Mehr Achtsamkeit in meinem Leben

WEVAH- achtsam sein, wenn es schwierig wird

Die Stille Zeit lädt uns dazu ein hinzusehen, sich mit all dem niederzulassen, was gerade da ist. Das gelingt ganz leicht, wenn es sich um positive Gefühle und Erlebnisse handelt, ist aber nicht so einfach, wenn wir uns gerade in einer leidvollen, schwierigen Lebenssituation befinden. Hier neigen wir Menschen dazu wegzusehen uns wegzuklinken, abzulenken, kurz gesagt alles zu tun um ja nicht zu spüren welche Gefühle und Gedanken gerade da sind. Meist verstärkt sich dadurch aber nur die Verzweiflung, Angst, oder das Gefühl der Ausweglosigkeit. Wie ein Nebel, der sich dicht über die Landschaft legt. In meinen Beratungen beobachte immer wieder, wie heilsam es ist und wie wohltuend es erlebt wird wenn wir uns dem was gerade da ist liebevoll zuwenden- Wahrnehmen was ist. Nicht selten begegnen wir so der Traurigkeit als wohlwollende Begleiterin, oder anderen Gefühlen, die uns erkennen lassen, was da gerade mit uns passiert. Daraus ergibt sich eine Handlungsfähigkeit, weil wir verstehen was da passiert. Wir erkennen Zusammenhänge, entlarven womöglich Gedanken als Konstrukte, die kommen und gehen, vorbeiziehen wie Wolken am Himmel. Das lässt uns wieder aufrichten und zuversichtlich in die Zukunft blicken. Ich nenne diesen Prozess WEVAH, als praktisches Hilfsmittel um Achtsamkeit zu leben, wenn es gerade schwierig ist. Wahrnehmen- Erkennen-Verstehen-Aufrichten-Handeln. Achtsam sein lohnt sich, gerade in einer Zeit, in der vieles aus den Ufern zu laufen scheint.

Foto: pixabay

Beitrag von Birgit Freidhager, Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige Steyr

Mehr Achtsamkeit in meinem Leben

Zu einem achtsamen Leben gehört auch, das Leben zu genießen und auf die Gesundheit zu schauen. Darum folgt hier ein

Genussrezept für Gesundheit und Fitness

3 volle Becher Bewegung

In einem BEWEGTEN Körper wohnt ein bewegter

Geist

Drei Mal wöchentlich 30 Minuten Ausdauersport:

• Walken, Wandern oder flotte Spaziergänge • Schwimmen • Radfahren • Treppensteigen • Gartenarbeit • Tanzen

Ausreichend „man ist, was man isst“

ERNÄHRUNG mit Genuss, Spaß und Leichtigkeit

Mediterrane Ernährung beugt Alzheimer vor

und • Grüner Tee • Kaffee • Kurkuma (Curry) • Heidelbeeren und schwarze Johannisbeeren

• viel Wasser

Eine ganze Packung „in KONTAKT bleiben“

• Kurse in der VHS oder von anderen Anbietern besuchen • Freunde oder Nachbarn einladen, z.B. zum Kartenspielen

• Aktivitäten im Seniorenheim oder in der Kirchengemeinde besuchen • Einem Verein beitreten • Ehrenamtliche Tätigkeiten übernehmen

7 Esslöffel geistige Reserven – das GEHIRN FORDERN

Wochenprogramm für ein leistungsfähiges Gehirn

Quelle: Benefit, http://www.benefit-online.de

Montag:

Stecken Sie alles, was Sie normalerweise in der rechten Hosentasche aufbewahren, in die linke und umgekehrt.

Oder: Rufen Sie einen alten Schul- oder Studienfreund an, den Sie seit Jahren nicht gesehen haben.

Dienstag:

Schreiben Sie ein Liebesgedicht oder eine kleine Geschichte an Ihren Partner, Ihre Kinder oder einen Freund.

Oder: Säen bzw. pflanzen Sie ein paar Pflanzen, die Sie bisher noch nicht in Ihrem Garten oder Blumenkasten hatten.

Mittwoch:

Lösen Sie ein Kreuzwort oder Zahlenrätsel.

Oder: Schreiben Sie einen kleinen Dankesbrief an jemanden, der Ihnen kürzlich etwas Gutes getan hat.

