Selbstbestimmung aus der Sicht einer Demenzbetroffenen

Helga Rohra bekam mit 54 Jahren die Diagnose Lewy- Body- Demenz und setzt sich seit 10 Jahren für die Anliegen von Demenzbetroffenen ein.

Im Interview spricht sie darüber wie sich ihr Leben seit ihrer Diagnose verändert hat und beschreibt ihren persönlichen weg.

Helga Rohra sprach im September auf einer Demenz Fachtagung in Linz und es war ein sehr lebendiger und bewegender Vortrag. Sie verlor ein paar mal den Faden, wo ihr das Publikum weiterhalf. Sie plädiert für so viel Selbstbestimmung wie möglich. Und es ist ihr sehr wichtig den Mensch als Mensch und nicht als Demenzkranken wahrzunehmen.

Der Demenzbetroffene ist ein Mensch mit einer Diagnose, er ist jedoch nicht nur die Diagnose.

Es kann Angehörigen und Betroffenen sehr helfen, zu sehen wie eine Frau, wie Helga Rohra in der Öffentlichkeit spricht und sich zum Beispiel dafür einsetzt, dass bei den Planungen in der Politik und Maßnahmen die gesetzt werden sollen, die Betroffenen mit eingebunden und gehört werden sollten.

Für eine PAULA Kurs (Kurs für Angehörige von Personen, die von Demenz betroffen sind) Teilnehmerin veränderten die Interviews von Helga Rohra die Beziehung zu ihrem Ehemann. Das Ehepaar hat sich gemeinsam Interviews angesehen und seither kann ihr Ehemann mit seiner Frau das erste Mal über die Erkrankung sprechen. Das Aussprechen ist für beide eine große Erleichterung. Laut einer Aussage der Angehörigen fühlt sich ihr Mann nicht mehr so beschämt, da auch eine intelligente Frau wie Helga Rohra an Demenz erkrankt ist.

Das Team der Servicestelle Pflegende Angehörige wünscht ihnen viel Kraft auf ihrem Weg.

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Tipp! Kostenfreier Vortrag zum Thema Demenz in Mauthausen

Vortrag „Im Haus der Demenz“

Die Caritas-Servicestelle für Pflegende Angehörige lädt unter dem Titel „Im Haus der Demenz“ zu einem Vortrag über Validation ein.

Die Methode lässt uns das Verhalten alter, desorientierter Menschen besser verstehen und zeigt Wege auf, das Zusammenleben konfliktfreier zu gestalten.

Die Veranstaltung findet am Dienstag, 23. Oktober, 19 Uhr, im Pfarrhof Mauthausen, Pfarrplatz 2, statt.

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Referentin: Hildegard Nachum, Koordinatorin für Validation, Samariterbund Linz

Wo? Pfarrhof Mauthausen – Pfarrplatz 2, 4310 Mauthausen
Wann? Dienstag, 23. Oktober 2018, 19 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Information:
Caritas für Betreuung und Pflege
Servicestelle Pflegende Angehörige
Bethlehemstraße 56-58, 4020 Linz
Tel.: 0676 / 87 76 24 40
pflegende.angehoerige(at)caritas-linz.at
www.pflegende-angehoerige.or.at
www.facebook.com/pflegendeangehoerige

Der Vortrag wird in Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (BAG), der Pfarre Mauthausen und der RegionalCaritas angeboten.

Hospiz – Wie kann ich damit umgehen, wenn kranke und alte Menschen nichts von einer Begleitung Ihrer letzten Lebensphase wissen wollen??

hospice-1821429_1920Du möchtest nein sagen,

wenn der Mensch dich verlassen muss,

dem dein ganzes Herz gehört.

Nein, bitte nicht. Du möchtest sagen,

bleib doch, ich liebe dich.

Er aber braucht dein ja, um gehen zu können,

um in die Geborgenheit zu finden,

nach der seine Seele sich sehnt.

IRMGARD ERATH

hospice händeWie können pflegende Angehörige damit umgehen, wenn Kranke und Alte
Menschen nichts von einer Begleitung Ihrer letzten Lebensphase wissen
wollen??

