Einladung zum Vortrag “Angehörige pflegen und gesund bleiben”

bernhardEin Vortrag für betreuende und pflegende Angehörige sowie für Interessierte

Termin: Mittwoch, 9. September 2015,18:30 Uhr
Ort: Tageszentrum Dornach/Auhof, Sombartstraße 1-5, 4040 Linz

Referent: Dr. Bernhard Lang, 30 Jahre Landarzt im Mühlviertel; seit 15 Jahren Leiter eines Stammtisches für pflegende Angehörige; Biobauer; Märchenerzähler in Ausbildung

Die Pflege von Angehörigen kann für Körper, Geist und Seele eine große Belastung darstellen. Dies hat Dr. Bernhard Lang durch persönliche Erfahrung in der Familie selbst erlebt, und er kennt es aus seiner Tätigkeit als Hausarzt und Stammtischleiter für pflegende Angehörige.

Nach dem Vortrag gibt es die Möglichkeit, mit Dr. Lang persönlich ins Gespräch zu kommen und die Treffpunktleiterin vom Treffpunkt für pflegende Angehörige im Tageszentrum Dornach/Auhof, Julia Wiesenhofer, kennen zu lernen.

Eintritt frei, freiwillige Spenden erbeten!

Information:
Servicestelle für pflegende Angehörige
Betlehemstraße 56-58, 4020 Linz
Tel.: 0676 / 8776 2447
julia.wiesenhofer@caritas-linz.at

Vom Pflegen der Inneren Kraft

Wie kann es gelingen schwierigen Situationen und Krisen mit Kraft und Gelassenheit zu begegnen?

Die Bambusstrategie, entwickelt von Katharina Maehrlein, vertritt das Prinzip „Biegen statt Brechen“. Der Artikel „Biegsam und Stark: So entwickeln Sie Widerstandskraft gegen Belastungen und Krisen“ erzählt, wie Sie eigene innere Stärke entwickeln können um den Stürmen des Lebens standhalten zu können (erschienen in der Zeitschrift „Häusliche Pflege 08|2014“).

Hier können Sie den gesamten Artikel downloaden: „Biegsam und Stark: So entwickeln Sie Widerstandskraft gegen Belastungen und Krisen“

Nähere Informationen zur Zeitschrift „Häusliche Pflege“ und mehr finden Sie unter: www.haeusliche-pflege.net

Resilienz – die Kraft des Guten

Erfahren Sie, wie Sie bei Schicksalsschlägen und in Zeiten, die die Seele belasten wieder Gundvertrauen ins Leben und sich selbst gegenüber finden können.

Die Ärztekammer für OÖ hat einen lesenswerten Artikel zum Thema „Resilienz“ veröffentlicht.

Hier geht’s zum Beitrag: „Resilienz: Wie Menschen mit Krisen und Not ohne Schaden fertig werden“

Resilienz: Kraftquelle für Pflegende

Bernhard

Dr. Bernhard Lang

Ein Beitrag von Dr. Bernhard Lang

Als Hausarzt im Mühlviertel war ich über dreißig Jahre an der Schnittstelle Patient – häusliche und professionelle Pflege tätig und habe auch eigene Pflegeerfahrung in der Familie. In den fast zwanzig Jahren Betreuung eines „Stammtisches für Pflegende“ und bei Seminartagen durfte ich ebenso vieles dazulernen.

Drei Dinge zum Thema sind mir wichtig:

  • Resilienz ist erwerbbar!  Es ist nie zu spät, durch Bewusstseinsbildung Eigenschaften zu entwickeln, die Pflegenden hilfreich sind, um besser mit  ihrer Situation umzugehen.
  • Jeder Mensch wird auf Grund seiner Entwicklung individuell von verschiedenen Strategien, die ihn resilienter machen, persönlich angesprochen. Daher ist es wichtig, den für sich eigenen Zugang zum Thema Resilienz zu finden.
  • Veränderung in Systemen gelingt am besten, wenn ich mich selbst ändere, mich aber frage, was ist der Preis der Veränderung und wer zahlt den Preis?

