P.A.U.L.A. Kursreihe zum Thema Demenz in Linz

Wann: 02.11.16 / 16.11.16 / 30.11.16 jeweils von 15:00 – 17.30 Uhr
Wo: Seniorenwohnhaus Karl Borromäus, Linz (OÖ)


 hände_stockSie bemerken an einem Familienmitglied: Er/Sie kommt mit dem Alltag nicht mehr zurecht. Es werden Namen, Vereinbarungen, alltägliche Dinge vergessen. Vielleicht gibt es zudem Schuldzuweisungen.

Als Angehörige/r stehen Sie vor dem Konflikt, ob Sie auf diese Schwächen hinweisen oder ob Sie es besser bleiben lassen sollen.

Sie merken: Mein Vater, meine Mutter, mein/e PartnerIn etc. kapselt sich ab, ist unzugänglich. Was kann der/m Betroffenen zugetraut werden und ab wann sollte Hilfe beginnen?
Oder: Es ist eine Demenz diagnostiziert: Die Kommunikation mit Vater, Mutter, PartnerIn gestaltet sich zusehends schwieriger, immer öfter kommt es zu Konflikten.
Es fällt schwer, im Verhalten des/r Erkrankten die Person zu erkennen, die man von früher kennt.

P.A.U.L.A. bietet 3 Kurstreffen im Abstand von jeweils ca. zwei Wochen mit jeweils 2 ½ Stunden.
Erfahrene und ausgebildete Demenz-Fachkräfte

  • vermitteln Hintergrundinformation zu Demenz
  • zeigen Kommunikationsmöglichkeiten mit an Demenz erkrankten Personen auf
  • geben Anregungen für die jeweilige konkrete Situation

Die Zeit zwischen den Kurstreffen bietet die Möglichkeit, Gelerntes und Erfahrenes zu erproben. Die Erfahrungen werden beim folgenden Treffen besprochen, Inhalte können vertieft und Fragen neu gestellt werden.

Termine:
02. November 2016, 15:00 – 17:30 Uhr
16. November 2016, 15:00 – 17:30 Uhr
30. November 2016, 15:00 – 17:30 Uhr

Kursort:
Seniorenwohnhaus Karl Borromäus/Großer Saal
Bethlehemstraße 56-58
4020 Linz

Die Kursgebühr beträgt € 45,-

Information und Anmeldung:
Caritas für Betreuung und Pflege
Servicestelle Pflegende Angehörige
Bethlehemstraße 56-58
4020 Linz

Tel.: 0676/8776 2440 oder 2447
julia.wiesenhofer(at)caritas-linz.at

Das Projekt P.A.U.L.A. wird mit Unterstützung des Sozialressorts des Landes OÖ durchgeführt.

Vom Auf und Ab in unserem Leben

„Schon an der Größe eines Augenblicks lässt sich die Größe eines Lebens ermessen: die Höhe einer Bergkette wird ja auch nicht nach der Höhe irgendeiner Talsohle angegeben, sondern ausschließlich nach der Höhe des höchsten Berggipfels. So entscheiden auch im Leben über dessen Sinnhaftigkeit die Gipfelpunkte, und ein einziger Augenblick kann rückwirkend dem ganzen Leben Sinn geben.“
(Viktor E. Frankl)

14344164_10210431150236146_3875208149464127530_n

Mein Name ist Petra Radinger. Ich arbeite in der Servicestelle für pflegende Angehörige in Steyr in beratender Tätigkeit.

Oft verwende ich in der Beratung  die Metaphern  von Tälern und Gipfelpunkte.  Sie beschreiben in anschaulicher Weise das Auf und Ab in unserem Leben.

Steinige Wege werden  im Leben durchschritten. Oft sind sie mit Anstrengung, Mutlosigkeit,  Schmerz und Leid verbunden.  Bei der Beratung von pflegenden Angehörigen durchwandere ich gemeinsam mit Menschen  Täler und Schluchten des Lebens.  Manchmal  macht es den Anschein,  es gäbe keinen Ausweg mehr.  Man ist sozusagen an einer Sackgasse angelangt, wobei vor lauter Gebüsch und Gestrüpp  kein Pfad mehr nach vorne oder  zurück erkennbar ist…

Und doch eröffnen sich immer wieder  neue Wege. Einen neuen Weg für sich zu entdecken, sich  zu entscheiden und  zu beschreiten  erfordert  Mut. Mut den Pfad anders als gewohnt  zu gehen. Hat man sich für einen für sich sinnvollen, neuen Weg entschieden, einem  Weg “wozu“  wird die Sicht klarer… der Weg zum Gipfel  wird erkennbar.  Vertrauen und Hoffnung  lassen  Menschen den beschwerlichen  Anstieg bis zum Gipfel  überwinden.  Hat man den Aufstieg zum  Gipfel des Berges geschafft,  wird einem vergegenwärtigt  “wofür“ man die Strapazen des Aufstiegs auf sich genommen hat…

Ein einziger Augenblick kann rückwirkend dem ganzen Leben Sinn geben.

