Ausnahmezustand

Blumen_Kreiner-Hofinger

Der Glaube gibt uns die Kraft,

tapfer zu tragen, was wir nicht

ändern können,

Enttäuschungen und Sorgen

gelassen auf uns zu nehmen,

ohne je die Hoffnung zu

verlieren.

MARTIN LUTHER KING

 

 

Foto: Kreiner-Hofinger

Die letzten Sonntage waren Sonntage wie schon lange nicht mehr. Kein Messbesuch, kein Familientreffen mit großem Aufkochen, einfach nur Ruhe. Ungewöhnlich, aber ertragbar. Mein Mann und ich fallen in die Kategorie der Risikogruppe, also heißt es zu Hause bleiben. Am meisten fehlt uns der direkte Kontakt zu unseren Kindern und den drei kleinen Enkelkindern, die keine Ahnung haben was da passiert.

Die regelmäßigen Besuche bei meinem Bruder im Pflegeheim fallen auch schon seit längerem aus. Die strengen Besuchsverbote sind vollkommen richtig und wichtig, aber es fehlt einfach was, im geregelten Wochenalltag. Laut Telefon nimmt mein Bruder die Situation mit Gelassenheit, das beruhigt einigermaßen. Ich habe nach außen nur Kontakte über Telefon und andere Medien, zu Nachbarn über den Gartenzaun und spazieren gehe ich alleine.

Was macht dieses Virus grad mit uns?? Wie geht es all den Menschen da draußen die auf fremde Hilfe angewiesen sind?? Hoffentlich gibt es in Ihrem Umfeld Menschen, die trotz aller Widrigkeiten bereit sind zu helfen.

Liebe Pflegende Angehörige, wahrscheinlich würdet ihr gerade in dieser schwierigen Zeit noch mehr Unterstützung brauchen, nehmt alles was ihr kriegen könnt an. Auch wenn es nur das Bedürfnis nach einem Gespräch ist, es gibt auch telefonisch die Möglichkeit Sorgen und Ängste zu teilen. Lasst euch nicht von der Angst leiten, Vorsicht—Hausverstand und ein bisschen Gottvertrauen sind jetzt gefragt. Ich wünsche allen Pflegenden Angehörigen Kraft und Stärke, um diese Krise gut durchzustehen.

Wir danken Hedwig für diesen Beitrag, eine unserer ehrenamtlichen BLOG – Schreiberinnen.

Pflegende Angehörige brauchen Unterstützung!

Fotokollage Homeoffice_Caritas

Foto: Caritas – Servicestelle Pflegende Angehörige

Im Homeoffice zu arbeiten und die ruhige Zeit für sich nutzen – das versuchen nun viele Menschen in der aktuellen Situation. Während viele die gewonnenen Zeitfenster für längst aufgeschobene Arbeiten oder zur Entschleunigung nutzen, sieht die Situation für betreuende und pflegende Angehörige völlig anders aus. Denn Homeoffice in der Pflege funktioniert leider nicht und viele betreuende und pflegende Angehörige sind geforderter denn je. Was sich nun in vollster Deutlichkeit zeigt: Pflegende Angehörige sind Systemerhalter Nummer 1 und sie verdienen jene fehlende Wertschätzung und Unterstützung, die seit Jahren gefordert wird, mehr denn je.

Der Verzicht auf soziale Kontakte ist für viele pflegende Angehörige Usus

Die derzeit geltenden Regeln zur Einschränkung des sozialen Lebens bedeuten für viele und vor allem jahrelang pflegende Angehörige keine große Umstellung, denn sie sind es gewohnt, eigene Bedürfnisse einzuschränken und soziale Kontakte auf ein Minimum zurückfahren zu müssen. Nun trifft es aber auch Angehörige, die bislang noch wenig in die Betreuung und Pflege eingebunden waren oder in einer anderen Form und Intensität, da der mobile Dienst oder die 24-Stunden-Betreuerin hier unterstützt haben. Was aber nun in vielen Familien passiert ist, dass diese Unterstützungsangebote wegfallen und die Verantwortung wieder bei den Familien liegt. Dass das zu Überforderung, Stress und massiven Ängsten führen kann, ist mehr als verständlich.

