Einladung zum Vortrag „Angehörige pflegen und gesund bleiben“

bernhardEin Vortrag für betreuende und pflegende Angehörige sowie für Interessierte

Termin: Mittwoch, 9. September 2015,
18:30 Uhr
Ort: Tageszentrum Dornach/Auhof, Sombartstraße 1-5, 4040 Linz

Referent: Dr. Bernhard Lang, 30 Jahre Landarzt im Mühlviertel; seit 15 Jahren Leiter eines Stammtisches für pflegende Angehörige; Biobauer; Märchenerzähler in Ausbildung

Die Pflege von Angehörigen kann für Körper, Geist und Seele eine große Belastung darstellen. Dies hat Dr. Bernhard Lang durch persönliche Erfahrung in der Familie selbst erlebt, und er kennt es aus seiner Tätigkeit als Hausarzt und Stammtischleiter für pflegende Angehörige.

Nach dem Vortrag gibt es die Möglichkeit, mit Dr. Lang persönlich ins Gespräch zu kommen und die Treffpunktleiterin vom Treffpunkt für pflegende Angehörige im Tageszentrum Dornach/Auhof, Julia Wiesenhofer, kennen zu lernen.

Eintritt frei, freiwillige Spenden erbeten!

Information:
Servicestelle für pflegende Angehörige
Betlehemstraße 56-58, 4020 Linz
Tel.: 0676 / 8776 2447
julia.wiesenhofer@caritas-linz.at

Mein „Pflegemarathon“

Foto Christine

Christine Gallistl, Treffpunkt-Leiterin und langjährige Pflegende Angehörige

Treffpunkte für pflegende Angehörige – Orte zum Austausch und zur gegenseitigen Stärkung

Mein erster Pflegefall war mein Schwiegervater, der im Jahr 2005 an Lungenkrebs erkrankte und zwei Jahre bis zum Tod von meiner Schwiegermutter und mir betreut wurde.

Im Jahr 2006 erkrankte meine Pflegemutter und kam nach einem längeren Spitalsaufenthalt ebenfalls zu uns in Haus. Diese Pflege war sehr intensiv, dauerte eineinhalb Jahre und kostete enorm viel Kraft. Auch sie starb bei uns zu Hause.
Zeitgleich erkrankte auch meine Schwiegermutter an der Lunge. Das war eine schwere Zeit, ich hatte zwei Patienten und funktionierte nur noch.

Bis vor kurzem pflegte ich meine Schwiegermutter, sie starb an Krebs. Jeden Tag schwand ein Teil ihrer Selbständigkeit, sie war bettlägerig und rund um die Uhr zu betreuen. Auch diese Pflege fordert meine ganze Energie. Das eigene Leben wird nach hinten gestellt.

Wir wurden von verschiedenen Einrichtungen unterstützt: Caritas Hospiz,  Rotes Kreuz – Altenpflege und Heimhilfe. Bei den Treffpunkten für pflegende Angehörige kann ich Kraft tanken.

Treffpunkt für pflegende und betreuende Angehörige
Den Treffpunkt für pflegende Angehörige besuche ich seit 9 Jahren, als mein Schwiegervater an Krebs erkrankte. Ich fühlte mich gleich wohl in der Runde. Was es heißt, einen Angehörigen zupflegen, versteht nur, wer selbst in dieser besonderen Situation ist.

Information, Erfahrungsaustausch, Hilfe für die Seele
Diese Einrichtung ist enorm wichtig zum Erfahrungsaustausch, sich Informationen und Tipps zu holen, man lernt viel aus der Praxis voneinander. Bei den monatlichen Treffpunkten kann man sich fallen lassen, bei Gesprächen das Herz ausschütten, andere Teilnehmer aufbauen und neue Kraft tanken. Es hat einfach alles Platz in der angenehmen Atmosphäre – wir lachen, weinen und fühlen mit den Anderen mit, wenn sie ihre Erlebnisse in der Pflege erzählen. Ohne diese Treffen würde mir etwas fehlen, man geht erleichtert nach Hause.

