Hospiz – Wie kann ich damit umgehen, wenn kranke und alte Menschen nichts von einer Begleitung Ihrer letzten Lebensphase wissen wollen??

hospice-1821429_1920Du möchtest nein sagen,

wenn der Mensch dich verlassen muss,

dem dein ganzes Herz gehört.

Nein, bitte nicht. Du möchtest sagen,

bleib doch, ich liebe dich.

Er aber braucht dein ja, um gehen zu können,

um in die Geborgenheit zu finden,

nach der seine Seele sich sehnt.

IRMGARD ERATH

hospice händeWie können pflegende Angehörige damit umgehen, wenn Kranke und Alte
Menschen nichts von einer Begleitung Ihrer letzten Lebensphase wissen
wollen??

Natürlich kann man nicht mit der Tür ins Haus fallen – wie man so schön
sagt – aber pflegende Angehörige dürfen oder sollen auch Ihre Wünsche
offenlegen, auch wenn es um die Begleitung der letzten Lebensphase geht.
Wenn der letzte Gang nicht angesprochen wird, bleiben sehr viele
wichtige Dinge im Raum stehen, der pflegende Angehörige bleibt dann meist
alleine mit seinen vielen unbeantworteten Fragen zurück. Deshalb darf er
sich nicht scheuen, zumindest für sich selbst Hilfe zu holen. Kranke und
alte Menschen kann man nicht zwingen solch Hilfe anzunehmen.

Beispiel: Hr.G. ein starker, lebensbejahender Mann. Mit 63J. Diagnose
Krebs. Für ihn war ganz klar kämpfen um die Gesundheit wieder
herzustellen. Etwas anderes kam nicht in Frage und die Familie durfte auch
nicht daran zweifeln. Gesprochen wurde nicht viel, aber der Kampf gegen
die Krankheit ging zu Lasten aller. Nach drei Jahren ständiger Sorgen und
Ängste der Angehörigen und schlimmen Zeiten für Hr.G.,war der letzte Weg
spürbar. In Panik ließ er seine Familie, Freunde und Bekannte holen. Hr.G.
wollte das tun, was er schon immer tun wollte, sich verabschieden und danke
sagen. Seine Familie blieb traurig zurück.

Auch wenn man das Wort ,,TOD “ nicht ausspricht – er hat unmittelbar
mit dem Leben zu tun und lässt sich von niemandem abschütteln. Darum ist
es umso wichtiger, sich immer wieder damit auseinanderzusetzten und auch
darüber zu sprechen. Ängste, Sorgen und Wünsche sollen von beiden Seiten angesprochen werden. Hilfe von außen wie Hospizbewegung oder Palliativcare kann sehr hilfreich sein, auch für die pflegenden Angehörigen.

HOSPIZ heißt Herberge -bedingungslose Gastfreundschaft in schwierigen
Lebensumständen. Orte der Labung, der Pflege, der Begegnung, des Durchganges, der Ankunft und der Abreise. Das Ziel ist bestmögliche Lebensqualität für beide Seiten .

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Hospizbewegung OÖ
4020 Linz Steingasse 25
0699 17347024
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Vielen herzlichen Dank an unsere Blogschreiberin Hedwig K. für diesen nachdenklich machenden Blogbeitrag  zum Thema Tod und Sterben.

 

 

Wo bekomme ich als pflegender Angehöriger Hilfe? – Wir haben ein offenes Ohr für Sie.

hand-1925875_1920 Angehörige zu pflegen bedeutet oft rund um die Uhr da sein zu müssen und nicht weg zu können. Dabei kommt man oft selbst zu kurz und verliert vielfach auch soziale Kontakte nach draußen.

Sie finden hier alle Beraterinnen der Servicestelle pflegende Angehörige, die Ihnen gerne in einem vertraulichen Beratungsgespräch helfen nach neuen Betrachtungsweisen und Auswegen zu suchen.
In diesem Interview spricht Martin Eilmannsberger über die psychosoziale Beratung.