Donnerstag:

Hören Sie sich ein Stück eines Komponisten an, zu dem Sie bisher noch keinen Zugang hatten. Finden Sie heraus, was Sie daran mögen oder auch nicht mögen.

Oder: Beginnen Sie, eine neue Sprache zu lernen.

Freitag:

Schreiben Sie einen Leserbrief an eine Zeitschrift, z.B. über ein aktuelles Thema, zu dem Sie Ihre Meinung äußern möchten.

Oder: Handarbeiten oder basteln Sie ein Flugzeugmodell bzw. ein Auto aus einem Modellbaukasten.

Samstag:

Lernen Sie die Strophen eines Liedes oder Gedichtes auswendig und sagen es sich und anderen laut auf.

Oder: Lernen Sie im Internet zu surfen und E-Mails zu versenden, oder ein Computerprogramm, an das Sie sich bisher noch nicht herangetraut haben.

Sonntag:

Versuchen Sie sich als Künstler: Malen Sie ein Bild mit Wasserfarben, kneten Sie eine Skulptur aus Lehm oder Knetmasse.

Oder: Räumen Sie etwas auf, das Sie bisher immer vor sich her geschoben haben (z.B. Fotosammlung, Kleiderschrank, Computerfestplatte, Keller).

Dazu eine gesalzene Prise Humor!

Guten Appetit wünscht die Servicestelle für pflegende Angehörige 😊

Zusammengetragen von Christine Wally-Biebl, Servicestelle Pflegende Angehörige Braunau und Ried i. I.

Foto: pixabay

Mehr Achtsamkeit in meinem Leben

Für mehr Achtsamkeit in meinem Leben

Achtsam und behutsam umgehen mit sich und Anderen, fällt oft schwer.

Auf sich hören, sich selber im Blick haben und wahrnehmen, das gelingt im Trubel der Zeit meist schlecht.

Es gilt immer so viele Dinge zu erledigen. Doch gerade da, braucht es das Innehalten und kurz zur Ruhe kommen besonders.

Es kann hilfreich sein, einen Blick zurück zu werfen auf das eigene Leben und persönliche Ressourcen zu erkennen, sie wertzuschätzen und in der Gegenwart anzuwenden.

Nimm dir ein paar Minuten Zeit und überlege:

  • Was hab ich in meinem Leben schon überstanden, geschafft oder gut gemeistert?
    Da gibt es bestimmt große und kleine Begebenheiten, Ereignisse und Erlebnisse.
    Der erste Schultag, eine Krankheit, ein Todesfall, ein Wohnungswechsel, der Auszug aus der Familie, der erste „Pflegetag“,….

Such dir eines aus und überlege,

  • Was hast du dabei gelernt?
  • Welche Fähigkeit hat dir dabei geholfen?
  • Ist dir diese besondere Fähigkeit bewusst gewesen und nützt du sie auch heute noch?

Es ist ein ungeheures Glück,
wenn man fähig ist,
sich freuen zu können.

George Bernhard Shaw

Heute ist genau der richtige Tag, um sich über seine wunderbaren Fähigkeiten zu freuen!

Beitrag von Gerlinde Kaltseis, Leitung Erholungstage für Pflegende und Gepflegte in Bad Kreuzen, Leitung der Treffpunkte Hartkirchen und Eferding, Sekretariat Servicestelle Pflegende Angehörige

Fotos: Privat

Mehr Achtsamkeit in meinem Leben

Das Herzstück unserer Arbeit in der Servicestelle ist die psychosoziale Beratung zur Stärkung, Klärung, Unterstützung und Begleitung pflegender Angehöriger. Unser Angebot ist vertraulich, kostenfrei und kann bei Bedarf auch über einen längeren Zeitraum in Anspruch genommen werden.

Die Pflege einer angehörigen Person ist keine Notfallsituation sondern eine Lebenssituation. Um sich in dieser besonderen Zeit gut zurecht zu finden kann Beratung helfen.

Ein großes Augenmerk liegt in meinen Gesprächen bei den Ressourcen der Menschen und darin, diese zu stärken und zu aktivieren. Auch auf die eigene Gesundheit zu achten, noch bevor die Überlastung da ist, verbessert die Befindlichkeit aller.