Ich würde mich freuen, ein Stück Ihres  Weges  gemeinsam mit Ihnen zu  gehen  und Sie beim Aufstieg zum Gipfel zu ermuntern und  zu unterstützen. Ich werde mich über jeden Gipfelpunkt den Sie erreicht haben freuen!

Die psychosoziale Beratung an der Servicestelle für pflegende und betreuende Angehörige ist kostenlos und vertraulich. Sie können mich jeden Dienstag und Mittwoch unter der Tel. 0676/8776 2442 erreichen.

Unter www.pflegende-angehoerige.or.at finden Sie Kontaktdaten meiner KollegInnen an allen weiteren Standorten der Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige in Oberösterreich.

Sehnsüchte, Wünsche und Träume – Eine pflegende Angehörige erzählt!

pusteblumeHeut bin ich 5mal aufgestanden in der Nacht. Mein Mann ist so unruhig und geistert immer umeinander. Drei Wochen war er im Krankenhaus, aber die haben das auch nicht hingekriegt.

Vier Stunden in einem zu schlafen, da wäre ich schon zufrieden. Neulich bin ich nicht gleich aufgestanden. Ich war so müde. Dann bin ich doch aufgestanden und da war das ganze Bett nass. Er hat sich die Windelhose aufgemacht. „So das ist jetzt die Strafe“, hab ich mir gedacht, „weil du nicht gleich aufgestanden bist.“

Es wird immer schlimmer! Voriges Jahr bei seinem 80iger war es noch viel besser. Er phantasiert auch beim Tag so viel. Er ist arm dabei und ich auch.

Mein Mann will mich immer um sich haben. Beim Kochen geht das ganz gut. Ich koche jeden Tag für alle! Aber ich habe auch sonst alles zu erledigen: Einkauf, Medikamente besorgen und alles was unser großes Haus betrifft. Es gibt einfach immer etwas. Meine Kinder möchte ich nicht belasten, sie haben genug mit sich selber zu tun.

Für meine Mutter, 95ig ist sie, habe ich jetzt eine 24h-Pflege. Ich habe es nicht mehr geschafft! Die zwei Pflegerinnen wechseln alle 14 Tage. Ich habe schon überlegt, auch für meinen Mann eine 24h-Pflege zu nehmen, zumindest zeitweise. Dann könnte ich vielleicht doch einige Tage fortfahren, nach München zu meiner Freundin oder Venedig würde mir gefallen, Dubrovnik war auch einmal auf meinen Plan. Oder einfach nur wandern gehen oder Zeit lassen beim Einkaufen, Freundinnen treffen – nicht immer auf die Uhr schauen müssen.

Manchmal bin ich ungeduldig mit meinen Mann. Weißt du, er hat immer sehr viele Freiheiten gehabt in unserer Ehe. Er hat sie sich genommen und ich habe immer nachgegeben und jetzt bin ich angehängt und habe nichts als Verpflichtungen!

Text: Annemarie Aichinger, ehrenamtliche Mitarbeiterin der Servicestelle für pflegende Angehörige


Mag. Martin Eilmannsberger, Berater an der Servicestelle für pflegende Angehörige hat sich dazu Gedanken gemacht:

Eine Standardfrage in der Beratung ist: „Kommen Sie ausreichend zum Schlafen?“ Dauernder Schlafentzug führt in die psychische Erschöpfung. Hier besteht Handlungsbedarf, nachdem auch im Krankenhaus keine Möglichkeit der Beruhigung vor allem in der Nacht gefunden wurde.

Daneben belastet ein altes Beziehungsthema: Das Verhältnis von Geben und Nehmen  – ein wichtiges Beziehungsprinzip – war nie ausgeglichen. Stets hat die Frau nachgegeben und ihre Bedürfnisse in den Hintergrund gerückt. Etwas, was auf sehr subtile Weise die Seele zerfrisst.

