TIPP! Kostenfreier Vortrag zum Thema Demenz in Enns

 

Vortrag: „Vergesslich, dement?- Wie verhält man sich richtig?“

Ein Vortrag für betreuende und pflegende Angehörige und Interessierte

„Im Betreuungs- und Pflegealltag von Angehörigen von Menschen mit Demenz stellen sich oftmals viele Fragen“, erklärt Waltraud Pommer, Demenz- und Validationsexpertin, „Fragen, wie:

– Kann ich in Beziehung bleiben- auch wenn der Gepflegte mich kränkt?

– Was passiert in seiner Welt und wie kann ich es verstehen?

– Kann ich Gefühle wie Angst und Trauer lindern, was steckt dahinter und wie gehe ich damit um?“

Das Prinzip der Validation, einer Gesprächsmethode nach Naomi Feil, kann hilfreich sein das Verhalten alter, desorientierter Menschen zu verstehen, den Umgang mit ihnen konfliktfreier zu gestalten und zeigt Möglichkeiten des einfühlsamen Gesprächs auf.

Aus diesem Grund veranstaltet die Caritas gemeinsam mit der Pfarre Enns-St. Laurenz einen kostenfreien Vortrag zum Thema „Umgang mit Demenz“. Pommer wird Grundlagen und Techniken der Validation vorstellen, um die Wertschätzung zwischen Pflegenden und Gepflegten aufrecht zu erhalten und Stress und Belastungen zu reduzieren.

Vortrag „Vergesslich, dement?- Wie verhält man sich richtig?“Sonnenblume_DRUCK

Wann: Mittwoch, 08.November 2017, 18:00 Uhr                           

Wo:     Pfarramt Enns St. Laurenz, Lauriacumstraße 4, 4470 Enns

Eintritt frei, freiwillige Spenden sind erbeten            

Information: Caritas-Servicestelle Pflegende Angehörige, Lena Geretschläger,

Tel.: 0676 / 87 76 24 47, http://www.pflegende-angehoerige.or.at          

 

Mehr Infos auch auf unserem Folder:

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Wir freuen uns über Ihr Kommen!

 

 

 

 

Filmtipp zum Thema Demenz: „Wenn der Verstand geht und Gefühle bleiben“

FILMTIPP der Servicestelle Pflegende Angehörige zum Thema DEMENZ:

Wenn der Verstand geht und Gefühle bleiben: Ein berührendes Filmprojekt des Sozialhilfeverbandes Schärding

Diagnose Demenz – Wie gehe ich damit um? In sehr emotionaler und berührender Weise zeigt dieser Film auf, wie wichtig ein würdevoller und wertschätzender Umgang mit desorientierten alten Menschen ist. Zielsetzung des Filmes ist es, Validation (nach Naomi Feil) im Umgang mit Betroffenen verständlich zu machen. Neben Sequenzen aus dem Alltag im Pflegeheim schildert eine Betroffene ihre Erfahrungen im Umgang mit der Demenz ihres Vaters. Informationen zu ersten Anzeichen und den Verlauf einer Demenzerkrankung, gibt daneben die Validationsexpertin Waltraud Pommer. Ein Verständnis für Demenzerkrankungen ist enorm wichtig, um Konflikte mit erkrankten Personen zu vermeiden und in weiterer Folge den Pflege- und Betreuungsalltag zu erleichtern.

Nehmen Sie sich Zeit für diesen berührenden Film!

Der Film dauert 25 Minuten und ist hier auf YouTube zu sehen:

 

 

Sie sind am Thema DEMENZ interessiert bzw. davon betroffen und möchten sich Unterstützung und Inspiration holen? Dann verfolgen Sie unseren Veranstaltungen in Oberösterreich zu diesem Thema.

Veranstaltungen Herbst 2017

Am 8.11. findet beispielsweise ab 18 Uhr im Pfarrheim in ENNS ein kostenfreier VORTRAG zum Thema DEMENZ statt. Dieser wird von der Validationsexpertin aus dem Film, Waltraud Pommer gehalten!  