Selbstliebe als Schutz vor Überlastung

Liebe deinen Nächsten wie dich SELBST.

Nächstenliebe setzt also Selbstliebe voraus. Damit ich meinen Nächsten lieben und gut auf ihn schauen kann, muss ich mich selbst lieben und auch gut auf mich schauen.

Dafür braucht es Kenntnis über meine Stärken, Fähigkeiten, Ressourcen und Möglichkeiten, aber auch die Beachtung meiner Schwächen, Grenzen und Kränkungen.

Wenn ich behutsam mit mir und meinen Emotionen umgehe, kann ich den anderen besser verstehen, mich auf ihn einlassen und für ihn hilfreich sein.

Mich in Liebe annehmen und wertschätzen, ist wie eine Oase im Alltag, bei der ich pausieren und mich auftanken kann.

Wann haben Sie sich das letzte Mal eine „Pause“ gegönnt? Nicht nur eine kurze Unterbrechung der Arbeit. Ich meine eine richtige Pause, ein Innehalten, ein Ruhen, ja ein Ausruhen. Das Anhalten ausschalten. Einfach nur sein, nicht mehr und nicht weniger. Atem holen, Leben holen…Liebe wahrnehmen.

Wer sich so in der Pause übt, gewinnt Gelassenheit und Lebensfreude. Pausen sind nicht nur Regenerationszeiten für unsere erschöpften Seelen und Körper. Pausen sind Phasen der Achtsamkeit, in denen wir uns selbst begegnen.

Wer alles andere für wichtiger hält, verliert sich selbst in einem undurchdringlichen Dickicht an Eile, Pflicht und Fremdbestimmung. Und man antwortet auf die Frage „Wie geht es dir?“ oftmals mit „Es muss…!“

Pflegende Angehörige sind oft großen Belastung ausgesetzt und das Tag für Tag, mitunter über Jahre hinweg. Daher möchte ich sie wirklich ermutigen auf sich zu achten, Kraftquellen zu suchen und Pausen zu machen.

„Achtsam kümmere ich mich um mich SELBST und meinen Nächsten, um meine/n Angehörige/n.“

Beitrag: Christine Wally-Biebl (Standortleitung der Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige in Braunau und Ried i.I.)

Foto: pixabay

Quellenangabe:

„Über die Achtsamkeit“ – Abendmahlsgottesdienst 3. September 2017  https://www.kirche-langenfeld.de/evangelisch/wp-content/uploads/2017/09/Predigt-03.09.2017.pdf

https://tag-der-pflege.com/pflege-tut-gutes/     01.10.2019

Achtsamkeit bedeutet für mich „Natur erleben“

„Du solltest täglich 20 Minuten in der Natur sitzen. Außer du hast keine Zeit. Dann solltest du dort eine Stunde sitzen.“

Diesen Spruch lese ich im September täglich auf meinem Kalender und er trifft ein wichtiges Bedürfnis von mir. Für mich sind Wanderungen oder Spaziergänge in der Natur im Laufe der Zeit immer wichtiger geworden. Zu Beginn des Gehens begleiten mich noch viele, teils belastende Gedanken, die Aufgaben, die noch nicht erledigt sind, manchmal auch negative Gefühle, die ich nicht so leicht loswerde. Allmählich aber tritt das Alles in den Hintergrund und die Stimmen der Vögel, die Geräusche des Windes, die Gerüche des Waldes holen mich ins Hier und Jetzt. Im Gehen leer werden, bei mir ankommen, mich erden und entspannen. In Bewegung kommen und gleichzeitig innerlich zur Ruhe finden, um im Hier und Jetzt zu verweilen.

Wenn ich darauf zu wenig achte, bin ich nicht bei mir und auch nicht bei den Menschen, die zu mir in die Beratung kommen. Wenn ich mich nicht spüre, geht auch die Achtsamkeit für den anderen verloren. Es wird schwieriger die Zwischentöne in den Gesprächen zu hören und die Emotionen meines Gegenübers wahrzunehmen. Es braucht die Achtsamkeit für mich, damit ich hilfreich sein kann für Andere.

Die Natur als Lehrmeister der Achtsamkeit, setze wir uns ihr aus.