Servicestelle Pflegende Angehörige
Bethlehemstraße 56-58, 4020 Linz
0676 87762440

 

 

Filmtipp zum Thema Sterben

Kerze_TrauerDiese berührende Dokumentation bietet für Angehörige eine Hilfestellung zum Thema Sterben und Sterbebegleitung. Das Filmprojekt des Sozialhilfeverbandes Schärding unterstützt sensibel und informativ Menschen auf ihrem Weg des Loslassens.
Der Film beinhaltet ganz intime Erfahrungsberichte und behandelt Fragen wie „Wann beginnt ein Sterbeprozess?“.

Sie werden hier zum Film „Wenn die Zeit zu Ende geht … und noch Leben bleibt“ weitergeleitet.

Die Servicestelle wünscht Ihnen viel Kraft auf ihrem Weg.

Sie suchen Informationen zum Thema Pflege und Betreuung? Und das möglichst auf einen Blick?

pflegeinfo

Die Informationsplattform www.pflegeinfo-ooe.at bietet pflegebedürftigen älteren Menschen sowie ihren Angehörigen ein rasches und einfaches Auffinden der für sie relevanten Informationen und Angebote.

Informieren Sie sich zu Unterstützungsleistungen, Angeboten und finanziellen Fördermöglichkeiten.

Ich habe es ihr doch versprochen…

Seerose

 Eine 55- jährige Frau schilderte vor kurzem folgenden inneren Konflikt:

„Als vor ein paar Jahren mein Vater ganz überraschend an einem Herzinfarkt verstarb, ist für meine Mutter eine Welt zusammengebrochen. Er hat sich um alles gekümmert, war eigentlich auch immer der fittere der beiden. Sie hat sich in allem auf ihn verlassen. Dann hat sie sich sehr an mich gehängt. Sie hat dann in der Folge ganz viel meine Nähe gesucht, was leicht war, weil wir in einem Haus wohnen. Da ich alleine bin und meine beiden Kinder schon erwachsen sind, habe ich das auch zugelassen, sie hat mir ziemlich leid getan. Und eines Tages hat sie mir das Versprechen abgerungen, dass ich sie nicht ins Heim abschiebe. Sie ist immer gebrechlicher geworden und jetzt hat sie sich beim letzten der vielen Stürze den Oberschenkelhals gebrochen. Im Krankenhaus haben sie mir geraten einen Heimplatz oder eine 24 Stundenbetreuung zu suchen. Für eine 24 Stundenbetreuung reicht das Geld nicht. Ich kann sie nicht betreuen, weil ich noch ein paar Jahre arbeiten muss. Ich habe große Angst und ein schlechtes Gewissen, wenn ich daran denke, ihr sagen zu müssen, dass sie ins Heim muss.“


Folgende Fragen und Überlegungen können hilfreich sein:

  • Die Dame hatte alle Verantwortung bezüglich der nächsten Zukunft der Mutter zu sich genommen, obwohl die Mutter noch ganz klar ist. Demnach muss die Mutter die Entscheidung treffen, was geschehen soll und nicht die Tochter. Mit der Mutter die notwendige Pflege und die nächsten Schritte zu überlegen, könnte zuerst ein Arzt, Mitarbeiterinnen der Pflege oder die Sozialarbeiterin übernehmen. Die Tochter kann der Mutter beistehen, muss aber auch die Grenze klar formulieren: „Ich kann nicht rund um die Uhr für dich da sein. Wenn ich jetzt zu arbeiten aufhören, sind die Abschläge zu groß!“ Sie muss der Mutter die Frage stellen: „Mama, wie soll es jetzt weitergehen?“
  • Den Betroffenen Menschen fällt es oft schwer sich der eigenen Gebrechlichkeit und den schwindenden Kräften zu stellen und sich vielleicht auch mit dem Abschied aus dem Leben zu konfrontieren. Die Übersiedelung in ein Heim führt die Hilfebedürftigkeit oft drastisch vor Augen, der man am liebsten ausweichen möchte.
  • Die Übersiedelung ins Heim ist nicht gleichbedeutend mit dem Ende der Beziehung. Die Tochter kann die Mutter nach wie vor unterstützen und für sie da sein – vielleicht sogar in freierer Weise.
  • Für die Tochter könnte es gut sein, der Mutter zu sagen, wie es ihr geht: dass sie auch traurig ist, zu sehen, wie es der Mutter geht, dass sie auch ratlos ist, wie es weitergehen kann, dass sie einen Konflikt hat zwischen Unterstützung der Mutter und Sorge um ihre eigene Zukunft (Sie verdient nicht so viel und ein frühzeitiges Ausscheiden aus dem Berufsleben würde sie in eine finanzielle Notlage bringen). Dies ist wichtig, weil die Mutter aufgrund des Beschäftigt-Seins mit ihrer Situation, das Wohl und auch die Sorgen der Tochter nicht sehen kann: Keine liebende Mutter will, dass die eigene Tochter in eine existentielle Notlage gerät und leidet. Auch das Versprechen kann hier Thema sein: Wie kam es zustande, was wurde darunter verstanden, wie weit reicht es, ist es erfüllbar?
  • So sehr auch die Tochter von der Traurigkeit, vielleicht auch Verzweiflung der Mutter betroffen ist, so ist auch klar, dass sie ihre Mutter den Weg der Bewältigung und Trauer gehen lassen muss und ihr diese letzte Lebensaufgabe nicht abnehmen kann.
  • Ein Blick auf die gemeinsame Beziehungsgeschichte und auf die bisherigen Bewältigungsstrategien der Mutter bei Herausforderungen und schwierigen Situation kann hilfreich sein: die Mutter hat die Verantwortung gerne an den Vater abgegeben, sie war eine sehr herzliche Frau, hat aber vor Problemen den Kopf eher in den Sand gesteckt.

