Wir leben dem Leben entgegen

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Wer denkt schon ans Sterben
mitten im Leben
wer denkt an den Tod
wenn ihn Freude umgibt
wer denkt an den Abschied
mitten im Fest

Wir leben dem Tod entgegen
dem grausamen, gnadenlosen Tod
der das Glück in Scherben zerbricht
der die Freundschaft, die Liebe  zerreißt
der kalt ist und hart
wir leben dem Tod entgegen
wir leben dem Leben entgegen
dem Leben, das mehr ist als Mühe und Sorgen
dem Leben das Friede ist, Freude und Glück
wir leben dem Leben entgegen
der Auferstehung zum Fest
zu dem Gott uns einlädt
am Ende unserer Tage
wir leben dem Leben entgegen

Denn stärker als der Tod
ist die Liebe
stärker als der Tod
ist das Leben
der Tod wird durchkreuzt durch den,
der am Kreuz diesen Tod für uns starb
was jetzt zählt ist nicht das Sterben
was jetzt zählt ist DAS LEBEN.

Aus: Leben Tod Leben, Sammlung  von Texten und Gedichten von Theresia Kronberger Herausgeber: KMB 

Das Team der Servicestelle für Pflegende Angehörige
wünscht Ihnen frohe und freudvolle OsterFEIERtage! 🐰🌷 

Frohe Feiertage!

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Leben heißt lernen,
dass wir uns Zeit nehmen müssen,
wenn wir welche haben wollen;
dass wir verantwortlich sind,
für Gedachtes und Nichtgedachtes,
Gesagtes und Nichtgesagtes,
Getanes und Nichtgetanes;
dass der Sinn des Lebens
darin liegt, immer die Liebe
und das Leben im Sinn zu haben.

Leben heißt lernen,
dass es nicht darauf ankommt,
ob wir uns etwas schenken,
sondern im Stande sind,
uns gegenseitig etwas zu geben;
dass das Wesen des Lebens
die Veränderung ist;
dass wir Liebe säen müssen,
wenn wir Liebe ernten wollen.

Leben heißt lernen,
die Kunst der Gelassenheit auszuüben:
das Weglassen, das Zulassen,
das Loslassen,
dass die schwierigste Aufgabe
unseres Lebens darin besteht,
nie aufzugeben;
dass unser Mensch-Sein untrennbar
mit dem Mensch-Werden verbunden ist.
(Verfasser unbekannt)

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen feierliche Weihnachten
und einen guten Übergang ins neue Jahr!

Ihr Team der
Servicestelle für pflegende Angehörige

Einfach zum Nachdenken…

Eine Geschichte v. Anthony de Mello, Aus dem Buch „Gib deiner Seele Zeit“

Ein Kaufmann in Bagdad schickte seinen Diener mit einem Auftrag zum Basar.
Der Mann kam blass und zitternd vor Angst zurück.
„Herr“, sagte er, “auf dem Markt traf ich einen Fremden.
Als ich ihm ins Gesicht blickte, sah ich, dass es der Tod war.
Er wies mit einer drohenden Gebärde auf mich und ging davon.
Nun habe ich Angst. Bitte gebt mir ein Pferd, dass ich sofort nach Samarra reiten kann, um mich möglichst weit vom Tod zu entfernen.“

Der Kaufmann war besorgt um den Mann und gab ihm sein schnellstes Roß. Der Diener saß auf und war im Handumdrehen verschwunden.

Foto: Heinz Häubl

Foto: Heinz Häubl

Später ging der Kaufmann selbst auf den Basar und sah den Tod in der Menge herumlungern. Er ging zu ihm hin und sagte:“ Du hast heute morgen vor meinem armen Diener eine drohende Gebärde gemacht. Was sollte das bedeuten?“
„Das war keine drohende Gebärde, Sir“, sagte der Tod. „Es war nur ein erstauntes Zusammenfahren, weil ich ihn hier in Bagdad traf.“
„Warum sollte er nicht in Bagdad sein? Hier wohnt er doch.“
„Nun mir hatte man zu verstehen gegeben, dass ich ihn heute abend in Samarra treffen würde.“

Manche Menschen haben solche Angst zu sterben, dass sie ganz darauf gerichtet sind, den Tod zu vermeiden –  und dabei vergessen zu leben.

Was uns der Tod predigt…

Annemarie Aichinger

Foto: Annemarie Aichinger

Das, was uns der Tod predigt, ist nicht das Sterben, sondern das Leben, das richtige Leben.
Ich möchte mit meinem Wort vom Sterben niemanden den Tag sauer machen.
Wenn ich vorm Grab stehe, denke ich manchmal:
„Nun haben sich alle deine Probleme von selber gelöst, warum hast du das so tragisch genommen?“

Der Tod sagt: Auch die Sorgen und Probleme bekommen ein anderes Gesicht.
Und weil die Zeit begrenzt und kostbar ist,
kann auch das Verhältnis zueinander besser werden.
Wir haben einander nicht immer.
(V. Hans Innerlohinger, ehem. Voestpfarrer)

Danke Annemarie Aichinger für diesen Text!

Ich glaube an das Leben

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Ich glaube an das Leben
An den bejahten Anfang
An die erkämpften Schritte
An die ertrotzten Irrwege
An die geleiteten Wege

Ich glaube an das Leben
An seine bunte Vielfalt
An seine geschenkten Möglichkeiten
An sein gelassenes Fortschreiten
An seine glückliche Zukunft

Ich glaube an das Leben
An die verschwindenden Schatten
An die überwundenen Hürden
An die gesprengten Fesseln
An die versprochene Auferstehung

– Irene Unterkofler

Ich Danke Allen

„Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben;
sie haben meine Fantasie beflügelt.
Ich danke allen, die mich in ihr Schema pressen wollten;
sie haben mich den Wert der Freiheit gelehrt.

Ich danke allen, die mich belogen haben;
sie haben mir die Kraft der Wahrheit gezeigt.
Ich danke allen, die nicht an mich geglaubt haben;
sie haben mir zugemutet, Berge zu versetzen.
Ich danke allen, die mich abgeschrieben haben;
sie haben meinen Mut geweckt.

Ich danke allen, die mich verlassen haben;
sie haben mir Raum gegeben für Neues.
Ich danke allen, die mich verraten und missbraucht haben;
sie haben mich wachsam werden lassen.
Ich danke allen, die mich verletzt haben;
sie haben mich gelehrt, im Schmerz zu wachsen.
Ich danke allen, die meinen Frieden gestört haben;
sie haben mich stark gemacht, dafür einzutreten.

Vor allem aber danke ich allen,
die mich lieben, so wie ich bin;
sie geben mir die Kraft zum Leben.

~Paulo Coelho“

Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben;
sie haben meine Fantasie beflügelt.
Ich danke allen, die mich in ihr Schema pressen wollten;
sie haben mich den Wert der Freiheit gelehrt.

Ich danke allen, die mich belogen haben;
sie haben mir die Kraft der Wahrheit gezeigt.
Ich danke allen, die nicht an mich geglaubt haben;
sie haben mir zugemutet, Berge zu versetzen.
Ich danke allen, die mich abgeschrieben haben;
sie haben meinen Mut geweckt.

Ich danke allen, die mich verlassen haben;
sie haben mir Raum gegeben für Neues.
Ich danke allen, die mich verraten und missbraucht haben;
sie haben mich wachsam werden lassen.
Ich danke allen, die mich verletzt haben;
sie haben mich gelehrt, im Schmerz zu wachsen.
Ich danke allen, die meinen Frieden gestört haben;
sie haben mich stark gemacht, dafür einzutreten.

Vor allem aber danke ich allen,
die mich lieben, so wie ich bin;
sie geben mir die Kraft zum Leben.

~Paulo Coelho

Vom guten Sterben!

Sterben ist Teil unseres Lebens.
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Sowie Geburt ein besonderes Ereignis ist, kann auch das Hinübergehen als solches angenommen werden. Viele fürchten nicht den Tod, eher das Leiden.

Meine Erfahrungen mit Sterbenden sind sehr vielfältig, so vielfältig und unterschiedlich wie die Menschen sind. Das gute Sterben ist nicht für alle Menschen dasselbe Sterben.

Der Tod ist universal, das Sterben individuell.
Gut sterben heißt den je eigenen Tod sterben.

Jeder Mensch stirbt anders, so dass man nie sagen kann – „Ich weiß wie es geht“.
Schon der nächste Sterbende belehrt mich eines Besseren.

Es ist ein  komplexer, für uns nie ganz durchschaubarer Vorgang.
Es wird immer ein Mysterium bleiben.

Sterben heißt „Loslassen“ – ob ein Sterbender loslassen kann,
hängt im hohen Maße von seiner Beziehung zu den Angehörigen,
und seiner Lebensgeschichte ab.
Loslassen ist ein Lebensthema und jeder Abschied ist ein kleiner Tod.
Er ermahnt uns an den Letzten – das sollten wir ein Leben lang lernen.

Text: Annemarie Aichinger, Pensionierte Altenheimseelsorgerin
Ehrenamtl. Mitarbeiterin der Servicestelle Pflegende Angehörige