Pflege passiert nun vielerorts in Eigenregie

Die geltenden Ausgangsbeschränkungen und die Angst vor einer Infektion haben auch zur Folge, dass das Unterstützernetz auch innerhalb der Familien dünner wird. Hat vor der Krise vielleicht noch der Nachbar mitgeholfen, oder hat die Schwester in der Betreuung unterstützt und Fahrten zum Arzt oder Frisör übernommen, fallen auch diese Hilfsdienste weg. Man versucht das Infektionsrisiko so gering als möglich zu halten und das hat einen großen Preis: die Betreuung und Pflege lastet oft zur Gänze auf einer Person.

Die Angst vor einer Ansteckung ist groß

Viele Angehörige sind auch verunsichert, da sich die Empfehlungen der Bundesregierung – man solle den Kontakt mit Risikopatienten weitestgehend vermeiden – mit der aktuellen Realität widerspricht. Denn gerade jetzt, wo externe Unterstützungsangebote wegfallen oder reduziert werden, muss das gesamte soziale Netz für die Betreuung und Pflege aktiviert werden. Die große Angst, man könne als Angehörige/r potentieller TrägerIn sein und Angehörige gefährden, ist aber da. Man ist hin und hergerissen wie man sich nun richtig verhalten soll. Doch eine 100%ige Sicherheit dazu gibt es nicht. Sich an allgemeine Hygienemaßnahmen zu halten ist hier oft die einzige Möglichkeit.

Was ist, wenn ich es nicht (mehr) schaffe?

Manche Angehörige fragen sich vielleicht, wie lange sie die Pflege ohne professionelle Hilfe noch aufrechterhalten können oder überhaupt leisten können. Andere wiederum machen sich Sorgen darüber, wer die Betreuung und Pflege zu Hause übernimmt, sollten sie selber erkranken. Viele haben Angst, etwas falsch zu machen. Auch nehmen Konflikte zu, da nicht nur Angehörigen, sondern auch pflegebedürftigen Menschen die Decke auf den Kopf zu fallen droht.

Wichtig ist es, hier mit seinen Sorgen und Ängsten nicht alleine zu bleiben und in den Austausch zu gehen. Sprechen Sie mit uns!

In einem kostenlosen telefonischen Gespräch können Sie uns Ihre Ängste und Sorgen mitteilen. Wir können zwar die Situation nicht ändern, aber ein Gespräch und jemanden zu haben der zuhört, kann die Situation entschärfen – das zeigt unsere jahrelange Erfahrung.

Die kostenlose Online-Beratung der Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige bietet die Möglichkeit, sich Stress und Sorgen von der Seele zu schreiben.

Die Caritas-MitarbeiterInnen sind in ganz Oberösterreich für Sie da!

Am Standort Freistadt: Nadine Tscholl-Jagersberger: Mo-Do 8-12 Uhr, Tel.: 0676 / 8776 2438

An den Standorten Grieskirchen und Linz: Martin Eilmannsberger: Mo-Fr 8-12 Uhr, Tel.: 0676 / 8776 2441

An den Standorten Ried und Braunau: Christine Wally-Biebl: Mo-Fr 9-12 Uhr, Tel.: 0676 / 8776 2439

Am Standort Rohrbach: Ute Maria Winkler: Mo-Fr 8-12 Uhr, Tel.: 0676 / 8776 2443

Am Standort Steyr: Sabine Eiblwimmer: Mo: 8-13:30 Uhr, Di-Do: 8-13 Uhr, Tel.: 0676 / 8776 2442

An den Standorten Vöcklabruck und Linz: Helene Kreiner-Hofinger: Mo-Fr 8-12 Uhr, Tel.: 0676 / 8776 2448

verfasst von Stefanie Weigerstorfer BA, Leitung der Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige

Was geht noch, in Zeiten wie diesen? Unser Appell an betreuende und pflegende Angehörige: Bleiben Sie mit Ihrer Situation nicht alleine!

Foto Helene Home Office

Foto: Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige

„Es hilft alles nichts, da muss ich jetzt durch!“

Tapfere Worte einer pflegenden Angehörigen. Denen ich leider zustimmen muss, obwohl ich um die Belastungen meiner Klientin weiß und es mir sonst immer ein Anliegen ist nach Entlastungsangeboten zu suchen, an einer Veränderung der überfordernden Situation zu arbeiten oder zu ermutigen auch auf sich selber zu achten und gut für sich zu sorgen.

