Ein Text zum Nachdenken: „Lebens-Weg“

Lebens-Weg:

Es braucht einen Aufbruch.

Den Beginn von etwas Neuem.

Hervorgebracht aus dem Alten.

Losgelöst aus nicht mehr Funktionierendem.

Hoffnung auf etwas Besseres.

Heraus aus der Komfortzone!

Sich öffnen für den Weg.

Ob gerade oder krumm.

Ich bin nicht allein.

Ich weiß mich geleitet.

Von dem Einen, von den Vielen.

Wir alle sind Weggefährten.

Hin zu dem Ziel, das ich kenne.

Das wir alle kennen.

Weil wir auf dich vertrauen.

Auf deinen Plan für uns.

Du weist uns den Weg.

Diesen Weg nennen wir „Leben“.

Angela Eckerstorfer

winterweg

Die Servicestelle Pflegende Angehörige wünscht allen betreuenden und pflegenden Angehörigen eine wunderschöne, geruhsame und entspannte Weihnachtszeit mit allen Menschen, die Ihnen wichtig sind.  Eine Zeit, in der sie wieder Kraft sammeln können, um sich für IHREN Weg zu öffnen!

Mundartgedicht Advent

christmas-2984210__340.jpgSpannung

I kann mas nu guad denga

wias gwen is

de Zeit vor Wheinachtn.

Jedn viertn Tag a Tial

von Adventkalenda aufmocha-

bei vier Kinder und oan Kalenda

geht se des net öfta aus.

Umso mehr hats uns blangt,

dass ma scho beim vierazwoanzga einischaun.

Ma mochats ja eh glei wieda zua

und koana hät was gmerkt.

Und i hea nu mei Muatta sagn :

,,MA MUASS A WOS DAWOATN KINNA !“

Allen Pflegenden Angehoerigen eine friedvolle Adventzeit

(Lydia Neunhäuserer)

Einen herzlichen Dank an unsere ehrenamtliche Blogschreiberin, Hedwig Koller für diesen Beitrag!

Wir wünschen allen betreuenden und pflegenden Angehörigen einen besinnlichen Advent!

 

Ein paar Tage Auszeit: Das waren die Erholungstage in Windischgarsten 2017

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8 Frauen und 4 Männer konnten die Tage in Windischgarsten Ende Oktober 2017 genießen, Kraft tanken, sich erholen und entspannen, Gespräche führen und sich auch kulinarisch verwöhnen lassen.

Begleitpersonen bei den Erholungstagen waren die ehrenamtlichen Mitarbeiterin Reichör Maria und die Abteilungsleiterin für Pflegende Angehörige Marlene Mayr.

Rückmeldungen der TeilnehmerInnen

  • nach solchen Erholungstagen bin ich von innen heraus wieder gestärkt
  • auf die schönen Eindrücke kann ich später oft wieder zurückgreifen und Kraft schöpfen
  • gefallen haben mir auch die vielen guten Gespräche mit Gleichgesinnten
  • die Mischung von Freizeit, Aktivitäten und Gesprächen tat mir gut
  • für mich waren es sehr erholsame, lustige, einfach guttuende Tage der Abwechslung vom Alltag
  • Elan und Begeisterung der Begleitenden sind ansteckend und können mir auch für zu Hause Mut und gute Laune mitgeben
  • Viele schwere Situationen der Vergangenheit möchte ich hier lassen und hoffen, dass wieder bessere Zeiten kommen

 

Visuelle Eindrücke:

 

Die nächsten Erholungstage finden von 16.02.-19.02. 2018 in Schlierbach statt.

Mehr Informationen dazu: Information zu den Erholungstagen

Im GLEICHGEWICHT bleiben- trotz Betreuung und Pflege Teil 4: Glücksmomente erkennen

Heute geht es in unserer Reihe „Im Gleichgewicht bleiben- trotz Betreuung und Pflege- Teil 4“ um das Schärfen des eigenen Blicks für Glücksmomente.

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Pflegende und betreuende Angehörige fühlen sich im stressigen bzw. herausfordernden Betreuungsalltag oft wie „im Hamsterrad„. Sie kümmern sich nur mehr um die Erfordernisse des Alltags (Erledigungen, Arztbesuche, Kinder, Pflege und Betreuung,…), jeder Tag erscheint gleich, die Stimmung droht zu sinken.