Leitung des Treffpunktes für pflegende und betreuende Angehörige
Mit meiner Kollegin Renate Kneidinger leite ich seit 2013 den Treffpunkt für pflegende und betreuende Angehörige in Helfenberg.
Derzeit begleiten wir eine Gruppe von 8 – 10 Personen und treffen uns von September bis Juni einmal im Monat. Gerne organisieren wir für unsere Teilnehmer Informationsabende mit Fachreferenten, Kurse und Seminare. Wir geben neue Informationen von verschiedenen Einrichtungen betreffend Unterstützung und Entlastung in der Pflege weiter.  Besonders weisen wir auch darauf hin, dass wir unsere Seele pflegen müssen. Auszeiten – wie die Erholungstage der Caritas oder die Maßnahme „ANNA“ von der GKK können wir sehr empfehlen. Wir wollen Anlaufstelle für Menschen in einer ganz besonderen Situation sein. Der Schwerpunkt unserer Treffen sind die Gespräche in angenehmer und vertraulicher Atmosphäre. Jede Teilnehmerin (meistens ist die Pflege „weiblich“) kann ihre Erfahrungen und Sorgen in der Pflege mitteilen, wir geben Ratschläge, trösten und bauen wieder auf, wenn alles zu viel wird. Es tut einfach der Seele gut, wenn man sein Herz ausschütten kann und verstanden wird.

Text: Christine Gallistl, wohnhaft in der Gemeinde Schönegg im schönen Mühlviertel
Seit neun Jahren intensive Pflege von Angehörigen.

Mehr zu den Treffpunkt-Angeboten (Gesprächsgruppen für Pflegende Angehörige) in Oberösterreich erfahren Sie unter www.pflegende-angehoerige.or.at/treffpunkte/

Seit 40 Jahren füreinander da – in guten wie in schlechte Zeiten

In der österreichischen Wochenzeitschrift News erzählen Franz und Hermine Stockinger von ihrem gemeinsamen Leben, das nach einem schweren Schicksalsschlag vor 27 Jahren eine jähe Wendung nahm.

Franz Stockinger besucht einmal im Monat den Treffpunkt für pflegende Angehörige und war heuer zum zweiten Mal bei den Erholungstagen für pflegende und betreuende Angehörige dabei.

Der Artikel ist in der 42. Ausgabe 2014 im Rahmen der Reportage „Pflege daheim oder Pflegeheim“ erschienen. Hier finden Sie den gesamten Beitrag zum Download:
http://www.caritas-linz.at/hilfe-einrichtungen/betreuung-und-pflege/news/pang-zeitschrift-news/

Treffpunkte in Ihrer Nähe und Informationen zu unseren Erholungstagen finden Sie auf unserer Homepage: www.pflegende-angehoerige.or.at

Einladung zum Vortrag „Angehörige pflegen und gesund bleiben“

bernhardEin Vortrag für betreuende und pflegende Angehörige sowie für Interessierte

Die Pflege von Angehörigen kann für Körper, Geist und Seele eine große Belastung darstellen. Dies hat Dr. Bernhard Lang durch persönliche Erfahrung in der Familie selbst erlebt, und er kennt es aus seiner Tätigkeit als Hausarzt und Stammtischleiter für pflegende Angehörige.

Nach dem Vortrag gibt es die Möglichkeit, mit Dr. Lang persönlich ins Gespräch zu kommen und die Treffpunktleiterinnen vom Treffpunkt für pflegende Angehörige kennen zu lernen.

Referent: Dr. Bernhard Lang, 30 Jahre Landarzt im Mühlviertel; seit 15 Jahren Leiter eines Stammtisches für pflegende Angehörige; Biobauer; Märchenerzähler in Ausbildung

TERMINE:

  • 1. Termin: Montag, 15. September 2014, 19.30 Uhr
    Ort: Pfarrheim Ottensheim, 4100 Ottensheim, Bahnhofstraße 2
  • 2. Termin: Donnerstag, 25. September 2014, 19.00 Uhr
    Ort: Pfarramt Thalheim, 4600 Thalheim bei Wels, Kirchenstraße 2

Eintritt frei, freiwillige Spenden erbeten!

