Erholungstage für pflegende Angehörige in Schlierbach

„Achtsam sein mit mir“,
war das Motto der Erholungstage vom 15. bis 18 Februar in Schlierbach.

ET Schlierbach 2019

Pflegende Angehörige haben oft wenig Zeit, sich um sich, den eigenen Körper und die seelischen und sozialen Bedürfnissen zu kümmern.
So tat es gut, sich einmal mit gutem Essen verwöhnen zu lassen, auszuspannen, einfach nur sich selbst zu genügen und mit den anderen ins Gespräch zu kommen. Das wunderbare Wetter ermöglichte es, viel in der winterlichen Natur auf schönen Wegen und an schönen Plätzen unterwegs zu sein und einmal richtig durchzuatmen.
Mit schönen Bildern, bereichernden Gesprächen und der einen oder anderen neuen Anregung kehrten wir wieder in den Alltag zurück.

Die nächsten Erholungstage finden von 13 -17.5. 2019 in Vöcklabruck statt.
Anmeldung und nähere Information finden Sie hier:
https://www.caritas-linz.at/hilfe-angebote/service-fuer-pflegende-angehoerige/veranstaltungen/veranstaltungen-detailansicht/news/81790-erholungstage-fuer-pflegende-und-gepflegte/

Tagebucheintrag: Meine Schwester hat endlich eingewilligt ins Heim zu gehen!

Vielen Dank für diesen Mut machenden Erfahrungsbericht einer anonymen Schreiberin, die ihre Schwester begleitet.

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Meine Schwester hat eine unheilbare Krankheit (ALS). Sie wohnt alleine in ihrem Haus, und wird seit fast einem Jahr von der 24 Stunden Pflege betreut.
Ihr Gesundheitszustand wird immer schlechter und wir haben ständig Probleme mit den Betreuerinnen. Wir, das sind ihre Söhne mit Familie, ihre Freundinnen, ich und meine andere Schwester, die wir alle mithelfen damit sie im Haus sein kann.

Ich habe schon einige Male das Thema Heim angesprochen, aber sie möchte im Haus bleiben. Probieren wir noch eine andere Agentur, bittet sie. Wir sind einverstanden und vereinbaren mit ihr eine zeitgleiche Anmeldung im Seniorenheim. Nach ereignisreichen Wochen (Probleme mit den Betreuerinnen), wir waren alle schon ziemlich am Ende unserer Kräfte, bittet sie mich nachzufragen ob ein Platz frei ist im Heim. 14 Tage mussten wir warten, dann war es so weit. Mit vielen persönlichen Dingen haben wir das Zimmer für sie hergerichtet. Der Abschied vom Haus war verständlicherweise sehr schmerzlich, auch für mich war es schwer sie ins Heim zu bringen.

Sie hat ein Zimmer bekommen mit einem besonders schönen Ausblick. Die erste Konsequenz war, sie musste in der Nacht keine Windelhose mehr tragen, die zu Hause notwendig war, weil die Betreuerinnen höchstens 2 mal in der Nacht aufgestanden sind.

Ich hatte etwas Bauchweh und war gespannt wie sie die Übersiedlung annehmen wird. Ich war sehr erleichtert, als sie mir sagte: „Es geht mir besser als daheim, ich darf in der Nacht ohne schlechtem Gewissen läuten, so oft ich jemanden brauche.“
In weiterer Folge hat sie jetzt viel mehr Kontakte, viel mehr Besuche als zu Hause. Auch Besucher der anderen Bewohner gingen ihr zu und freuten sich sie zu sehen, weil sie vielen bekannt war. Mit dem Rollstuhl ausfahren ist jetzt sehr einfach. Zu Hause brauchten wir den Treppensteiger, und dann konnten wir 200 Meter hin und her fahren, weil ihr Haus auf einem Berg steht.
Meine Schwester erzählt jedem der sie fragt, es geht mir besser als daheim, vielleicht hätte ich doch schon früher gehen sollen.

