Pflegeheim – Was spricht dafür?

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Grundsätzlich ist die Entscheidung für einen Heimplatz meistens keine leichtfertige, außer der zu Betreuende entscheidet selbst. Aus Erfahrung weiß man, dass das nur selten passiert. Klar ist, die meisten möchte so lange als möglich in den eigenen vier Wänden bleiben. So lange es verantwortbar ist, sollte das auch geschehen. Meist ist dann eine Erkrankung oder ein Unfall der entscheidende Auslöser für die große Frage: Pflegeheim oder eine andere Form der rund um Betreuung.

Für pflegende Angehörige geht es auch um Verantwortung. Sie müssen sich fragen: „Will ich die Pflege übernehmen? Kann ich das aus physischen und psychischen Gründen und hab ich die Zeit und die Ressourcen ??“ Nicht jeder kann und will Pflege übernehmen, daraus kann niemandem ein Vorwurf gemacht werden.

Die Vorteile einer Pflege im Heim liegen klar auf der Hand Betreuung rund um die Uhr, Verpflegung, Gefahren sind verringert, Gemeinschaft wer will.

Fallbeispiel
Hr. A. 70 Jahre alt, lebt seit dem Tod der Mutter alleine in seinem alten Haus. Eigeninitiative war noch nie seine Stärke, außerdem fehlte das Kurzzeitgedächtnis immer mehr und der Alkohol tat das übrige dazu. Drei seiner Schwestern übernahmen die Betreuung und Organisation seines Lebens. Hr. A. lehnte anfangs eine Betreuungshilfe ab. Das ging nicht lange gut. Das Rote Kreuz wurde für die Körperpflege und Essen auf Räder organisiert. Da seine Geschwister im Umkreis von 10 km wohnten, waren die Nachbarn sehr wichtig. Immer wieder hat Hr. A. alle gegen einander ausgespielt, das war keine schöne Zeit. 10 Jahre ging das ganz gut. Nach einer schweren Erkrankung von Hr. A. war an alleine wohnen nicht mehr zu denken. Auch Hr. A. äußerte Bedenken und Ängste gegenüber den Geschwistern und Ärzten. Noch im Krankenhaus wurde mit dem Einverständnis von Hr. A. ein Heimantrag gestellt. Hr. A. lebt nun seit einem Jahr in einem Pflegeheim ganz in der Nähe seiner Geschwister .Nach anfänglichen Problemen ist es jetzt sein zu Hause. Für alle Beteiligten ist jetzt Ruhe eingekehrt-und das ist gut so.

Wir sind nicht nur Verantwortlich für das, was man tut ,sondern auch für das was man nicht tut. – wahrscheinlich Molière (1622- 1673)

Ein großes Dankeschön an unsere ehrenamtliche Blogschreiberin Hedwig Koller für diesen bereichernden Blogbeitrag.

Was denken sie persönlich über die Pflege und Betreuung im Heim, kommentieren sie und lassen sie andere an ihren Gedanken teilhaben?

Zum Nachhören: Orte des Alters und der Pflege

Bis 2030 werden voraussichtlich mehr als zwei Millionen Menschen in Österreich 65 Jahre oder älter sein. Der Umgang mit Alter, Krankheit und Sterben wird zukünftig eine unserer großen gesellschaftlichen Herausforderungen sein.

Die Ö1-Sendung (v. 31.05.2016) „ORTE DES ALTERS UND DER PFLEGE – Formen und historischer Wandel der Betreuung von betagten Menschen.“ blickt auf die Formen der Altersversorgung im Wandel der Zeit.

Hier können Sie die Sendung noch 7 Tage nachHÖREN…

http://oe1.orf.at/programm/438156

Will ich, kann ich, muss ich pflegen?

