Auszeit von der Pflege – Wie geht es mir dabei?

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Was stelle ich mir vor unter Auszeit?

Ist es ein freier Tag, ein Abend oder einfach nur Zeit für einen Ausflug ins Theater oder Museum ?? Oder gar ein längerer Urlaub ??

Ganz gleich was man sich als Pflegender Angehöriger erträumt, es muss die Pflege zu Hause organisiert werden. Pflegende Angehoerige haben oft nicht die Kraft und den Mut, Hilfe zu organisieren oder anzunehmen. Wenn es gelingt, kommt auch schon das schlechte Gewissen angekrochen. Kann ich, darf ich?? Die Gefuehle stehen oft im Weg. Aber wegen langanhaltender Pflege eines Angehoerigen auf das eigene Leben und deren schönen Seiten komplett zu verzichten, finde ich nicht richtig. Deshalb wäre es wichtig, von Beginn an, sich Freiräume einzuplanen. Die Batterien müssen auch aufgeladen werden, schlechtes Gewissen hin oder her.

Eine Frau, selber nicht gesund, hat viele Jahre Ihre Eltern betreut und gepflegt. Als sie das nicht mehr konnte, mussten die Eltern ins Heim. Fast täglich macht sie einen Besuch – das Gefühl, versagt zu haben nagt an Ihr und lässt Sie nicht zur Ruhe kommen.

Gefühle kann man nicht einfach abschalten,darüber sprechen und Hilfe annehmen kann man aber sehr wohl.

Vielen Dank an unsere ehrenamtliche Blogschreiberin Hedwig für diesen Beitrag.

 

 

Quellen der Kraft – in der Betreuung und Pflege: Teil 1

Kraftquellen, auch genannt Ressourcen, sind unheimlich wichtig, um in guten Zeiten genießen zu können und um in schweren Situation genug auftanken zu können, um gesund zu bleiben.

Doch gerade in  schwierigen Situationen weiß man oft nicht mehr was einem Kraft gibt oder hat zu große Schuldgefühle, seine/n Angehörige/n, für eine kurze Zeit alleine zu lassen und sich selbst etwas Gutes zu tun.

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Image by Simon Matzinger from Pixabay

Ich möchte Ihnen zur Abkühlung in der Sommerhitze eine Geschichte über die Schneeflocken erzählen, die zeigt, wie wichtig es ist, darauf zu achten, wenn unser Körper oder unsere Psyche eigentlich schon gar nicht mehr kann.

Wie viel wiegt eine Schneeflocke?
 Es war Winter. Überall schneite es. Eine Taube saß auf einem Asten und betrachtete das Schneetreiben. Plötzlich setzte sich eine kleine Meise  dazu.  „Guten Tag“, sagte die Meise
„Ich grüße dich,“ erwiderte die Taube. „Was gibt es Neues im Wals?“
„Nichts als Schnee“, sagte die Meise. „Da kommen mir die seltsamsten Gedanken. Was glaubst du, wie viel eine Schneeflocke wiegt?“
Die Taube überlegte und beobachtete dabei, wie die Schneeflocken langsam und leise zur Erde sanken. „Eine Schneeflocke wiegt…nicht mehr als ein Nichts“, meinte sie.
„Nein, das stimmt nicht. Denn höre einmal, was ich vor kurzem erlebt habe: Ich saß auf einem Ast, ganz dicht am Stamm, als es zu schneien begann. Es schneite so wie heute, langsam aber immerzu. Vor lauter Langeweile begann ich, die Schneeflocken zu zählen. Du musst wissen, ich bin sehr flink. Genau dreimillionensiebenhundertvierzigtausendneunhundertzweiundfünfzig Flocken zählte ich. Als die nächste Flocke niederfiel nicht mehr als ein Nichts – brach der Ast. Die Schneelast war ihm zu schwer geworden.“ Ja und dann  davon.
Verfasser Unbekannt  

Es ist so wichtig, nicht zu warten bis die eine Schneeflocke auf ihren Schultern landet, die sie zusammenbrechen lässt. Unsere Ressourcen können uns stärken und sind immens wichtig für den Erhalt ihrer Gesundheit.