Natürlich kann man nicht mit der Tür ins Haus fallen – wie man so schön
sagt – aber pflegende Angehörige dürfen oder sollen auch Ihre Wünsche
offenlegen, auch wenn es um die Begleitung der letzten Lebensphase geht.
Wenn der letzte Gang nicht angesprochen wird, bleiben sehr viele
wichtige Dinge im Raum stehen, der pflegende Angehörige bleibt dann meist
alleine mit seinen vielen unbeantworteten Fragen zurück. Deshalb darf er
sich nicht scheuen, zumindest für sich selbst Hilfe zu holen. Kranke und
alte Menschen kann man nicht zwingen solch Hilfe anzunehmen.

Beispiel: Hr.G. ein starker, lebensbejahender Mann. Mit 63J. Diagnose
Krebs. Für ihn war ganz klar kämpfen um die Gesundheit wieder
herzustellen. Etwas anderes kam nicht in Frage und die Familie durfte auch
nicht daran zweifeln. Gesprochen wurde nicht viel, aber der Kampf gegen
die Krankheit ging zu Lasten aller. Nach drei Jahren ständiger Sorgen und
Ängste der Angehörigen und schlimmen Zeiten für Hr.G.,war der letzte Weg
spürbar. In Panik ließ er seine Familie, Freunde und Bekannte holen. Hr.G.
wollte das tun, was er schon immer tun wollte, sich verabschieden und danke
sagen. Seine Familie blieb traurig zurück.

Auch wenn man das Wort ,,TOD “ nicht ausspricht – er hat unmittelbar
mit dem Leben zu tun und lässt sich von niemandem abschütteln. Darum ist
es umso wichtiger, sich immer wieder damit auseinanderzusetzten und auch
darüber zu sprechen. Ängste, Sorgen und Wünsche sollen von beiden Seiten angesprochen werden. Hilfe von außen wie Hospizbewegung oder Palliativcare kann sehr hilfreich sein, auch für die pflegenden Angehörigen.

HOSPIZ heißt Herberge -bedingungslose Gastfreundschaft in schwierigen
Lebensumständen. Orte der Labung, der Pflege, der Begegnung, des Durchganges, der Ankunft und der Abreise. Das Ziel ist bestmögliche Lebensqualität für beide Seiten .

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Hospizbewegung OÖ
4020 Linz Steingasse 25
0699 17347024
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Vielen herzlichen Dank an unsere Blogschreiberin Hedwig K. für diesen nachdenklich machenden Blogbeitrag  zum Thema Tod und Sterben.

 

 

Wo bekomme ich als pflegender Angehöriger Hilfe? – Wir haben ein offenes Ohr für Sie.

hand-1925875_1920 Angehörige zu pflegen bedeutet oft rund um die Uhr da sein zu müssen und nicht weg zu können. Dabei kommt man oft selbst zu kurz und verliert vielfach auch soziale Kontakte nach draußen.

Sie finden hier alle Beraterinnen der Servicestelle pflegende Angehörige, die Ihnen gerne in einem vertraulichen Beratungsgespräch helfen nach neuen Betrachtungsweisen und Auswegen zu suchen.
In diesem Interview spricht Martin Eilmannsberger über die psychosoziale Beratung.

Servicestelle Pflegende Angehörige
Bethlehemstraße 56-58, 4020 Linz
0676 87762440

 

 

Filmtipp zum Thema Sterben

Kerze_TrauerDiese berührende Dokumentation bietet für Angehörige eine Hilfestellung zum Thema Sterben und Sterbebegleitung. Das Filmprojekt des Sozialhilfeverbandes Schärding unterstützt sensibel und informativ Menschen auf ihrem Weg des Loslassens.
Der Film beinhaltet ganz intime Erfahrungsberichte und behandelt Fragen wie „Wann beginnt ein Sterbeprozess?“.

Sie werden hier zum Film „Wenn die Zeit zu Ende geht … und noch Leben bleibt“ weitergeleitet.

Die Servicestelle wünscht Ihnen viel Kraft auf ihrem Weg.