Deswegen möchte ich Ihnen heute eine Geschichte als Inspiration zum Nachahmen vorstellen, um Ihren Blick für das Positive und Schöne im „schnöden Alltag“ wieder zu schärfen. Dies kann  hilfreich sein, denn schon regelmäßig wahrgenommene kleine Glücksmomente können dabei helfen, dem Leben mit mehr Freude zu begegnen, Gelassenheit zu entwickeln und längerfristig Stress zu reduzieren:

„Es war einmal ein Bauer, der steckte jeden Morgen eine Handvoll Bohnen in seine linke Hosentasche. Immer, wenn er während des Tages etwas Schönes erlebt hatte, wenn ihm etwas Freude bereitet oder er einen Glücksmoment empfunden hatte, nahm er eine Bohne aus der linken Hosentasche und gab sie in die rechte.

Am Anfang kam das nicht so oft vor. Aber von Tag zu Tag wurden es mehr Bohnen, die von der linken in die rechte Hosentasche wanderten. Der Duft der frischen Morgenluft, der Gesang der Amsel auf dem Dachfirst, das Lachen seiner Kinder, das nette Gespräch mit einem Nachbarn – immer wanderte eine Bohne von der linken in die rechte Tasche.

Bevor er am Abend zu Bett ging, zählte er die Bohnen in seiner rechten Hosentasche. Und bei jeder Bohne konnte er sich an das positive Erlebnis erinnern. Zufrieden und glücklich schlief er ein – auch wenn er nur eine Bohne in seiner rechten Hosentasche hatte.“

(Verfasser unbekannt)

Beginnen Sie gleich heute damit, Ihre linke Hosentasche zu füllen- und am Abend über ihre erlebten Glücksmomente zu reflektieren. 

Und keine Angst: Statt Bohnen können natürlich auch Perlen, Steinchen, Plättchen,…. verwendet werden! 

Beachten Sie auch andere Texte aus dieser Reihe:

Im GLEICHGEWICHT bleiben- trotz Betreuung und Pflege Teil 3: stressverstärkende Einstellungen

Im GLEICHGEWICHT bleiben- trotz Betreuung und Pflege Teil 2: Entspannung

Im GLEICHGEWICHT bleiben-trotz Betreuung und Pflege

 

„Das langsame Vergessen“: Erfahrungen Angehöriger von Menschen mit Demenz

In unserer neuen Reihe stehen Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen im Fokus.

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Foto:Pawloff

Betreuende und pflegende Angehörige erzählen ihre Erfahrungen, Beobachtungen und Empfindungen im Alltag mit Menschen mit Demenz, verbundene Herausforderungen aber auch Freuden im Umgang werden beleuchtet.

Den Beginn macht B.V., der über einige Jahre seine Schwiegermutter (mit)- betreute, anfangs im Familienverband, später im Pflegeheim als diese immer mehr „ins Vergessen ging“.

„Bei einem Seminar über Demenz hat eine sehr erfahrene Altenpflegerin der Gruppe erklärt: „Alles, was ein Mensch in seiner Demenz tut, sagt oder fühlt, hat seine Ursache. Auch wenn wir es nicht verstehen, hat es seinen Sinn aus seinem gelebten Leben heraus. Wir müssen es auch nicht verstehen, sondern ganz einfach seiner Erlebniswelt mit Respekt begegnen und versuchen ihren Gründen nach zu spüren.“

Als meine Schwiegermutter immer weiter ins Vergessen ging, war sie manchmal aufgeregt und sehr schwer zu beruhigen. Mein Schwiegervater hatte angerufen: „ Die Mutter ist nicht zu bändigen.“ Um ihm ein wenig Freiraum zu verschaffen, haben wir sie zu uns geholt. Wir wussten, dass sie gern singt und haben sie gefragt, ob sie wohl mit uns Volkslieder singen möchte. Sie nahm dieses Angebot sofort an und wurde mit der Zeit beim Singen immer ruhiger.