Es wäre gut, einmal genauer auf die Beziehungsgeschichte hinzuschauen und Fragen einen Raum zu geben die aus dem Herzen drängen und doch hinuntergedrückt werden:
– Würde er das gleiche für mich tun?
– Was bin ich ihm schuldig?
– Was an Unterstützung entspricht unserer Beziehung?
– Wohin mit meinen Gefühlen der Wut und der Traurigkeit?…

Und vielleicht wäre es gut dem Verzicht auf eigene Bedürfnisse, dem „Immer – Nachgeben“ bei sich auf den Grund zu gehen, um aus der passiven Haltung, aus dem Gefühl des Ausgeliefert-Seins herauszukommen.

Beides, die Symptome der Erkrankung und die Kränkungen aus der Beziehungsgeschichte führen in die Erschöpfung.

Ein erster konkreter Ansatz ist sicher ,wie schon angedacht,  einen Teil der Betreuung abzugeben, für ausreichende Auszeiten zu sorgen, damit eigene Bedürfnisse (Freundschaften und Sozialkontakte, Urlaub und Ausspannen) wieder Platz haben. Nicht wenige haben für sich so ein Betreuungsmodell gefunden, bei dem sich 24Stundenbetreuung und der/die Angehörige abwechseln.

Eine berechtigte Hoffnung…

Mein Name ist Helene Kreiner-Hofinger. Ich arbeite als Beraterin an der Servicestelle für Pflegende Angehörige in Vöcklabruck (Oberösterreich).

In der Beratung ist das Gespräch mein wichtigstes Werkzeug. Es gibt aber auch andere wertvolle Methoden z.B. die Arbeit mit Symbolen. Immer wieder bin ich fasziniert, wie viel Ausdruck in oftmals ganz einfachen Symbolen steckt und wieviel durch sie zum Ausdruck kommen kann.

Nun habe ich mir überlegt, welches Symbol meinen Zugang zur Beratung am besten beschreiben würde. Was bedeutet Beratung für mich? Was wird durch sie möglich? Wobei kann sie hilfreich sein? Wie erlebe ich Beratung und die Menschen, die zu mir kommen?

Zuerst gingen mir viele Bilder durch den Kopf. Es dauerte eine Weile, bis ich mich für ein Symbol entscheiden konnte. Wie sich in der Beratung Dinge entwickeln dürfen und Entscheidungen reifen müssen, so habe auch ich mir die nötige Zeit genommen. Ich habe mir erlaubt, in Gedanken zu sein und sie wieder zu verwerfen und mich letztendlich zu entscheiden.Im Moment passt dieses Symbol am besten: Mein Symbol für Beratung ist das Licht einer brennenden Kerze.

candle-1301223_1920-1

Drei Eigenschaften von Licht, die mich besonders ansprechen und Parallelen zur Beratung, wie ich sie sehe,herstellen lassen:

  • Licht leuchtet
  • Licht wärmt
  • Licht strahlt

Auch Beratung leuchtet. Sie leuchtet ein Stück des Weges in der Dunkelheit, die Menschen umgibt, wenn sie in einer Krise sind.

Und Beratung wärmt. Es ist menschliche Wärme die entsteht, wenn ich als Beraterin dem Menschen aufmerksam zuhöre, ihn ernst nehme und verstehe.

Und Beratung strahlt. Sie strahlt für die Menschen Trost und Hoffnung aus, die verzweifelt sind und bei mir Unterstützung suchen.

Es ist eine berechtigte Hoffnung!

In der Beratung nehme ich immer wieder wahr, wie Menschen Verständnis für sich, ihre Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse bekommen. Wie sie Mut entwickeln und individuelle Lösungen für ihre Situation, ihr Leben finden und Neues ausprobieren bzw. umsetzen.

Es ist schön, diese Prozesse zu begleiten und das geht nicht von heute auf morgen. Es darf dauern.

Aber es kann gelingen und für mich ist es immer wieder ein Privileg, dabei zu sein, wenn sich im Leben eines Menschen etwas zum Positiven verändert.

Was kann diese positive Veränderung für die Menschen bedeuten?

Das kann Erleichterung bedeuten, weil eine schwierige Entscheidung getroffen werden konnte.

Oder Entlastung kann spürbar werden, weil die Mobilen Dienste jetzt zwei Mal in der Woche zum Waschen der Mutter kommen -obwohl sie das nicht so gerne hat.