Covid 19 packt hier noch eine Portion Belastung drauf und alle Ziele, wie Schritte in Richtung Erleichterung und Selbstsorge nach Jahren aufopfernder Pflege, sind vorerst und auf unbestimmte Zeit verschoben. Das ist nicht nur für Frau M. entmutigend, nein auch ich nehme ein bedrückendes Gefühl wahr, angesichts der Ohnmacht und gleichzeitigem heraus-gefordert sein meiner Klientin.

„Und was kann ich jetzt für sie tun?“

Im Laufe des Telefonates, das aufgrund der Vorsichtsmaßnahmen die einzige Möglichkeit ist Kontakt zu halten, schildert mir Frau M. wie sie im Kleinen versucht für sich zu sein und etwas Abstand zu bekommen z.B. indem sie eine Tasse Kaffee auf der Terrasse trinkt und diese 10 Minuten genießt und ganz bewusst als Zeit für sich wahrnimmt. Sie schildert was sie im Moment am meisten belastet, spricht auch von Sorgen und Ängsten und ich höre zu, verstehe sie und zeige Mitgefühl. Das löst keine Probleme und bringt auch keine durchgehende Nachtruhe. Aber das Gefühl in Krisen nicht alleine zu sein hilft einerseits sie besser zu bewältigen und sie auch weniger belastend zu erleben. Frau M. und ich haben daher vereinbart, dass wir einmal in der Woche telefonieren, denn da sein geht auch am Telefon.

„Wie geht es Ihnen, mit dieser momentanen Situation?“

Vielleicht stoßen Sie durch die unerwartet heftigen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Ihrer Pflegesituation zunehmend an die Grenzen Ihrer Belastbarkeit. Oder die Einschränkung von sozialen Kontakte und einiger professioneller Hilfsangebote (z. Bsp.: Schließung von Tageszentren) lassen Sie mitunter verzweifeln. Unter Umständen sind Sie verunsichert und besorgt, weil nicht klar ist wann wir wieder zur Normalität übergehen können?

Wir können keine Wunder wirken und wissen auch nicht wann dieser Spuk ein Ende hat. Aber wir nehmen uns gerne Zeit für Sie und Ihre ganz persönliche Geschichte in diesen ungewöhnlichen Zeiten.

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns ein Mail – das geht und wir sind gerne für Sie da!

https://www.caritas-linz.at/hilfe-angebote/service-fuer-pflegende-angehoerige/beratungsangebote/

Verfasst von Helene Kreiner-Hofinger, Mitarbeiterin der Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige und zuständig für die Bezirke Linz, Linz-Land, Vöcklabruck und Gmunden

Telefonische Beratung

phone-4138347_1920 pixabay

Foto: pixabay

Aufgrund der Schutzmaßnahmen wegen des Corona-Virus sind alle Veranstaltungen bis Anfang April abgesagt!

Die Servicestellen Pflegende Angehörige sind ab Montag, 16.3. nur mehr telefonisch erreichbar.

Da diese Zeit besonders auch für pflegende und betreuende Angehörige eine große Herausforderung darstellt und ein Beratungsgespräch hier unterstützen kann, bieten wir unsere psychosozialen Beratungen auch telefonisch und online an.

Die Telefonnummer sind:

Servicestelle Pflegende Angehörige Linz: 0676 /8776 2441 oder 0676 / 8776 2448

Servicestelle Pflegende Angehörige Braunau und Ried i.I.: 0676 / 8776 2439

Servicestelle Pflegende Angehörige Freistadt und Hagenberg: 0676 / 8776 2438

Servicestelle Pflegende Angehörige Grieskirchen: 0676 / 8776 2441

Servicestelle Pflegende Angehörige Rohrbach: 0676 / 8776 2443

Servicestelle Pflegende Angehörige Steyr: 0676 / 8776 2442

Servicestelle Pflegende Angehörige Vöcklabruck: 0676 / 8776 2448

Online-Beratung: https://www.caritas-linz.at/hilfe-angebote/service-fuer-pflegende-angehoerige/beratungsangebote/online-beratung/