Woher nehmen Pflegende ihre Kraft?
Bei den vielen Abenden mit Pflegenden konnte ich wahrnehmen, dass alleine die Teilnahme am Stammtisch eine wichtige Ressource darstellt. Austausch und Selbstreflexion, zu sehen, wie andere die Pflege bewältigen, der soziale Kontakt sowie der Erwerb von Kompetenz, Wissen und Werkzeugen zur Problemlösung sind wertvoll. Sie machen die Dinge verstehbar.

Das Erlernen von einfachen Entspannungstechniken wird als hilfreich empfunden. Auch der Humor darf nicht zu kurz kommen. Wir lachen an den Abenden oft ausgelassen über sehr ernste Situationen. Dies fördert die Distanz zum Problem und erzeugt eine andere Sichtweise.

Sehr oft konnte ich auch wahrnehmen, dass der persönliche Glaube Menschen, die pflegen, eine besondere Tragkraft verleiht.

Welche Beziehung haben Pflegende zu den zu Pflegenden?
Hier konnte ich wahrnehmen, dass Pflege dort am besten gelang, wo schon im Leben eine gute Beziehung zu Pflegenden vorhanden war. Herzensbildung, Vertrauen und gegenseitige Dankbarkeit sind Faktoren, die Pflege immens erleichtern. Das Versprechen  in Gesundheit und Krankheit dem Ehepartner beizustehen, konnte ich als starke sinngebende Ressource wahrnehmen.

Welche Eigenschaften stärken Pflegende?
Dankbarkeit fühlen, auch für die ganz kleinen Dinge im Leben und kurze Glücksmomente. Das Hier und Jetzt bewusst und achtsam erleben. Inne halten im täglichen Getriebe. Die Freude an Blumen, der Gartenarbeit, am Lesen, am Lachen eines Kindes sind konkrete Beispiele.

Die eigenen Gefühle erkennen und ausdrücken. Die Stammtischtreffen, bei denen strengste Verschwiegenheit nach aussen die Regel ist, bieten dazu ein gutes Übungsfeld.
Es gibt keine unangebrachten Gefühle und man darf seinen Gefühlen vertrauen. Dies führt dann oft dazu, dass Pflegende auch in ihrer Familie Gefühle artikulieren, Hilfe finden und diese auch annehmen können.

Resiliente Menschen haben auch Mut. Pflege ist oft Zumutung und die Entscheidung dazu erfolgt oft rasch und unter Druck. Es braucht auch Mut, Pflege abzugeben, an andere Famililienmitglieder, professionelle Hilfen oder in die Heimpflege.

Ist genug Mut zur Pflege vorhanden, dann ist Optimismus eine hilfreiche Eigenschaft.  „Nichts dauert ewig“, „Ich werde es schon schaffen“, „Es ist wie es ist“ sind wichtige Glaubenssätze.

Pflegende fallen nach erfolgter Pflege oft in eine Leere.  Ein wichtiger Bestandteil unserer Treffen ist, dass Pflegende daran noch so oft teilnehmen können, wie sie wollen. Sie erzählen dabei ihre Erfahrungen des Abschiednehmens. Oft ist dabei eine große Zufriedenheit und das Gefühl, dass Pflege Sinn gemacht hat, zu spüren.

Text: Dr. Bernhard Lang

Auch in der aktuellen Ausgabe der Caritas-Zeitung „nah dran“ hat Dr. Bernhard Lang einen wertvollen Beitrag zum Thema „Resilienz“ – woher pflegende und betreuende Angehörige für ihre Aufgabe Kraft schöpfen – geleistet. Die „nah dran“ kann nachgelesen werden unter: www.caritas-linz.at/service-downloads/publikationen/nah-dran/

Unterstützung und Austausch können pflegende und betreuende Angehörige in einem der Treffpunkte der Servicestelle Pflegende Angehörige finden. Nähere Informationen und eine Übersicht der Treffpunkte in Ihrer Nähe unter: www.pflegende-angehoerige.or.at/treffpunkte/