Und wir können jetzt die Zeit, die wir bei ihr sind, auf ihre persönlichen Wünsche eingehen. Im Haus gab es immer Vieles zu tun, einkaufen Medikamente besorgen,…. Es war ihr auch sehr wichtig, dass Haus und Garten halbwegs in Ordnung waren, und oft blieb wenig Zeit für sie!

Es ist nicht immer so, das nur daheim das Beste ist!

Wie kann ich mir als pflegender Angehöriger wertvolle kurze Momente, die nur mir gehören, erschaffen?

 

Wenn die Tage länger werden, wachsen auch die Kräfte, sie zu füllen.

Waltraud Puzicha Quelle: Puzicha, Kurz belichtet, Klappe 1, 1997

 

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  • Wie kann ich meine Kräfte, meine Energietanks auffüllen?
  • Kann mir das immer länger werdende Tageslicht dabei helfen?
  • Und wie fühl es sich für mich an, wenn mir wieder mehr Licht zur Verfügung steht?
    Vielleicht nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, lesen sich die die Fragen selbst vor, schließen die Augen und atmen tief durch. Warten sie 1 -2 Minuten und nehmen wahr, was aufgetaucht ist. Es ist völlig egal ob Sie es positiv oder negativ bewerten. Nehmen Sie die Gefühle und Gedanken für diesen Augenblick genau so an, wie sie sind.

    Diese kurze, kleine Übung können Sie mehrmals durchführen, es kann gut sein, dass jedes Mal verschiedenste Gefühle und Gedanken hochkommen. Kurz für 2 Minuten auszusteigen und zu mir zukommen, kann manchmal so einiges bewirken. Versuchen Sie es.

    Ich wünsche Ihnen jeden Tag einige Augenblicke die ganz alleine Ihnen gehören, wodurch Sie neue Kraft für ihre wertvolle Arbeit schöpfen können.

ADVENT – die Sehnsucht erwacht!

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Wenn die Tage kürzer werden,

das wärmende Sonnenlicht rarer wird…

ziehen wir uns in unsere Häuser, in unsere Wohnungen zurück.

Dieser Rückzug, dieses „Innehalten“, hat mitunter zur Folge,

dass DIE SEHNSUCHT ERWACHT:

nach einem verständnisvollen Wort,

nach einem aufmunternden Lächeln;

nach einer wärmenden Geste, einer entgegengestreckten Hand.

Die Sehnsucht nach Geborgenheit, nach Zweisamkeit,- nach Halt

und Gehalten werden wird deutlich(er) spürbar.

IST DA JEMAND?

Jemand, der uns GUT tut. Wo wir uns wohlfühlen,

verstanden und angenommen – ja, aufgehoben fühlen?!

All diese sehnsuchtsschwangeren Gedanken lassen mich folgendes

überlegen bzw. fragen:

Finden – oder anders gesagt – tragen wir so einen Ort in UNS?

Eine Quelle der Freude, an der wir uns laben; wo wir auftanken,

Kraft finden für die Herausforderungen des täglichen Lebens.

Wohin wir uns zurückziehen, heimkommen, ankommen… können?!

Das biblische Wort: LIEBE DEINEN NÄCHSTEN WIE DICH SELBST möge

hierfür als Einladung, Ansporn, Ermunterung und Lebensfreude gelten.

 

Einen fried- und freudvollen ADVENT!
Ihre RosA und das Team der Servicestelle Pflegende Angehörige

 

Pflegegeld-Antrag – Wie gehe ich Schritt für Schritt vor?

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Sie stehen vor einem Berg mit vielen Fragezeichen? Wenn eine Pflegesituation eintritt, sind Sie plötzlich mit vielen Fragen konfrontiert. Ein wichtiger  Teil davon ist das Pflegegeld als finanzielle Unterstützung:

  • Wer kann eigentlich einen Pflegegeldantrag stellen und 
  • wo stelle ich einen Antrag?
  • Was mache ich, wenn ich mit der Einstufung nicht zufrieden bin?

Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie hier:

https://www.pflegeinfo-ooe.at/news/pflegegeld-beantragen-wie-geht-das

 

BuchTipp: Warum wir unseren Eltern nichts schulden

Warum wir unseren Eltern nichts schulden

Heute möchte ich Ihnen keinen Erfahrungsbericht oder Ratgeber vorstellen, sondern eine philosophische Untersuchung, die dazu anregt seine eigenen Handlungen und Vorurteile zu hinterfragen und zum selbstständigen Denken auffordert.

Für viele pflegenden Angehörigen, die ihre Eltern pflegen oder kurz davor stehen,  steht die Schuldfrage im Raum. Was muss ich alles machen? Wie weit darf ich mich abgrenzen von meinen Eltern? Ich bin ja dankbar für sehr vieles, möchte jedoch mein Leben weiter leben. Muss ich mich um meine Eltern kümmern, weil ich ihr Kind bin?

Im Buch „Warum wir unseren Eltern nichts schulen“ diskutiert die Moralphilosophin Barbara Bleisch klar und gut begründet  von verschiedenen Gesichtspunkten die Eltern- Kind Beziehung im Bezug auf Schuld und Dankbarkeit. Sie vertritt die These, dass Kinder keine filalen Pflichten gegenüber ihren Eltern haben. Barbara Bleisch meint damit, dass  wir unseren Eltern nichts Besonderes schulden, nur weil sie unsere Eltern sind. Sie zeigt auf transparente Weise, dass es eine Elternpflicht zur Versorgung der Kinder gibt, jedoch nicht umgekehrt. Alleine die Qualität der Eltern- Kind Beziehung ist wichtig, ob und wie Kinder sich um ihre Eltern kümmern wollen.

Durch die vielen Fragen, die einem persönlich gestellt werden. Ist es hilfreich das Buch öfters wegzulegen und erst dann, wenn man die Fragen verdaut hat, weiterzulesen. Ich kann das Buch allen empfehlen, die selbst von Schuldgefühlen geplagt sind, mit Menschen arbeiten, die in einem solchen Dilemma stecken und jedem der sich für dieses Thema interessiert und seine eigene Beziehung zu den Eltern reflektieren möchte.

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Erholung in Windischgarsten für Pflegende Angehörige 2018

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In Windischgarsten haben 14 pflegende Angehörige Auszeit und Erholung bei herrlichem Wetter in der wunderschönen herbstlich gefärbten Umgebung genossen.

Bei vielen Wanderungen auf die Höss, das Rohrauerhaus, die Hofalm, zum Schiederweiher und Pießling Ursprung sowie rund um den Gleinkersee konnten nicht nur viele berührende Gespräche geführt werden, sondern hatte auch vieles andere Platz und Raum: Humor und Lachen, Durchatmen, sich aufrichten und die Seele baumeln lassen, das AHA Erlebnis über erreichte Wanderzeile, Genießen und Zuhören.

In den sonnigen, warmen Tagen haben die TeilnehmerInnen der Erholungstage ihre Trauer, Erschöpfung, Sorge, Müdigkeit und viele Emotionen ablegen können und wieder Kraft und Energie getankt um sich den täglichen Anforderungen der Pflege zu Hause stellen zu können.

Zitate von TN der Erholungstage

„Die Erholungstage waren liebevolle, sinndurchflutete, erlebnisreiche und zauberhafte Wandertage. Ich nehme mir die Kraft, die Wunder der Natur und die heilsame Wirkung von Menschen mit, die einander liebevoll und respektvoll begegnen. Ich habe jede Minute genossen.“

„Die Erholungstage waren einfach super. Menschen mit Gefühl und Herz, Feingespür und Nächstenliebe geben Kraft zum Weiterpflegen. Ich nehme mir mit, dass ich Hilfe annehmen und Schwäche zeigen darf und dass ich auf mich selber achte.“

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