Wir haben sie dann gefragt, warum sie so gern singt. Sie erzählte uns dann, dass sie immer daheim mit ihrer Mutter gesungen hat, wenn sie beide allein ohne den Rest der Familie Hausarbeiten erledigten. Sie sagte uns: „Das war immer so herrlich. Ich habe dann die zweite Stimme gesungen und wir waren ganz fröhlich zusammen. Das war richtig schön.“

Offensichtlich war das ihr Gefühl von Geborgenheit und zu Hause. Es waren wohl nicht ihr Elternhaus oder das Haus und später die Wohnung, wo sie mit ihrer eigenen Familie gelebt hat, sondern eher dieses Gefühl von Geborgen sein, Zuwendung und Schutz.“

Es war uns jetzt auch klar, was sie damit meinte, wenn sie „nach Hause“ wollte.

Einen herzlichen Dank an B.V., ehrenamtlicher Blogschreiber für diesen Beitrag!

Sie möchten sich Unterstützung im Umgang mit Ihrem Angehörigen, der an Demenz leidet holen?

Beachten Sie unsere Veranstaltungen zum Thema Demenz (Veranstaltungen) oder unsere Treffpunkte für pflegende Angehörige (Treffpunkte)

In Linz in der Elisabeth-Stub’n gibt es bspw. einen Treffpunkt, der speziell für Angehörige, die Menschen mit Demenz betreuen oder pflegen gedacht ist (jeden 1. Donnerstag im Monat von 16.00-18.00).

Eine kleine Weisheitsgeschichte: vom Frieden im Herzen

Es war einmal ein König, der schrieb einen Preis im ganzen Land aus: Er lud alle Künstlerinnen und Künstler dazu ein, den Frieden zu malen und das beste Bild sollte eine hohe Belohnung bekommen.

Alle Malerinnen und Maler im Land machten sich eifrig an die Arbeit und brachten dem König ihre Bilder. Von allen Bildern, die gemalt wurden, gefielen dem König zwei am besten. Zwischen denen musste er sich nun entscheiden.

Das erste war ein perfektes Abbild eines ruhigen Sees. Im See spiegelten sich die malerischen Berge, die den See umrandeten und man konnte jede kleine Wolke im Wasser wiederfinden. Jeder, der das Bild sah, dachte sofort an den Frieden.

Das zweite Bild war ganz anders. Auch hier waren Berge zu sehen, aber diese waren zerklüftet, rau und kahl. Am düsteren grauen Himmel über den Bergen jagten sich wütende Wolkenberge und man konnte den Regen fallen sehen, den Blitz aufzucken und auch fast schon den Donner krachen hören. An einem der Berge stürzte ein tosender Wasserfall in die Tiefe, der Bäume, Geröll und kleine Tiere mit sich riss. Keiner, der dieses Bild sah, verstand, wieso es hier um Frieden gehen sollte.

Doch der König sah hinter dem Wasserfall einen winzigen Busch, der auf der zerklüfteten Felswand wuchs. In diesem kleinen Busch hatte ein Vogel sein Nest gebaut. Dort in dem wütenden Unwetter an diesem unwirtlichen Ort saß der Muttervogel auf seinem Nest – in perfektem Frieden.

Welches Bild gewann den Preis?

Der König wählte das zweite Bild und begründete das so: „Lasst Euch nicht von schönen Bildern in die Irre führen: Frieden braucht es nicht dort, wo es keine Probleme und keine Kämpfe gibt. Wirklicher Frieden bringt Hoffnung, und heißt vor allem, auch unter schwierigsten Umständen und größten Herausforderungen, ruhig und friedlich im eigenen Herzen zu bleiben.“

(Verfasser unbekannt), entnommen von http://www.engelbrecht-media.de/s_weisheitsgeschichten.html

Die Servicestelle Pflegende Angehörige wünscht Ihnen, dass Sie trotz Herausforderungen im Betreuungs- und Pflegealltag kleine Momente des inneren Friedens wahrnehmen und genießen können!

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Sie brauchen dabei oder ganz generell Unterstützung?