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Foto: Annemarie Aichinger

Kaum jemand beschäftigt sich gerne mit dem eigenen Älterwerden. Fragen, wie man sich die eigene Pflege vorstellt, werden verdrängt oder auf später verschoben. Doch so sicher, wie jeder Mensch älter wird, so sicher wird der Zeitpunkt kommen, wo dieser Mensch Unterstützung braucht. Diese erfolgt anfangs unauffällig und ist oft „nicht der Rede wert“: Es ist selbstverständlich, dass man die Einkäufe für die Mutter mitnimmt, den Schwiegervater zum Arzt begleitet, der Schwiegermutter bei der Wäsche hilft oder ihre Fenster putzt. Nach und nach nehmen die Anforderungen und Aufgaben für die pflegenden Angehörigen jedoch zu. Da „nebenbei“ auch noch der eigene Alltag mit Beruf, Partner, Haushalt und Kinder zu bewerkstelligen ist, führt die Betreuungs- und Pflegesituation nicht selten dazu, dass sich pflegende Angehörige überfordert fühlen und im schlimmsten Fall sogar selbst krank werden.

Marlene Mayr von der Caritas-Servicestelle Pflegende Angehörige empfiehlt deshalb, sich im Vorfeld die Frage zu stellen: Will ich, kann ich, muss ich pflegen?

Angehörige sollten sich früh genug überlegen und abschätzen, welche Möglichkeiten sie an Fürsorge leisten können, wieviel Zeit sie selber aufbringen können und wo sie an die eigenen Grenzen stoßen. Wo es möglich ist, sollte dies auch Thema in einem Gespräch mit der Familie und den Betroffenen sein. Gelegentlich wird schon bei der Haus- oder Hofübergabe schriftlich festgelegt, wie die Betreuung und Pflege in der Familie geregelt wird. Dabei sollten ebenso Möglichkeiten besprochen werden, was an Vorsorge getroffen werden kann, z.B. durch die Mithilfe anderer Familienmitglieder, mobile Dienste, Tagesbetreuung, Kurzeitpflege, Besuchsdienst, etc. Wenn in einer Familie offen über Pflege gesprochen werden kann, dann fallen Entscheidungen leichter und verursachen nicht gleich ein schlechtes Gewissen.

Ist man bereit die Pflegearbeit zu übernehmen, sollte sich jede/r darüber im Klaren sein, dass schwierige Pflegesituationen nicht ohne „Blessuren“ zu meistern sind. Die Beziehung zwischen pflegender und zu pflegender Person ist intensiv und gleicht oft einem Drahtseilakt zwischen Pflicht und Liebe sowie Hilflosigkeit und Überforderung. Die Betreuung fordert pflegende Angehörige psychisch und körperlich, was sich fast immer auch auf deren Gesundheit auswirkt.

Deshalb ist für pflegende Angehörige neben der Vorsorge auch die „Selbstsorge“ wesentlich, und es ist wichtig, Unterstützung für sich in Anspruch zu nehmen. Um selber gesund zu bleiben und die Pflegesituation zu Hause gut zu bewältigen, bietet die Caritas-Servicestelle psychosoziale Beratungen, Erholungsmöglichkeiten, Gesprächsgruppen, Demenzkurse sowie Wissensvermittlung in Form von Veranstaltungen an.

Veranstaltungshinweis: Erholungstage für Pflegende und Gepflegte in Vöcklabruck, 30.5. – 3.6.2016, Anmeldung bis 2. Mai 2016, Tel.: 0676 / 8776 2443, http://www.pflegende-angehoerige.or.at

Tipps von Marlene Mayr,
Leiterin der Caritas-Servicestelle für pflegende Angehörige

Unser Pflege-ABC für pflegende Angehörige | Teil II

BücherDas etwas andere PFLEGE – ABC
(heute mit den Buchstaben “D”,“E” und “F”)

Vielleicht haben Sie Lust das „ABC“ durchzugehen und zu schauen welche Gedanken Ihnen dazu kommen:

Durchsetzungskraft – manchmal darf im Interesse aller, auch gegen den Willen der pflegebedürftigen Person, entschieden werden (wenn für seine Betreuung gesorgt ist)
Entscheidungen zu treffen ist wichtig, damit Sie ein selbstbestimmtes Leben führen können
Für alles was war Danke, zu allem was kommt ja! Das ist Dankbarkeit für die erhaltenen Geschenke im Leben und Demut gegenüber Schwerem, das nicht zu ändern ist.

Fortsetzung folgt kommende Woche! 🙂

Einen herzlichen Dank an Helene Kreiner-Hofinger für diesen Beitrag!

Veranstaltung „Gespräche führen in Betreuungs- und Pflegesituationen“

weiß und orangeImpuls-Nachmittag „Allen recht gemacht, ist eine Kunst, die niemand kann“
Eine Veranstaltung für betreuende und pflegende Angehörige sowie für Interessierte

Referent: Martin Wintereder, Moderator für soziale Arrangements
Termin: Mittwoch, 20. Mai 2015, 14:00 – 17:00 Uhr
Ort:  Caritas Kompetenzzentrum, 4150 Rohrbach, Gerberweg 6

Oft ungeplant, unvorbereitet und unausgesprochen übernehmen Angehörige von betreuungsbedürftigen Menschen Koordinationsaufgaben, um die Betreuung und/oder Pflege sicher zu stellen.

  1. Da gilt es die unterschiedlichen Sichtweisen der Familienmitglieder unter einen Hut zu bringen.
  2. Aufgaben und Rollen müssen verteilt und manche Konflikte gemanagt werden.
  3. Weiters sind oft wenig vertraute medizinische und therapeutische Entscheidungen zu treffen.
  4. Und zu all dem ist es wichtig, die eigenen Möglichkeiten und Bedürfnisse ernst zu nehmen.

An diesem Abend lernen Sie die Struktur der medizinischen und pflegerischen Hilfsdienste sowie die Möglichkeit von Besuchs- und Angehörigenentlastungsdiensten kennen.

Zudem üben wir, wie eine gute und klare Kommunikation im Betreuungsumfeld gelingen kann, und Sie lernen die eigenen Wünsche und Bedürfnisse auch gegenüber dem zu betreuenden Angehörigen klar zu kommunizieren.

Teilnahmegebühr: € 15,-
Anmeldung erforderlich.

Anmeldung:
Caritas für Betreuung und Pflege
Servicestelle Pflegende Angehörige
Gerberweg 6, 4150 Rohrbach
Tel.: 0676 / 87 76 24 43
Mail: christine.gumpenberger@caritas-linz.at

Einladung zu Workshop „Wann gelingt Betreuung und Pflege“

„Wann gelingt Betreuung und Pflege“
Voraussetzungen, Einstellungen, Umgang mit Belastungen

Termin: Mittwoch, 06. Mai 2015,
14.00 – 17.00 Uhr
Ort: Abelenzium Gaflenz,
3334 Gaflenz

Referentin: Marlene Mayr, Leiterin der Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige

Die Pflege von Angehörigen ist Schwerarbeit für Körper, Geist und Seele und stellt eine große Herausforderung dar. Dieser Nachmittag soll Wege aufzeigen, wie Betreuungs- und Pflegearbeit gelingen kann – und man dabei gesund bleibt.

Keine Teilnahmegebühr, freiwillige Spenden erbeten.

Anmeldung erforderlich: bei Johanna Atschreiter, Tel.: 07353 / 342

Veranstalter: Caritas Servicestelle für Pflegende Angehörige in Kooperation
mit der Pfarre Gaflenz

Workshop „Wann gelingt Betreuung und Pflege“

Voraussetzungen, Einstellungen,
Umgang mit Belastungen

Termin: Mittwoch, 25. März 2015,
14.00 – 17.00 Uhr
Ort: Abelenzium Gaflenz, 3334 Gaflenz

Referentin: Marlene Mayr, Leiterin der Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige

Die Pflege von Angehörigen ist Schwerarbeit für Körper, Geist und Seele und stellt eine große Herausforderung dar. Dieser Nachmittag soll Wege aufzeigen, wie Betreuungs- und Pflegearbeit gelingen kann – und man dabei gesund bleibt.

Keine Teilnahmegebühr, freiwillige Spenden erbeten.

Begrenzte Teilnahme – Anmeldung erforderlich: bei Johanna Atschreiter, Tel.: 07353 / 342

Veranstalter: Caritas Servicestelle für Pflegende Angehörige in Kooperation
mit der Pfarre Gaflenz