 

Schuldgefühle

Beratung_Martin

 

Aus der Beratung:

„Ich müsste meiner Mutter mehr Zeit schenken, sie tut mir so leid!“ Wenn ich einen Tag nicht bei ihr bin, habe ich ein schlechtes Gewissen!“ „Ich genieße den Theaterabend und mein Mann liegt allein zu Hause, da habe ich dann Schuldgefühle.“
Schuldgefühle sind oft ständige Begleiter bei der Sorge um betreuungs-und pflegebedürftige Angehörige und stellen eine große Belastung dar.  Die Hintergründe dieser negativen Gefühle sind aber häufig sehr verdeckt. Apelle aus der Umgebung, wie: „Schaue mehr auf dich! Du musst doch nicht so viel tun! Du bist viel zu besorgt! Mach einmal etwas für dich!“ sind nicht hilfreich und kränken eher.

So zum Beispiel schildert eine noch berufstätige Frau: „ Meine Mutter verlangt immer nach meiner Nähe. Wenn ich nach Hause komme, ist mein erster Weg zu ihr. Wenn es ihr schlecht geht, tut sie mir sehr leid und ich tu mich dann schwer, wegzugehen. Dabei wartet auch mein Partner, der schon in Pension ist auf mich. Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich einmal mit ihm ein paar Tage wegfahren will. Er spürt meinen Zwiespalt und ist sehr geduldig und dann habe ich ihm gegenüber Schuldgefühle, weil ich mir so wenig Zeit für ihn nehme. Die Mutter hat eine 24 Stundenbetreuung- diese verstärkt das schlechte Gewissen noch, wenn sie erzählt, dass die Mutter auf mich wartet und wie wichtig es ist, dass ich Zeit mit ihr verbringe, weil es ihr dann viel besser geht. Manchmal fühle ich mich ziemlich erschöpft und traurig.“

Beim genaueren Hinschauen auf die Beziehungsgeschichte von Mutter und Tochter ergab sich dann folgendes Bild: Die Mutter war zum einen eine schöne, stolze, beruflich erfolgreiche Frau, nach deren Pfeife alle zu tanzen hatten, zum anderen aber eine über Zeiträume hinweg depressive, sensible reizbare und unerreichbare Frau. Der Vater ging in seinem Beruf auf und floh in seine Hobbies. Die Tochter beschreibt ihre Kindheit traurig. Sie hatte immer das Gefühl, dass sie nicht so ganz den Vorstellungen der Mutter entsprach: zu wenig schön, gescheit, sportlich. Sie vermisste die Anerkennung und letztendlich auch die Liebe der Mutter. Vom Vater kam der Auftrag – vor allem in den depressiven Phasen der Mutter: Reize sie nicht, tue was sie sagt, nimm Rücksicht, unterstütze sie! Sein letzter Auftrag lautete: Kümmere dich um sie und schau dass es ihr gut geht.
Das Hinschauen und auch schmerzliche Wahrnehmen des inneren bedürftigen und gekränkten Kindes, das vergeblich die Anerkennung und Liebe der Eltern suchte und immer noch sucht, die Klärung des Auftrages, der vom Vater kam, war der Beginn eines Weges heraus aus dem Schuldkreislauf und hin zu einer guten Sorge für sich selbst.

Es ist gut, nicht mit den negativen Gefühlen oder Schuldgefühlen alleine zu bleiben und sich mitzuteilen. Möglichkeiten von Beratung und Therapie, genauer hinzuschauen, gibt es. Zum Beispiel kann psychosoziale Beratung in unseren Servicestellen für Pflegende Angehörige kostenlos und vertraulich in Anspruch genommen werden. Unter http://www.pflegende-angehoerige.or.at finden Sie die Servicestelle in Ihrer Nähe.

 

Mag. Martin Eilmannsberger, Psychosoziale Beratung der Servicestelle Pflegende Angehörige

Ihr Anliegen ist uns wichtig!

Sie sind betreuender oder pflegender Angehöriger?