Foto: Eilmannsberger

Beitrag: Martin Eilmannsberger

Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige

Psychosoziale Beratung in Grieskirchen und Linz

Mehr Achtsamkeit in meinem Leben

„Achtsamkeit bedeutet, auf eine bestimmte Weise aufmerksam zu sein: bewusst, im gegenwärtigen Augenblick und ohne zu urteilen. Diese Art der Aufmerksamkeit steigert das Gewahrsein und fördert die Klarheit sowie die Fähigkeit, die Realität des gegenwärtigen Augenblicks zu akzeptieren.
Sie macht uns die Tatsache bewusst, dass unser Leben aus einer Folge von Augenblicken besteht. Wenn wir in vielen dieser Augenblicke nicht völlig gegenwärtig sind, so übersehen wir nicht nur das, was in unserem Leben am wertvollsten ist, sondern wir erkennen auch nicht den Reichtum und die Tiefe unserer Möglichkeiten zu wachsen und uns zu verändern.
Achtsamkeit ist eine einfache und zugleich hochwirksame Methode, uns wieder in den Fluss des Lebens zu integrieren, uns wieder mit unserer Weisheit und Vitalität in Berührung zu bringen.“
(Jon Kabat-Zinn, Im Alltag Ruhe finden)

Wenn beim Handy der Akku fast leer ist, laden wir ihn wieder auf. Meistens sogar, bevor der Akku wirklich leer ist. Oder wenn die Tankanzeige beim Auto Richtung Null geht, suchen wir die nächste Tankstelle auf. Nur wenn der eigene „Akku“ zu Ende geht, achten wir nicht darauf diesen wieder aufzuladen.

Im Gegenteil, umso stressiger der Alltag ist, umso schneller stellen wir unsere eigenen Bedürfnisse hinten an oder vernachlässigen sie völlig. Es gelingt uns immer weniger, achtsam mit uns selbst umzugehen. Negative Gedanken, Sorgen und Ängste werden dann besonders stark erlebt und man befindet sich in einem Gedankenkarussell. In solchen Situationen können wir mit Achtsamkeit entgegenwirken, indem wir die Gedanken, Gefühle und Emotionen wahrnehmen, sie aber nicht bewerten und sie vorbei ziehen lassen.

Die größte Herausforderung ist jedoch, sich dieser Dynamik bewusst zu sein und sich immer wieder daran zu erinnern. Hilfreich können kleine Zetteln oder Karten mit Zitaten, eine Muschel aus dem Urlaub oder schöne Bilder sein, welche man im Wohnraum oder im Büro gut sichtbar platziert.

Achtsamkeit ist nichts, was sofort oder von selbst funktioniert. Man muss es immer wieder üben.

„Nimm dir jeden Tag Zeit, still zu sitzen und auf die Dinge zu lauschen. Achte auf die Melodie des Lebens, welche in dir schwingt.“ (Buddha)

„Mehr Achtsamkeit in meinem Leben!“ Besonders in stressigen Zeiten versuche ich mich auf das Positive zu konzentrieren, schreibe auf, wofür ich heute dankbar bin oder wir tauschen uns in der Familie aus, was heute die schönsten 3 Erlebnisse waren. Ich nehme Tempo raus, schaue, welche Termine und Tätigkeiten gerade wirklich notwendig sind und streiche überflüssiges, um Zeit für mich zu haben. Ich lege bewusst das Smartphone weg und dann mache ich Yoga oder einen Spaziergang, gehe laufen oder fahre mit dem Rad. Gerne genieße ich die Natur, beobachte Blumen und Tiere und spüre in mich hinein, welche Gefühle das in mir auslöst. Ich achte auf meine Atmung, meine Stimmung, … . Es gelingt mir nicht immer in Achtsamkeit zu leben aber ich habe Personen und ein paar Zitate, die mir hilfreich sind und mich daran erinnern.

Jeder Mensch darf seine eigene Methode entwickeln, um Achtsamkeit zu leben. Für die einen kann es eine Atemtechnik sein, für andere sind es Entspannungsübungen, für wieder andere passt Sport oder der Aufenthalt im eigenen Garten. Ich lade Sie ein, für sich herauszufinden, womit es Ihnen gelingen kann Gedanken zuzulassen, sie nicht zu bewerten und dadurch Kraft und Energie zu tanken.