Dann wenden Sie sich an uns unter der Nummer 0676/ 87762440 bzw. an pflegende-angehoerige@caritas-linz.at

„Jetzt bin ich doch noch kein pflegender Angehöriger, oder etwa doch?!“- Gedanken zur Selbstidentifikation von pflegenden Angehörigen

Es beginnt mit Kleinigkeiten, die man übernimmt, um einen Verwandten oder Freund zu helfen. Über die Zeit werden es immer mehr und umfangreichere Tätigkeiten und ehe man es sich versieht, ist man in die Position des pflegenden Angehörigen „gerutscht“.

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Aufgrund dieses schleichenden Prozesses erkennt man das aber oftmals nicht gleich – denn eigentlich ist es doch selbstverständlich, dass man der älter werdenden Mutter oder dem immer mehr vergesslich werdenden Partner hilft – das ist etwas, dass man in zwischenmenschlichen Beziehungen gerne leistet.

Die Selbstidentifikation erfolgt in den meisten Fällen erst deutlich später, als die Übernahme der entsprechenden Tätigkeiten. Nicht nur der schleichende Prozess, sondern auch andere verzögernde Faktoren haben Einfluss darauf: So berichten einerseits pflegende Kinder rückblickend, dass es ihnen lange schwer gefallen ist, zu unterscheiden, ob es Pflege ist oder sie einfach nur ein „hilfsbereites“ Kind im familiären Umfeld sind. Andererseits, wenn die Pflege von einem Freund oder Bekannten übernommen wird, fällt es diesen pflegenden Angehörigen schwer, sich als solche zu sehen, weil man ja eigentlich nicht „Familie“ ist.

Ein weiterer Aspekt ist das Thema „Körperpflege“: Eine Tätigkeit, die bald von professionellen Dienstleistern übernommen wird, aber als die klassische „Pflege“ schlechthin definiert ist – ist diese nun kein Teil der Tätigkeiten als pflegender Angehöriger, fällt es vielen Betroffenen schwer, sich dann auch als solche zu sehen.

Häufig wird berichtet, dass das Erkennen der eigenen Situation mit einem „Aha-Moment“ verbunden ist, der in den meisten Fällen von außen ausgelöst wird: Das kann der plötzliche Eintritt einer Krankheit oder die Diagnosestellung sein. Oder aber es werden Betroffene erstmalig vom Personal im Gesundheitsbereich (ÄrztInnen, Pflegepersonal, SozialarbeiterInnen, etc.) mit der Tatsache konfrontiert, dass sie pflegender Angehöriger sind.

Viele pflegende Angehörige wollen sich aber bewusst nicht mit dieser „Rolle“ identifizieren: Sie wollen verhindern, von der Gesellschaft in die „Opferrolle“ gedrängt zu werden und ein Paket an Erwartungen übergestülpt zu bekommen. Darüber hinaus wollen Sie weiterhin als der Mensch gesehen werden, der sie sind und nicht nur auf diese eine Facette ihres Lebens reduziert werden. Mitunter kann es auch schnell dazu kommen, dass man sich selbst nur noch als pflegender Angehöriger sieht und andere Rollen der zwischenmenschlichen Beziehung (Partner, Kind, etc.) nicht mehr aktiv gelebt werden.

Dabei bringt die Selbstidentifikation auch einige Vorteile mit sich: Man kann nun vor Dritten definieren, was man eigentlich tagtäglich leistet und ist nun ein Teil einer großen Gruppe – und nicht mehr allein. Und: Man fühlt sich nun auch endlich angesprochen von entsprechenden Unterstützungsangeboten, die versuchen, einem den Alltag als pflegender Angehöriger zu erleichtern.

Einen herzlichen Dank für diesen Beitrag an  unsere ehrenamtliche Blogschreiberin Dipl.-Ing. Mag. Susanne Hensely-Schinkinger. Sie arbeitet an der TU Wien als Projektassistentin am Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung und schreibt derzeit an ihrer Doktorarbeit zum Thema „Unterstützung für pflegende Angehörige“ mit dem Schwerpunkt auf technologische Lösungen für diesen Bereich.“

Das Thema interessiert Sie? Gerne können Sie die wissenschaftliche Studie von Frau Hensely-Schinkinger durch die Beantwortung des Fragebogens und somit die Weitergabe Ihrer eigenen Erfahrungen unterstützen. Die Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt: