenz, Pflegeteilzeit sowie Familienhospizkarenz.

–> nähere Informationen zur Veranstaltung

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P.A.U.L.A.-Kursreihe zum Thema Demenz
28.2.2018 und 14.3.2018, Steyr
Für Angehörige von Menschen mit Demenz.
Erfahrene und ausgebildete Demenz-Fachkräfte

• vermitteln Hintergrundinformation zu Demenz
• zeigen Kommunikationsmöglichkeiten mit an Demenz erkrankten Personen auf
• geben Anregungen für die jeweilige konkrete Situation

Zeit zwischen den Kurstreffen bietet die Möglichkeit, Gelerntes und Erfahrenes zu erproben.

–> nähere Informationen zur Veranstaltung

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P.A.U.L.A.-Kursreihe zum Thema Demenz
1.3, 7.3 und 21.3 2018, Linz
Für Angehörige von Menschen mit Demenz.
Erfahrene und ausgebildete Demenz-Fachkräfte

  • vermitteln Hintergrundinformation zu Demenz
  • zeigen Kommunikationsmöglichkeiten mit an Demenz erkrankten Personen auf
  • geben Anregungen für die jeweilige konkrete Situation

Zeit zwischen den Kurstreffen bietet die Möglichkeit, Gelerntes und Erfahrenes zu erproben.

–> nähere Informationen zur Veranstaltung

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Rechtliche Hilfestellung für pflegende Angehörige
15.3. 2018 2018, 14.00, Schwanenstadt
Eine Veranstaltung für pflegende Angehörige und Interessierte.

An diesem Nachmittag informiert Juristin Mag.a Angela Senzenberger

  • zu rechtlichen Fragen, die sich stellen, wenn man selbst oder ein/e Angehörige/r pflegebedürftig wird (z.B. Vorsorgevollmacht, Testament, Sachwalterschaft).
  • über Kosten bei einer Heimunterbringung –Pflegeregress.
  • über Förderungsmöglichkeiten und das Angebot der 24-Stunden-Betreuung.

–> nähere Informationen zur Veranstaltung

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Weitere Informationen zu Vorträgen, Seminaren und Treffpunkten finden Sie hier:

                                                   Veranstaltungen 2018

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Die MitarbeiterInnen der Servicestelle Pflegende Angehörige freuen sich auf Sie!