Im nächsten Teil „Quelle der Kraft“ wird es darum gehen, ein Stück weit herauszufinden, was für Ressourcen sie haben bzw. früher hatten und Möglichkeiten zu finden, ihnen mehr Raum in ihrem Leben zu geben.

Wenn Sie sich beim Lesen der Geschichte dachten, dass Sie sich fast so fühlen, wie ein Ast, der bald abbricht, zögern Sie nicht und rufen Sie uns an.

Hier finden Sie alle Standorte in OÖ:
https://www.caritas-linz.at/hilfe-angebote/service-fuer-pflegende-angehoerige/servicestelle/standorte/

 

 

Die Situation von pflegenden Angehörigen

Im Forum Gesundheit der OÖGKK wurde im Juni ein interessanter Beitrag zur Situation der pflegenden Angehörigen veröffentlicht.

Hier  finden Sie den Artikel, in dem Stefanie Weigerstorfer, BA, von unserer Servicestelle für Pflegende Angehörige der Caritas für Betreuung und Pflege in Linz, auch interviewt wurde.

https://www.forumgesundheit.at/cdscontent/?contentid=10007.814053

Erholungstage für Pflegende und Gepflegte

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So waren die Erholungstage für Pflegende und Gepflegte im Mai 2019

Das Ankommen ist immer etwas schwer für die Teilnehmerinnen. Der Kopf ist noch bei allem was erledigt werden soll und ob Zuhause auch wirklich alles gut geht. Oder ob der Partner in der Kurzzeitpflege zurecht kommt und sich wohlfühlt. Es dauert ein wenig, denn die Pflegenden sind es nicht gewöhnt, dass sie einmal nur für sich selber Zeit haben.

Schon werden erste Kontakte geknüpft und es beginnt ein reger Austausch. Wie gut es tut, einmal mit Menschen zu sprechen die in ähnlicher Situation leben. Die verstehen, wie mühsam es oft sein kann den geliebten Menschen zu versorgen und für so viele Dinge verantwortlich zu sein.

In diesen Tagen kann man mal von Alltag abschalten, Impulse hören, Informationen sammeln, auf Entdeckungsreise durch den Garten gehen, viel Neues erleben und hat jede Menge Zeit für Austausch, Unterhaltung, Spiel und Spaß.

Auch wenn uns das Wetter Kälte und Regen bringt, so gibt es denn noch genügend Gelegenheit für viel Abwechslung.

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Drei Ehepaare nutzen das Angebot der Kurzzeitpflege im angeschlossenen Seniorenheim. Nur für ein paar Tage die Pflege abgeben, trotzdem ganz nahe sein, das gibt viel Kraft und Energie.

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Die nächsten Erholungstage finden im Herbst in Windischgarsten statt.

„Verwurzelt im Glauben – gehalten im Leben“

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Von der Dichterin Hilde Domin stammt das Wort:
„Man muss weggehen können und doch feststehen können wie ein Baum!“
Verwurzelt leben und dennoch beweglich bleiben verleiht unserem Leben Halt.

An diesem Nachmittag werden wir uns mit den Wurzeln des persönlichen Lebens und Glaubens beschäftigen, denn erst was Wurzel gefunden hat, kann Frucht tragen.

Wann: Mittwoch, 20. März 2019, 14:00 – 17:00 Uhr
Wo: Pfarrheim Rohrbach
Pfarrgasse 8, 4150 Rohrbach – Berg

Referent: Mag. Maximilian Pühringer, Pfarrer in Oberkappel

Um Anmeldung wird gebeten.
Eintritt frei; freiwillige Spenden erbeten.