Es kann ein Gefühl von Zuversicht sein, weil die Geschwister einbezogen werden konnten, jetzt in der Betreuung des demenzerkrankten Vaters regelmäßig mithelfen und mann/frau nicht mehr alles alleine schaffen muss.

Beratungsangebote der Servicestelle Pflegende Angehörige

Ich möchte Sie einladen, über die Möglichkeit einer Beratung für sich selber nachzudenken. Es ist kein Mangel und kein Versagen, wenn sich Menschen Unterstützung für eine schwierige und belastende Lebenssituation holen.

Beratung kann Ihnen helfen, wenn

  • Es durch die Pflege zu familiären Konflikten kommt
  • Die Beziehung zum zu Pflegenden angespannt ist
  • Sie sich ausgebrannt fühlen
  • Sie „zu kurz kommen“
  • Alles ausweglos scheint
  • …..

Die Beratung ist kostenlos und vertraulich.

Ich freue mich, wenn Sie sich entschließen, Hilfe in Form von Beratung in Anspruch zu nehmen. Für Terminvereinbarungen bin ich unter der Handynummer 0676 8776 2448 am Mo – Mi – Fr von 8 bis 12 Uhr für Sie zu erreichen.

Unter www.pflegende-angehoerige.or.at finden Sie Kontaktdaten meiner KollegInnen an allen weiteren Standorten der Caritas Servicestelle Pflegende Angehörige in Oberösterreich.

Psychosoziale Beratung für pflegende Angehörige

Sie sind betreuender oder pflegender Angehöriger?

Wir helfen Ihnen gerne in einem persönlichen Beratungsgespräch wenn
– es durch die Pflege zu familiären Konflikten kommt,
– die Beziehung zum gepflegten Angehörigen angespannt ist,
– alles ausweglos scheint,
– Sie sich ausgebrannt fühlen.

Unsere Beratungen sind kostenlos. Freiwillige Spenden erbeten.

Wir bitten Sie um telefonische Terminvereinbarung mit einem unserer Berater:

  • LINZ: Mag.(FH) Julia Wiesenhofer, Tel. 0676 8776 2447
  • GRIESKIRCHEN: Mag. Martin Eilmannsberger, Tel. 0676 8776 2441
  • ROHRBACH: Christine Gumpenberger, Tel. 0676 8776 2443
  • STEYR: DGKS Petra Radinger, Tel. 0676 8776 2442
  • VÖCKLABRUCK: Helene Kreiner-Hofinger, Tel. 0676 8776 2448

Nähere Informationen unter: www.pflegende-angehoerige.or.at

Karte für BLOG

Unser Pflege-ABC für pflegende Angehörige | Teil VIII

Das etwas andere PFLEGE – ABCBücher
(heute mit den Buchstaben: “V”,“W” und “X”)

Vielleicht haben Sie Lust das „ABC“ durchzugehen und zu schauen, welche Gedanken Ihnen dazu kommen:

Verzeihen ist ein Weg, an dessen Ende die Gedanken Ruhe finden und die Seele Frieden findet.

Wissen über Krankheit und deren Verlauf bzw. Ende, unterstützt einen verantwortungsvollen Umgang mit der Situation.

XY– Sie sind keine beliebige Nummer, lassen Sie sich auch nicht so behandeln. Behörden und Ämter sind Dienstleistungsbetriebe, Sie sind dort KundIn. Und „der Kunde ist König“!

Einen herzlichen Dank an Helene Kreiner-Hofinger für diesen Beitrag!

Unser Pflege-ABC für pflegende Angehörige | Teil VI

Das etwas andere PFLEGE – ABCBücher
(heute mit den Buchstaben: “P”,“Q” und “R”)

Vielleicht haben Sie Lust das „ABC“ durchzugehen und zu schauen, welche Gedanken Ihnen dazu kommen:

Professionelle Hilfe bringt für pflegende Angehörige Entlastung. Ob für die Pflege, für die Begleitung des Angehörigen oder auch in Form von  psychosozialer Beratung.

Quelle meiner Kraft – wovon, woher bekomme ich Energie? Wann habe ich das letzte Mal die Quelle meiner Kraft besucht? Wann werde ich es wieder tun?

Respekt bezeichnet eine Form der Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Ehrerbietung gegenüber einem anderen Lebewesen (Quelle: Wikipedia). Auch eigene Bedürfnisse dürfen und/oder sollen – gerade in der Pflege – respektiert werden und Beachtung finden.

Einen herzlichen Dank an Helene Kreiner-Hofinger für diesen Beitrag!