–> nähere Informationen

 

Wenn zu Betreuende keine Hilfe zulassen wollen- Erfahrungsberichte und Motiv

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Im Gespräch mit Angehörigen, als auch mit den zu Pflegenden mache ich immer wieder die Erfahrung, dass es sehr schwer fällt Hilfe anzunehmen bzw. zuzulassen.

Die zu Pflegenden sind der Meinung, dass es (noch) nicht notwendig ist:“ Ich mache mir ja das meiste noch selber. Dann habe ich ja die Kinder, ich habe auch so viel für sie getan, die können sich schon kümmern um mich.“

Sie möchten oft die Realität nicht sehen, dass beispielsweise dringend Hilfe notwendig wäre, ob es um das Einnehmen der Medikamente geht, das Einkaufen oder die Wohnung in Ordnung zu halten. Manchmal vereinsamen die Menschen gar, wenn sie die Wohnung nicht mehr verlassen können, aber keine Hilfe annehmen wollen. Erschwert wird die Situation meist dann, wenn jemand dementiell erkrankt ist, weil da die Einsicht in eigene Defizite krankheitsbedingt oft ganz fehlen kann.

Aber auch jene, die vom  Partner gepflegt werden fällt es schwer fremde Hilfe anzunehmen, eine Aussage:“ Du schaffst das schon, ich will nicht, dass wer kommt, ich will niemand Fremden in der Wohnung haben.“

 Partner und Kinder übernehmen die Betreuung und Pflege oftmals ganz allein, sind aber damit überfordert.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Betreuung und Pflege dann gut geht, wenn sie auf möglichst breiten Beinen steht, wenn von mehreren Seiten Hilfe kommt, und zwar möglichst bald- nicht erst dann, wenn es nicht mehr geht!

Einen herzlichen Dank an Annemarie Aichinger, ehrenamtliche Mitarbeiterin für diesen Beitrag!

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Mag. Martin Eilmannsberger, Berater an der Servicestelle für pflegende Angehörige ergänzt um seine Erfahrungen zu diesem Thema, die sich aus seinen Beratungsgesprächen ergeben:

„Die Pflege meiner Mutter ist in den letzten Wochen ziemlich intensiv geworden, mein Vater hat bislang alles ganz gut im Griff gehabt, aber jetzt merke ich, dass er ziemlich überfordert ist. Die Wohnung ist nicht mehr so sauber, die Schmutzwäsche häuft sich bisweilen und die Unterstützung bei der Körperpflege der Mutter fällt ihm zusehends schwerer. Ich habe den Eindruck, dass er körperlich ziemlich nachlässt.  Wenn ich ihm dann vorschlage, er soll sich doch Mobile Hilfen ins Haus holen, oder ich ihm anbiete, dass ich seine Wäsche übernehme, blockt er ab. Und meint, dass er es schon schaffe. Wir haben dann immer wieder Streit deswegen und einmal hat er sogar gemeint: Du musst ja nicht kommen, du kritisierst mich ja nur!“ so klagte eine Frau kürzlich in der Beratung.

Die Tochter möchte ihren Vater unterstützen, er will unter allen Umständen alleine zurechtkommen und empfindet das Angebot der Tochter als Einmischung, Kontrolle oder Bevormundung – Kränkungen auf beiden Seiten sind die Folge.

Um Hilfe und Unterstützung annehmen zu können brauchen Betroffene oft Zeit und einen Weg des Trauerns um verlorene Fähigkeiten, körperliche Fitness – eine ausgiebige innere Auseinandersetzung mit der veränderten Situation. Sie brauchen da auch die Erfahrung der eigenen Grenze oder das Erlebnis von kleineren und größeren Zusammenbrüchen. Natürlich ist es für eine Tochter nicht leicht die mit sich und der Situation kämpfenden Eltern zu sehen – das macht auch traurig und manchmal hilflos.
Für die Tochter ist es aber  wichtig, Geduld zu haben, abzuwarten, den Vater seinen Weg gehen zu lassen und ihm Zeit zu geben mit dem nötigen Respektabstand: „Du sagt es, wenn du mich und meine Unterstützung brauchst!“