Information und Anmeldung:
Caritas für Betreuung und Pflege
Servicestelle Pflegende Angehörige
Gerberweg 6, 4150 Rohrbach-Berg
Tel.: 0676 / 87 76 24 43
ute-marie.winkler(at)caritas-linz.at
www.pflegende-angehoerige.or.at
www.facebook.com/pflegendeangehoerige

https://www.caritas-linz.at/hilfe-angebote/service-fuer-pflegende-angehoerige/veranstaltungen/veranstaltungen-detailansicht/news/82113-einladung-zum-vortrag-verwurzelt-im-glauben-gehalten-im-leben/

Wie kann ich mir als pflegender Angehöriger wertvolle kurze Momente, die nur mir gehören, erschaffen?

 

Wenn die Tage länger werden, wachsen auch die Kräfte, sie zu füllen.

Waltraud Puzicha Quelle: Puzicha, Kurz belichtet, Klappe 1, 1997

 

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  • Wie kann ich meine Kräfte, meine Energietanks auffüllen?
  • Kann mir das immer länger werdende Tageslicht dabei helfen?
  • Und wie fühl es sich für mich an, wenn mir wieder mehr Licht zur Verfügung steht?
    Vielleicht nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, lesen sich die die Fragen selbst vor, schließen die Augen und atmen tief durch. Warten sie 1 -2 Minuten und nehmen wahr, was aufgetaucht ist. Es ist völlig egal ob Sie es positiv oder negativ bewerten. Nehmen Sie die Gefühle und Gedanken für diesen Augenblick genau so an, wie sie sind.

    Diese kurze, kleine Übung können Sie mehrmals durchführen, es kann gut sein, dass jedes Mal verschiedenste Gefühle und Gedanken hochkommen. Kurz für 2 Minuten auszusteigen und zu mir zukommen, kann manchmal so einiges bewirken. Versuchen Sie es.

    Ich wünsche Ihnen jeden Tag einige Augenblicke die ganz alleine Ihnen gehören, wodurch Sie neue Kraft für ihre wertvolle Arbeit schöpfen können.

Selbstbestimmung aus der Sicht einer Demenzbetroffenen

Helga Rohra bekam mit 54 Jahren die Diagnose Lewy- Body- Demenz und setzt sich seit 10 Jahren für die Anliegen von Demenzbetroffenen ein.

Im Interview spricht sie darüber wie sich ihr Leben seit ihrer Diagnose verändert hat und beschreibt ihren persönlichen weg.

Helga Rohra sprach im September auf einer Demenz Fachtagung in Linz und es war ein sehr lebendiger und bewegender Vortrag. Sie verlor ein paar mal den Faden, wo ihr das Publikum weiterhalf. Sie plädiert für so viel Selbstbestimmung wie möglich. Und es ist ihr sehr wichtig den Mensch als Mensch und nicht als Demenzkranken wahrzunehmen.

Der Demenzbetroffene ist ein Mensch mit einer Diagnose, er ist jedoch nicht nur die Diagnose.

Es kann Angehörigen und Betroffenen sehr helfen, zu sehen wie eine Frau, wie Helga Rohra in der Öffentlichkeit spricht und sich zum Beispiel dafür einsetzt, dass bei den Planungen in der Politik und Maßnahmen die gesetzt werden sollen, die Betroffenen mit eingebunden und gehört werden sollten.

Für eine PAULA Kurs (Kurs für Angehörige von Personen, die von Demenz betroffen sind) Teilnehmerin veränderten die Interviews von Helga Rohra die Beziehung zu ihrem Ehemann. Das Ehepaar hat sich gemeinsam Interviews angesehen und seither kann ihr Ehemann mit seiner Frau das erste Mal über die Erkrankung sprechen. Das Aussprechen ist für beide eine große Erleichterung. Laut einer Aussage der Angehörigen fühlt sich ihr Mann nicht mehr so beschämt, da auch eine intelligente Frau wie Helga Rohra an Demenz erkrankt ist.

Das Team der Servicestelle Pflegende Angehörige wünscht ihnen viel Kraft auf ihrem Weg.

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