 

 

 

BUCHTIPP: Sterbebegleitung

 

Sterbebegleitung meiner krebskanken Mutter

Im Buch  „Noch einmal schwimmen“ beschreibt die Autorin Monika Keck die Begleitung ihrer Mutter bis zum Tod warmherzig und authentisch.

Das Buch ist zugleich Erzählung und Ratgeber. Die gesamte Gefühlspalette von Trauer und Verzweiflung bis hinzu Freude und Hoffnung wird erlebbar.

Das Buch behandelt die Begleitung ihrer Mutter vom Beginn der Krebsdiagnose und der Entscheidung sie palliativ zu Hause zu versorgen bis zum Tod und der Zeit danach. Zwischen den ganz persönlichen Erzählungen gibt es viele konkrete Hilfestellungen und Tipps, die pflegende Angehörige während der Sterbebegleitung zu Hause bestärken und Ängste vor der Auseinandersetzung mit dem Thema Tod nehmen sollen.

Ich kann das Buch für alle die in einer ähnlichen Situation stecken oder beruflich damit zu tun haben wärmstens empfehlen. Das Buch ist gut verständlich und flüssig zu lesen. Die Tipps sind verbunden mit ihren eigenen Erfahrungen und lassen die Hilfestellungen lebendig und nachvollziehbar werden. Es ist  ein berührender und wertvoller Ratgeber für pflegende Angehörige, die diese mutige Entscheidung getroffen haben und ihre Liebsten zu Hause pflegen.

 

Erfolgreiche Messebesuche der Servicestelle Pflegende Angehörige

Messe 50 + Blog

Die Caritas-Servicestelle Pflegende Angehörige präsentierte im April ihr Angebot auf der Messe 50plus in Ried und auf der INTEGRA in Wels

Über zahlreiche MessebesucherInnen freuten sich die MitarbeiterInnen der Caritas-Servicestelle Pflegende Angehörige. Von 14.-15. April 2018 präsentierte die Servicestelle ihr Angebot im Rahmen des Soziallandes OÖ (Abteilung Soziales und Sozialressort des Landes OÖ) auf der Messe 50+ in Ried. Von 25.-27. April 2018 standen die MitarbeiterInnen der Servicestelle Pflegende Angehörige den BesucherInnen der Welser Messe INTEGRA für Informationen und Beratungen zur Verfügung.

„Es gab sehr viele, spezielle Anfragen von pflegenden und betreuenden Angehörige aus den verschiedensten Regionen Oberösterreichs“, erzählt Caritas-Mitarbeiterin Ute Maria Winkler. „Was uns besonders freut ist, dass sich vermehrt Menschen informiert haben, die eine Pflege- oder Betreuungssituation in den nächsten Jahren auf sich zukommen sehen. Wir unterstützen diesen präventiven Zugang sehr, denn wer sich rechtzeitig mit dem Thema Pflege und Betreuung auseinandersetzt und Informationen einholt, fördert das Gelingen von Pflege und Betreuung zu Hause“.