Information:
Caritas für Betreuung und Pflege
Servicestelle Pflegende Angehörige
Bethlehemstraße 56-58, 4020 Linz

Tel.: 0676 / 8776 2448
helene.kreiner@caritas-linz.at
www.facebook.com/pflegendeangehoerige

Sich in die Welt Demenzbetroffener einfühlen…

Unter dem Titel „Das Vergessen vergessen“  gestaltete Frau Mag.a Dr.in Margit Scholta, Gerontologin letzten Donnerstag einen mitreißenden Vortrag für pflegende Angehörige sowie für Interessierte im Bezirksalten- und Pflegeheim Weyer.

Über 70 Personen kamen um nützliche Anregungen für den Umgang mit Menschen mit Demenz zu erhalten und um berührende sowie informative Einblicke in das Leben mit Demenzbetroffenen zu gewinnen. Mit herzlichen Willkommensworten eröffnete die Bezirkshauptfrau Mag.a Cornelia Altreiter-Windsteiger den Abend. Frau Marlene Mayr, Stellenleiterin der Servicestelle, wies auf die vielseitigen Angebote der Servicestelle für pflegende Angehörige hin. „In unseren Treffpunkten haben betreuende und pflegende Angehörige die Möglichkeit sich auszureden, Kontakte zu knüpfen und ihre Erfahrungen auszutauschen.“ betonte sie abschließend.

Konkrete Informationen zu den Treffpunkten in Ihrer Nähe finden Sie unter: www.pflegende-angehoerige.or.at/treffpunkte/

Zum Thema Demenz spricht Frau Mag.a Dr.in Margit Scholta wieder diesen Mittwoch, 02.04. um 19.00 Uhr in Bad Schallerbach.
Nähere Infos unter: Vortrag „Das Vergessen vergessen“ – 02.04.2014 – Bad Schallerbach
Sie sind herzlich eingeladen!

Resilienz: Kraftquelle für Pflegende

Bernhard

Dr. Bernhard Lang

Ein Beitrag von Dr. Bernhard Lang

Als Hausarzt im Mühlviertel war ich über dreißig Jahre an der Schnittstelle Patient – häusliche und professionelle Pflege tätig und habe auch eigene Pflegeerfahrung in der Familie. In den fast zwanzig Jahren Betreuung eines „Stammtisches für Pflegende“ und bei Seminartagen durfte ich ebenso vieles dazulernen.

Drei Dinge zum Thema sind mir wichtig:

  • Resilienz ist erwerbbar!  Es ist nie zu spät, durch Bewusstseinsbildung Eigenschaften zu entwickeln, die Pflegenden hilfreich sind, um besser mit  ihrer Situation umzugehen.
  • Jeder Mensch wird auf Grund seiner Entwicklung individuell von verschiedenen Strategien, die ihn resilienter machen, persönlich angesprochen. Daher ist es wichtig, den für sich eigenen Zugang zum Thema Resilienz zu finden.
  • Veränderung in Systemen gelingt am besten, wenn ich mich selbst ändere, mich aber frage, was ist der Preis der Veränderung und wer zahlt den Preis?

Woher nehmen Pflegende ihre Kraft?
Bei den vielen Abenden mit Pflegenden konnte ich wahrnehmen, dass alleine die Teilnahme am Stammtisch eine wichtige Ressource darstellt. Austausch und Selbstreflexion, zu sehen, wie andere die Pflege bewältigen, der soziale Kontakt sowie der Erwerb von Kompetenz, Wissen und Werkzeugen zur Problemlösung sind wertvoll. Sie machen die Dinge verstehbar.

Das Erlernen von einfachen Entspannungstechniken wird als hilfreich empfunden. Auch der Humor darf nicht zu kurz kommen. Wir lachen an den Abenden oft ausgelassen über sehr ernste Situationen. Dies fördert die Distanz zum Problem und erzeugt eine andere Sichtweise.

Sehr oft konnte ich auch wahrnehmen, dass der persönliche Glaube Menschen, die pflegen, eine besondere Tragkraft verleiht.

