Erntedank – Sagen wir Danke

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Unser tägliches Brot

Wenn wir sagen: Unser tägliches Brot-


meinen wir alles was wir brauchen,

um in Frieden zu leben.

Brot ist Frieden.

Essen können, statt zu hungern,

ist Frieden.

Trinken können, statt zu dürsten,

warm haben, statt zu frieren,

ist Frieden.

 

Schutz finden in einem Haus,

obwohl wir nicht mehr arbeiten können,

das alles ist Frieden, ist tägliches Brot.

 

Unser tägliches Brot,

 von dem wir leben,

ist auch das Wort eines Menschen.

Wir können nicht leben,

wenn nicht das Wort zu uns kommt,

 das ein anderer zu uns spricht.

Nach Jörg Zink

Tagebucheintrag: Respekt und achtsames Hinhören

Vielen herzlichen Dank an unsere ehrenamtliche Blogschreiberin RosA für diesen berührenden Erfahrungsbericht. Sie hat ihren Vater 2 Jahre lang begleitet und durfte bis zum Ende an seiner Seite sein.

Senirenehepaar

Die 2-jährige Begleitung meines Vaters hat mich folgendes gelehrt:

Respekt und achtsames Hinhören sind 2 Grundpfeiler für lebbare (ich spreche nicht von gelungener!)
Begleitung; und das gilt für beide Seiten.

In unzähligen nonverbalen „Badezimmergesprächen“ war die ANGST ein deutlich spürbares und mitunter auch verbalisiertes Thema.
Als mein Vater mir bei seinem letzten Krankenhausaufenthalt auf meine Frage: “Und, Papa, hast du noch Angst?“, mit einem klaren NEIN antwortete, wusste ich:
Jetzt ist es soweit. Jetzt ist ER bereit, zu gehen.
2 Tage später hat er sich mit einem Lächeln im Gesicht verabschiedet.

Weltalzheimertag 2018

Herbst BankAm 21. 9 findet seit 24 Jahren der Weltalzheimertag statt. Aufklärung über die Krankheit Demenz hilft Berührungsängste abzubauen und holt betroffenen Menschen ein Stück weiter heraus aus der Isolation.

OÖheute berichtete über das wichtige Thema Pflege und Demenz am 21.9.2018. Hier kommen sie direkt zum Beitrag:

Hier auf der Pflegeinfoplattform OÖ finden sie noch 6 weitere sehr interessante Beiträge aus den verschiedenen Zeitungen zum Thema. https://www.pflegeinfo-ooe.at/

 

 

Hospiz – Wie kann ich damit umgehen, wenn kranke und alte Menschen nichts von einer Begleitung Ihrer letzten Lebensphase wissen wollen??

hospice-1821429_1920Du möchtest nein sagen,

wenn der Mensch dich verlassen muss,

dem dein ganzes Herz gehört.

Nein, bitte nicht. Du möchtest sagen,

bleib doch, ich liebe dich.

Er aber braucht dein ja, um gehen zu können,

um in die Geborgenheit zu finden,

nach der seine Seele sich sehnt.

IRMGARD ERATH

hospice händeWie können pflegende Angehörige damit umgehen, wenn Kranke und Alte
Menschen nichts von einer Begleitung Ihrer letzten Lebensphase wissen
wollen??

Natürlich kann man nicht mit der Tür ins Haus fallen – wie man so schön
sagt – aber pflegende Angehörige dürfen oder sollen auch Ihre Wünsche
offenlegen, auch wenn es um die Begleitung der letzten Lebensphase geht.
Wenn der letzte Gang nicht angesprochen wird, bleiben sehr viele
wichtige Dinge im Raum stehen, der pflegende Angehörige bleibt dann meist
alleine mit seinen vielen unbeantworteten Fragen zurück. Deshalb darf er
sich nicht scheuen, zumindest für sich selbst Hilfe zu holen. Kranke und
alte Menschen kann man nicht zwingen solch Hilfe anzunehmen.

Beispiel: Hr.G. ein starker, lebensbejahender Mann. Mit 63J. Diagnose
Krebs. Für ihn war ganz klar kämpfen um die Gesundheit wieder
herzustellen. Etwas anderes kam nicht in Frage und die Familie durfte auch
nicht daran zweifeln. Gesprochen wurde nicht viel, aber der Kampf gegen
die Krankheit ging zu Lasten aller. Nach drei Jahren ständiger Sorgen und
Ängste der Angehörigen und schlimmen Zeiten für Hr.G.,war der letzte Weg
spürbar. In Panik ließ er seine Familie, Freunde und Bekannte holen. Hr.G.
wollte das tun, was er schon immer tun wollte, sich verabschieden und danke
sagen. Seine Familie blieb traurig zurück.