Essen und Trinken – Praxistipps für den Pflegealltag

Ernährung spielt für die Gesundheit eine wesentliche Rolle. Appetit, Geschmack und Essensmenge verändern sich mehrmals im Laufe unseres Lebens. Wenn ich viel körperlich aktiv bin, habe ich mehr Hunger, als wenn ich den ganzen Tag sitze oder liege. Des weiteren wird  im fortgeschrittenen Alter oft der süße Geschmack vor dem Sauren bevorzugt und viele haben ein reduziertes Durstgefühl.

dessert-3490886_1920Um Angehörige in der Pflege und Betreuung zu unterstützen, hat das ZQP* einen Ratgeber zum Thema Essen und Trinken veröffentlicht. Der Ratgeber bietet Antworten auf Fragen, wie zum Beispiel, wie ändern sich Essen und Trinken im Alter und bei Pflegebedürftigkeit? Oder auch wann ist es Zeit ärztlichen Rat hinzuzuziehen.

Hier kommen Sie zum Ratgeber und finden auch noch viele andere nützlich Informationen rund um den Pflegealltag.

Information bringt oft ein Stück Erleichterung in den Alltag.

Sehnsucht nach Urlaub, aber …

Die Sehnsucht nach Pause, nach Urlaub ist groß. Oft zeigen sich schon starke körperliche Erschöpfungsanzeichen, die einen immer mehr in Richtung Auszeit drängen. Oft ist das eigene Verantwortungsgefühl oder die Angst es könnte in der Zeit etwas mit meinem zu Pflegenden passieren, noch viel größer. Nach jahrelanger Pflege haben viele auch irgendwie verlernt sich selbst etwas Gutes zu tun. „Zeit für mich ist doch egoistisch und ich bin gequält von Schuldgefühlen, wenn ich nur an ein paar Tage Auszeit denke.“

Fischen

Ein guter Bekannter, der schon jahrelang seine Frau pflegt erzählt mir:

Auf meine Frage wie es ihnen geht, sagt er: „Stell dir vor, ich hätte jetzt mit meinem Sohn für zwei Wochen nach Dänemark fahre können zum Fischen, aber meine Frau ist nicht bereit für diese Zeit ins Heim zur Kurzeitpflege zu gehen! Alles reden hat nichts genützt.“

„Manchmal fahre ich nach dem Essen zum Fischen zur Aist, und sie ruft mich nach einer Stunde oder spätestens eineinhalb Stunden an, ich soll nach Hause kommen, was ich dann auch tu, ich bring es nicht zusammen sie warten zu lassen!“

„Jetzt warte ich auf meinen Urenkel (wir stehen vor der Schule) er ist so gerne bei mir und macht mir sehr viel Freude! Meine Enkelin hat gesagt: „Opa nächstes Jahr fährst du, ganz gleich was ist!“ Schön wärs, wir werden ja sehen!“

Eine andere Bekannte, die ihren Mann pflegt erzählt mir:

„Mein Mann kommt jetzt für 4 Wochen nach Wilhering zur REHA und in dieser Zeit fahre ich für ein paar Tage zu meiner Tochter nach Deutschland, ich freue mich schon sehr darauf!“

Als ich sie wieder treffe, frage ich sie, wie es in Deutschland war?

Ihre Antwort war: “ Ich war nicht in Deutschland, ich bin jeden Tag zu meinen Mann gefahren, und da hat eine Schwester zu mir gesagt, wenn ich nicht da bin, ist mein Mann sehr unruhig. Also bin ich weiterhin jeden Tag zu ihm gefahren, habe ihn zu den Therapien begleitet und ihm Mittag Essen eingegeben!!!! Ich hatte sehr gehofft, dass sich sein Zustand bessert, leider war das nicht der Fall!“

Abstand vom Alltag gibt neue Kraft. Bleiben Sie dran und teilen Sie ihren Angehörigen offen ihr Bedürfnis nach Zeit für sich alleine mit und erlauben Sie es sich selbst. Wir bieten die Erholungstage an um betreuenden Angehörigen dieses Kraft tanken zu ermöglichen und unterstützen Sie gerne bei der Organisation.

Vielen lieben Dank an unsere ehrenamtliche Blogschreiberin Annemarie A. für diesen Beitrag.