„Der Mensch braucht Stunden, wo er sich sammelt und in sich hineinlebt.“
(Albert Schweitzer)

Beitrag: Nadine Tscholl-Jagersberger, Servicestelle Pflegende Angehörige Freistadt – Beratungsangebot in Freistadt, Hagenberg und Unterweißenbach

Fotos: pixabay

Podcast-Reihe der Selbsthilfe OÖ – Teil 3

Die Selbsthilfe OÖ hat eine Podcast-Reihe gestartet, die 5 Blöcke umfasst. Es geht um die Themen Stress-Management und Entspannungstraining und soll eine Reise durch das Jahr 2022 sein. Die Podcasts enthalten sowohl theoretische Inputs, als auch aktive Übungen.

Im dritten Block geht es um Achtsamkeit, was es genau bedeutet und aus welchen Gründen man Achtsamkeit in das Leben integrieren soll. Hören Sie am besten selbst rein, unter:

https://www.selbsthilfe-ooe.at/news_medien/podcasts/

Mehr Achtsamkeit in meinem Leben

VERBRINGE JEDEN TAG EINIGE ZEIT MIT DIR SELBST.      (Dalei Lama)

Dieser Spruch von Dalei Lama fällt mir immer wieder mal ein. Vor allem dann, wenn ich Gefahr laufe im Alltagsstress unterzugehen und die Achtsamkeit für mich zu verlieren. Auf sich selbst zu achten ist vorrangig. Wenn ich mit mir selbst im Reinen bin, kann ich auch, wie selbstverständlich, mein Umfeld achten und respektieren. Bewusst Innehalten ist eine Kunst, die nicht alle können, aber für jeden Menschen erlernbar ist.
Ich habe für mich den frühen Morgen als meine Zeit auserwählt, geht natürlich nur für Frühaufsteher. Aber bestimmt gibt es auch für Sie einen guten Zeitpunkt. Früh aufstehen, das Gefühl zu haben, nur die Vogerl und ich sind wach, das ist für mich ein toller Start in den Tag. Wenn dann meine doch etwas in die Jahre gekommenen Knochen bei den Q-Gong Übungen mitmachen, freue ich mich doppelt. Ein Rundgang im Garten lässt mich achtsam auf unsere Schöpfung schauen und dankbar sein für das Leben.
                    
WENN UNSERE ACHTSAMKEIT DIEJENIGEN EINSCHLIESST, DIE WIR LIEBEN, BLÜHEN SIE WIE BLUMEN AUF.      (Thich Nhat Hanh)

Fotos: Kreiner-Hofinger

Wir bedanken uns bei unserer ehrenamtlichen BLOG-Schreiberin Hedwig für diesen Beitrag.

„Mehr Achtsamkeit in meinem Leben“

Achtsamkeit – Fluch oder Segen?

Foto: pixabay

Das Thema Achtsamkeit ist heutzutage in aller Munde. Ist Achtsamkeit ein Trend unserer Zeit, ein Hype, eine Modeerscheinung die genauso schnell wieder verschwindet wie sie aufgetaucht ist? Es ist schwer geworden, die Achtsamkeitslehre, das „Allheilmittel“ gegen die Leiden des modernen Lebens, zu ignorieren.

Achtsamkeit bedeutet, im Hier und Jetzt zu sein – und zwar nicht nur körperlich, sondern auch mental. Das ist für die meisten Menschen kein Normalzustand. Viele hängen mit ihren Gedanken entweder in der Vergangenheit fest, beschäftigen sich mit Sorgen oder denken viel über die Zukunft nach. Dieses Denken ist meist von der Hoffnung begleitet, dass sich irgendwann ein zufriedener Zustand einstellen möge.

Ein achtsamer Mensch hingegen lebt im Moment ohne diesen zu bewerten und bemüht sich, sich auf das zu konzentrieren was – außerhalb der Gedanken – jetzt gerade ist. Unterschiedliche Achtsamkeitsübungen und Meditationsrituale können hier unterstützen. Dazu mehr am Ende des Beitrages.