Wir helfen Ihnen gerne in einem persönlichen Beratungsgespräch wenn
– es durch die Pflege zu familiären Konflikten kommt,
– die Beziehung zum gepflegten Angehörigen angespannt ist,
– alles ausweglos scheint,
– Sie sich ausgebrannt fühlen,
– Entscheidungen zu treffen sind,
– Sie Trauerbegleitung in Anspruch nehmen möchten,
– Sie sich nach der Pflege neu orientieren müssen.

Unsere Beratungen sind kostenlos. Freiwillige Spenden erbeten.

Wir bitten Sie um telefonische Terminvereinbarung mit einem unserer Berater.
Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch eine Beratung zu Hause möglich.

Nähere Informationen unter: www.pflegende-angehoerige.or.at

Karte für BLOG

Bleiben Sie mit Ihren Sorgen nicht alleine…

plants-1282997_1920Ein chinesischer Bauer hatte seine Reispflänzchen zur rechten Zeit in den Boden eingebracht und versäumte keinen Morgen, zum Feld zu gehen und nach dem Gedeihen der noch zarten Halme zu schauen. Die Voraussetzungen waren gut: er hatte gedüngt, fleißig gewässert und auch die Pflanzen sicher und fest im Boden eingedrückt. Die Sonne schien, und die Luft war lau und mild.

Zwei Wochen gingen ins Land, der Bauer wurde ungeduldig. Die Pflanzen schienen ihm nur wenig größer geworden zu sein. Er suchte ein Mittel, den Trieb zu beschleunigen. Da kam ihm eine Idee: Täglich zog er ein bisschen an den Halmen. Als er aber am siebten Tag aufs Feld kam, was musste er sehen? Die Pflänzchen lagen welk und entwurzelt im Wasser und er musste mit seiner Arbeit von vorne beginnen.

Ein Ihnen nahe stehender Mensch ist erkrankt oder alt und pflegebedürftig. Für Sie ist es eine Selbstverständlichkeit, ihm zu helfen. Seien es die eigenen Kinder, der langjährige Lebenspartner, mit dem Sie vielleicht gemeinsam Kinder groß gezogen haben, Ihre Geschwister, ein Eltern- oder Geschwisterteil, Großmutter oder Großvater – Sie verbindet wahrscheinlich ein tiefes Verantwortungsgefühl füreinander und eine gemeinsame Lebensgeschichte mit Höhen und Tiefen.

Gleichzeitig tragen Sie die Verantwortung für Ihr eigenes Leben. Sie stehen vielleicht mitten in der Ausbildung, im Beruf, haben Kinder, die Sie brauchen, sind vielleicht selbst bereits nicht mehr so fit, etc. Nicht nur für die pflegebedürftige Person verändert sich das Leben, es stellt auch Ihr Leben und die Lebenspläne der ganzen Familie auf den Kopf. Alles muss überdacht und anders organisiert werden. Viele Kompromisse müssen für eine unabsehbare Zeit eingegangen werden. Pflegende Angehörige müssen täglich, oft über einen langen Zeitraum, sowohl körperlich als auch seelisch enormen Belastungen standhalten.

Schnell kann sich der/die Pflegende dabei selbst in einer Situation wiederfinden, in der die Herausforderung zur Überforderung wird. Der Übergang ist meist fließend und vollzieht sich oft unbemerkt. Sie selbst werden zum „Reispflänzchen“ an dem stetig gezogen wird oder vielleicht ziehen Sie auch selbst permanent an sich, bis es eines Tages einmal zu viel ist.

Bleiben Sie mit Ihren Sorgen und Belastungen nicht alleine. Mein Name ist Ute Winkler und ich leite Caritas Servicestelle für pflegende Angehörige in Rohrbach. In einem persönlichen und vertraulichen Beratungsgesprächen haben Sie die Möglichkeit, neue Sichtweisen und Handlungsräume zu entwickeln und eigene Grenzen zu erkennen.

Die psychosoziale Beratung an der Servicestelle für pflegende und betreuende Angehörige ist kostenlos und vertraulich. Sie können mich Mo – Fr von 08.00 bis 12.00 Uhr unter der Tel. 0676/8776 2443 erreichen.

Unter www.pflegende-angehoerige.or.at finden Sie Kontaktdaten meiner KollegInnen an allen weiteren Standorten der Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige in Oberösterreich.