Auch wenn man das Wort ,,TOD “ nicht ausspricht – er hat unmittelbar
mit dem Leben zu tun und lässt sich von niemandem abschütteln. Darum ist
es umso wichtiger, sich immer wieder damit auseinanderzusetzten und auch
darüber zu sprechen. Ängste, Sorgen und Wünsche sollen von beiden Seiten angesprochen werden. Hilfe von außen wie Hospizbewegung oder Palliativcare kann sehr hilfreich sein, auch für die pflegenden Angehörigen.

HOSPIZ heißt Herberge -bedingungslose Gastfreundschaft in schwierigen
Lebensumständen. Orte der Labung, der Pflege, der Begegnung, des Durchganges, der Ankunft und der Abreise. Das Ziel ist bestmögliche Lebensqualität für beide Seiten .

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Hospizbewegung OÖ
4020 Linz Steingasse 25
0699 17347024
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Vielen herzlichen Dank an unsere Blogschreiberin Hedwig K. für diesen nachdenklich machenden Blogbeitrag  zum Thema Tod und Sterben.

 

 

Wo bekomme ich als pflegender Angehöriger Hilfe? – Wir haben ein offenes Ohr für Sie.

hand-1925875_1920 Angehörige zu pflegen bedeutet oft rund um die Uhr da sein zu müssen und nicht weg zu können. Dabei kommt man oft selbst zu kurz und verliert vielfach auch soziale Kontakte nach draußen.

Sie finden hier alle Beraterinnen der Servicestelle pflegende Angehörige, die Ihnen gerne in einem vertraulichen Beratungsgespräch helfen nach neuen Betrachtungsweisen und Auswegen zu suchen.
In diesem Interview spricht Martin Eilmannsberger über die psychosoziale Beratung.

Servicestelle Pflegende Angehörige
Bethlehemstraße 56-58, 4020 Linz
0676 87762440

 

 

Filmtipp zum Thema Sterben

Kerze_TrauerDiese berührende Dokumentation bietet für Angehörige eine Hilfestellung zum Thema Sterben und Sterbebegleitung. Das Filmprojekt des Sozialhilfeverbandes Schärding unterstützt sensibel und informativ Menschen auf ihrem Weg des Loslassens.
Der Film beinhaltet ganz intime Erfahrungsberichte und behandelt Fragen wie „Wann beginnt ein Sterbeprozess?“.

Sie werden hier zum Film „Wenn die Zeit zu Ende geht … und noch Leben bleibt“ weitergeleitet.

Die Servicestelle wünscht Ihnen viel Kraft auf ihrem Weg.

Tagebucheintrag: Meine singende Mutter

Danke für diesen berührenden Erfahrungsbericht eines anonymen Schreibers mit seiner Mutter, die er inbrünstig singend im Pflegeheim vorfand.

Senirenehepaar

Weil mein Bruder unsere Mutter auf Grund ihrer starken Demenz nicht mehr daheim betreuen konnte, gab es keine andere Möglichkeit mehr als das Pflegeheim.

Wir wollten Ihr Gutes tun und haben die Zahlungen für ein Einbettzimmer unterstützt, weil wir dachten, dass sie sich das verdient hatte. Die Pflegedienstleitung meinte nach einer gewissen Zeit allerdings, dass unser Mutter eine äußerst sozial orientierte Frau sei und wegen der Ansprache ein Doppelzimmer für sie besser sei. Da Fachfrauen das besser beurteilen können als wir, haben wir natürlich zugestimmt und unsere Meinung revidiert.

 Als ich sie dann einmal so gegen 14.00 Uhr besuchte, lag sie nach dem Mittagschlaf noch im Bett. Der Mittagschlaf war ihr immer heilig, auch als wir noch Kinder waren. Gemeinsam mit ihrer Zimmerkollegin sang sie mit lauter Stimme und großer Inbrunst: „Großer Gott wir loben Dich!“ Zunächst war ich erschrocken, verunsichert und fühlte mich nicht ganz wohl. Als ich die beiden Damen so anschaute, wurde mir klar, dass sie mit voller Überzeugung ein Loblied sangen. Wem ging es nun schlecht? Meiner Mutter oder mir? Sicher nicht meiner Mutter, sonst würde sie nicht so inbrünstig singen. Sie ließ sich auch nicht durch mich unterbrechen.

Ich setzte mich einfach zu ihr und sang mit. Ich weiß nun nicht, ob das richtig war oder nicht, aber ihre Augen waren sehr wach und sie schien glücklich. Natürlich erkannte sie mich nicht, aber ich schien auch nicht zu stören.

 singende Engel

Was ist ihre Geschichte? Schreiben Sie ein Mail an johanna.messmer@caritas-linz.at und wenn Sie wünschen, veröffentlichen wir Ihre ganz persönliche Geschichte in einem der nächsten Blogbeiträge anonym.