Achtsamkeit ist (k)ein „Allheilmittel“

Achtsamkeit soll uns von Stress und Leiden befreien. Die Ursachen für den Stress werden dabei jedoch nicht immer hinterfragt, sondern eher das Anpassungsvermögen des Individuums. Das Leiden wird dadurch dekontextualisiert oder als vollendete Tatsache anerkannt, was eine Scheuklappenmentalität verursacht, die die wahren Probleme außer Acht lässt. Das ICH, wird gleichzeitig zum Sündenbock und zur eigenen Rettung.

„Feel – don’t think“, ist das Mantra der Erleuchteten, die – wie Ronald Purser[1]klarstellt, die gesellschaftlichen Schieflagen akzeptieren. Es ist ein Rückzug in private Lösungsansätze angesichts steigender kollektiver Probleme. Das eigene Wohlbefinden wird zu einer Aufgabe, die sich nur durch eiserne Selbstdisziplin meistern lässt.

Ich persönlich bin der Meinung, die Lösung liegt irgendwo dazwischen. Ich kann mich der Meinung von Purser anschließen, dass nicht alle Lösungen in unserem Inneren zu finden sind, sondern auch im Außen versucht werden muss, Situationen zu verändern, die uns nicht gut tun. Wenn ich jeden Tag mit Übelkeitsgefühl und Panikattacken den Weg zu meiner Arbeit antrete, wird mir auf Dauer auch eine Achtsamkeitsübung nicht helfen. Wenn ich als pflegende/r Angehörige/r jeden Abend weinend im Bett liege, weil ich den Pflegealltag alleine nicht mehr stemmen kann, wird mir auch hier eine kleine Meditation auf Dauer nicht helfen, vor einem Burnout verschont zu bleiben. In diesen Situationen ist es wichtig einmal von außen drauf zu schauen, wie ich meine Lebenssituation so gestalten kann, dass sie gut lebbar wird.

Es gibt aber auch Situationen im Leben die kurzfristig oder übergangsweise Stress verursachen. Nehmen wir wieder das Beispiel pflegender Angehöriger. Im Großen und Ganzen ist die persönliche Pflegesituation gut tragbar, einzig an manchen Tagen gibt es das Gefühl der Überforderung und starken Gereiztheit. Hier kann eine Übung zur Achtsamkeit sehr wohl helfen. Es bewirkt, dass sich der eigene Focus wieder zentriert, dass durch das kurze Innehalten wieder etwas Abstand zur momentanen Situation gewonnen werden kann.

Persönliches Fazit:

Achtsamkeit ist für mich, achtsam mit mir selbst umzugehen. Gut hinzuschauen, woran es liegt wenn es mir nicht gut geht. Gut darauf zu achten worauf mein momentaner Fokus liegt. Achtsamkeit ist aber auch den Blick nach außen nicht zu verlieren.

Achtsam mit den Menschen und der Natur umzugehen und vor allem aktiv etwas dafür zu tun, dass diese Welt ein guter Platz zum Leben ist. Im Innen und im Außen.

Und weil ich sie trotz kritischer Betrachtung nicht missen möchte, hier noch drei kleine Achtsamkeitsübungen…

1. Achtsamer Morgen

Achtsamkeit fängt morgens an: Greif nach dem Aufwachen nicht direkt zu deinem Smartphone, sondern bleib ein paar Minuten ruhig liegen oder setz dich an die Bettkante. Nimm erst einmal ganz bewusst wahr: deinen Atem, deinen Körper, deine Gedanken.

-> Dabei ist es ganz entscheidend, nichts davon zu bewerten.

Das bedeutet ganz konkret: Wenn du dich noch etwas steif oder müde fühlst, nimm es an. Wenn du beim Gedanken an deinen Tag im Kopf schon vorauseilst und merkst, dass dir das den Elan nimmt, mache dir bewusst, dass du heute aufwachen durftest und wie dankbar du für dein Leben sein kannst.

2. Mentale Auszeit

Wenn dir alles über den Kopf zu wachsen scheint, nimm dir ungefähr 30 Sekunden Zeit, dich von dem Stress zu entfernen. Denke an positive Sachen, die dich beispielsweise zuhause erwarten oder ein Event in naher Zukunft, auf das du dich besonders freust. Dadurch richtest du deinen Fokus auf Positives.