Welche Beziehung haben Pflegende zu den zu Pflegenden?
Hier konnte ich wahrnehmen, dass Pflege dort am besten gelang, wo schon im Leben eine gute Beziehung zu Pflegenden vorhanden war. Herzensbildung, Vertrauen und gegenseitige Dankbarkeit sind Faktoren, die Pflege immens erleichtern. Das Versprechen  in Gesundheit und Krankheit dem Ehepartner beizustehen, konnte ich als starke sinngebende Ressource wahrnehmen.

Welche Eigenschaften stärken Pflegende?
Dankbarkeit fühlen, auch für die ganz kleinen Dinge im Leben und kurze Glücksmomente. Das Hier und Jetzt bewusst und achtsam erleben. Inne halten im täglichen Getriebe. Die Freude an Blumen, der Gartenarbeit, am Lesen, am Lachen eines Kindes sind konkrete Beispiele.

Die eigenen Gefühle erkennen und ausdrücken. Die Stammtischtreffen, bei denen strengste Verschwiegenheit nach aussen die Regel ist, bieten dazu ein gutes Übungsfeld.
Es gibt keine unangebrachten Gefühle und man darf seinen Gefühlen vertrauen. Dies führt dann oft dazu, dass Pflegende auch in ihrer Familie Gefühle artikulieren, Hilfe finden und diese auch annehmen können.

Resiliente Menschen haben auch Mut. Pflege ist oft Zumutung und die Entscheidung dazu erfolgt oft rasch und unter Druck. Es braucht auch Mut, Pflege abzugeben, an andere Famililienmitglieder, professionelle Hilfen oder in die Heimpflege.

Ist genug Mut zur Pflege vorhanden, dann ist Optimismus eine hilfreiche Eigenschaft.  „Nichts dauert ewig“, „Ich werde es schon schaffen“, „Es ist wie es ist“ sind wichtige Glaubenssätze.

Pflegende fallen nach erfolgter Pflege oft in eine Leere.  Ein wichtiger Bestandteil unserer Treffen ist, dass Pflegende daran noch so oft teilnehmen können, wie sie wollen. Sie erzählen dabei ihre Erfahrungen des Abschiednehmens. Oft ist dabei eine große Zufriedenheit und das Gefühl, dass Pflege Sinn gemacht hat, zu spüren.

Text: Dr. Bernhard Lang

Auch in der aktuellen Ausgabe der Caritas-Zeitung „nah dran“ hat Dr. Bernhard Lang einen wertvollen Beitrag zum Thema „Resilienz“ – woher pflegende und betreuende Angehörige für ihre Aufgabe Kraft schöpfen – geleistet. Die „nah dran“ kann nachgelesen werden unter: www.caritas-linz.at/service-downloads/publikationen/nah-dran/

Unterstützung und Austausch können pflegende und betreuende Angehörige in einem der Treffpunkte der Servicestelle Pflegende Angehörige finden. Nähere Informationen und eine Übersicht der Treffpunkte in Ihrer Nähe unter: www.pflegende-angehoerige.or.at/treffpunkte/

Zeit für dich

IMGP0002Nimm dir genügend Zeit für dich selbst.

So entstehen Freiräume, an die du vielleicht nur selten denkst.
Oft sind es bestimmte Orte, an denen wir uns von unseren Aufgaben oder anderen Menschen zurückziehen können.

Die Stille, die dich dann umgibt und erfüllt, verleiht dir eine innere Stärke, die weit über diese besonderen Momente oder Stunden hinausreicht.
Eine innere Stimme lässt dich dann spüren, dass der Sinn des Daseins nicht in allzu vielen äußeren Leistungen zu finden ist. Du als Mensch bist kostbar und liebenswert, auch wenn du einmal nichts tust und einfach nur da bist.
Solche Erfahrungen können wie ein Garten für die Seele werden, in dem wir uns besonders intensiv erfahren, das eigene Dasein und unsere Mitwelt klarer wahrnehmen.

Sinnbilder der Natur laden zum Vergleichen ein und regen an, das Leben mit allen Sinnen zu gestalten.

Augenblicke der Ruhe schauen über die Uhr hinaus.

(Verfasser unbekannt)