3. Fehler akzeptieren und verzeihen

Sich selbst zu verzeihen, macht einen großen Teil der Achtsamkeit aus. Dadurch schaffst du Distanz zu deiner Vergangenheit und fängst an, im Hier und Jetzt zu leben. Schreibe dir jeweils auf einen Zettel, welche Fehler aus der Vergangenheit dich beschäftigen und welche Eigenschaften du an dir nicht magst. Wirf diese Zettel nach und nach in eine Box und sage laut oder in Gedanken „Ich verzeihe mir“. So gelingt es dir, Vergangenes loszulassen und dich auf die Gegenwart zu konzentrieren.

Beitrag:

Mag.a Ute Maria Winkler
Servicestelle Pflegende Angehöriger
Standort Rohrbach und Eferding
Gerberweg 6, 4150 Rohrbach-Berg
Kirchenplatz 3, 4070 Eferding
0676 87 76 24 43


[1] Ronald E. Purser (2019): McMindfulness. How Mindfulness became the New Capitalist Spirituality

„Mehr Achtsamkeit in meinem Leben“

Unser Alltag wird immer gehetzter und flüchtiger. Achtlos ziehen Situationen, Menschen und wertvolle Lebenszeit an uns vorbei –  weil oft einfach alles zu viel ist. Hier bietet uns mehr Achtsamkeit die Chance, aus dem Hamsterrad herauszukommen und zu mehr Gelassenheit und Lebensqualität zu finden.

Wir wollen uns daher in diesem Jahr, im Besonderen dem Thema Achtsamkeit widmen, und starten heute unsere Reihe „Mehr Achtsamkeit in meinem Leben“ mit unserer ehrenamtlichen BLOG- Schreiberin Annemarie und bedanken uns für diesen wertvollen Beitrag.

Über die Achtsamkeit

„Bei der Achtsamkeit handelt es sich um eine besondere Lenkung der Aufmerksamkeit auf unser gegenwärtiges Erleben. (Dr. Michael Huppertz)

Ich möchte mich zu Beginn der „Achtsamkeit des Zuhörens“ widmen und hier
konnte ich von meinen Enkelkindern in vielerlei Hinsicht lernen. Mein jüngster Enkel hatte im Alter von drei Jahren Probleme in der Wortfindung, und es dauerte manchmal lange bis er seine Gedanken formulieren konnte. Ich meinte sehr oft schon zu wissen was er sagen wollte, und beendete für ihn die Sätze, worauf er ungehalten wurde und sagte: “Oma, hör einfach zu!“

Einfach zuhören, fällt manchen Menschen schwer, und sie nehmen einen manchmal das Wort aus dem Mund. Bei so manchen Gesprächsrunden kann man beobachten, dass kaum jemand zuhören kann.

In meiner Arbeit mit alten Menschen war „einfach Zuhören“ das Wichtigste. Achtsam zuzuhören ist Bedingung, um auch zu verstehen was mir mein Gegenüber sagen möchte. Wenn dann jemand langsam spricht und vielleicht auch noch Pausen einlegt, ist Geduld und bei der Sache zu bleiben gefragt.

Wir können nicht achtsam zuhören wenn unsere Gedanken ganz woanders sind.

Allgemein ist dies eine wichtige Frage: „Wo bin ich mit meinen Gedanken und mit meiner Achtsamkeit?“ Wir neigen nämlich dazu uns mit der Vergangenheit zu beschäftigen oder an die Zukunft zu denken. Doch das Leben spielt sich in der Gegenwart ab – im Hier und Jetzt.

Wenn uns die Sorgen zu viel werden, liegt es gewöhnlich daran, dass wir zu viel an die Vergangenheit und die Zukunft denken. (Therese v.Lisieux )

Gehirnforscher haben herausgefunden, dass uns
pro Minute 60 Gedanken durch den Kopf gehen. Davon sind 43 unbedeutend, 15 negativ und nur 2 sind aufbauend.

Sorgen sie selber für „Ordnung in ihrem Kopf“ und achten sie auf ihre Gedanken. Bleiben sie bei sich, bei ihrem Gegenüber und dem was sie jetzt gerade tun. Das entschleunigt und tut ihnen und ihrem Umfeld sicher gut.

Foto: Privat