Tagebucheintrag: Was ist Ihre Geschichte?

Schreiben Sie uns Ihre Alltagsgeschichte, ganz egal ob lustig oder schwer. Es tut gut etwas zu teilen und sich von der Seele zu schreiben. Wir schätzen es sehr, wenn wir durch das Erzählen von Erfahrungen voneinander lernen können

Senirenehepaar

Stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Was bewegt mich zurzeit?
  • Was ist das Schönste an der Pflege?
  • Was ist das das Schwerste? 
  • Was hat sich in der Beziehung geändert?
  • Wie war es als mein/e Liebste/r ins Pflegeheim gekommen ist?
  • Wie geht es mir im Laufe eines Tages?
  • Für was bin ich besonders dankbar?
  • Welchen Ausflug haben wir gemeinsam gemacht?
  • In welchen Situationen fühle ich mich alleine und bräuchte Unterstützung?
  • Welche Hilfe von außen hat mir geholfen?
  • ……..

Schreiben Sie ein Mail an johanna.messmer@caritas-linz.at und wenn Sie wünschen, veröffentlichen wir Ihre ganz persönliche Geschichte in einem der nächsten Blogbeiträge anonym.

 

 

 

Danke-Brief: PAULA veränderte mein Leben

Dieser Brief hat uns vor kurzem erreicht. Es ist schön und berührend zu lesen,  wie sich eine ausweglose Situation, in der die Mutter dement ist, verändert hat. Vielen herzlichen Dank für das Teilen mit uns und anderen pflegenden Angehörigen.

Hier ist der Link zur ganzen Geschichte: DANKBRIEF

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Was hat Ihnen in ihrer ausweglosen Situation geholfen? (Freunde, ein Kurs, Beratungen, ein Buch,…..) Schreiben Sie uns Ihre Geschichte und wenn gewünscht veröffentlichen wir sie gerne anonymisiert.

Manchmal kann eine Geschichte dazu Beitragen, dass sich viele Köpfe in eine Richtung drehen und sich was verändert. So wie in diesem Sonnenblumenfeld, die Blütenköpfe der Sonne folgen, wünsche ich mir, dass sich in der Pflege die Köpfe in Richtung Liebe und Verständnis ausrichten.

Sonnenblumenfeld

Hier finden sie die nächsten PAULA – Kurs – Termine für Angehörige von Demenzbetroffenen.

 

Reise in die Vergangenheit

Morgen Nachmittag gibt es einen Ausflug zur Waldkapelle „Maria Rast“ für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen

WaldkapelleEine Demenzerkrankung stellt Betroffene, aber auch pflegende Angehörige vor große Herausforderungen. Denn neben den altersbedingten, körperlichen Beschwerden kommt es bei Menschen mit Demenz zum allmählichen Abbau der geistigen Fähigkeiten. Am Beginn der Erkrankung ist vor allem das Kurzzeitgedächtnis betroffen; an Erlebnisse in der Vergangenheit können sich die Betroffenen meist aber noch gut erinnern.
Dieser Ausflug zur Waldkapelle Maria Rast und die anschließende Einkehr im alten, für das Mühlviertel typischen Hof „Zur Rastbank“ soll Erinnerungen an vergangene Zeiten wachrufen, oder einfach nur Abwechslung zum Pflegealltag bieten.

Frei nach dem Motto „gemeinsam eine schöne Zeit erleben“ freuen wir uns auf Ihre Teilnahme!

Wann: Donnerstag, 28. Juni 2018, 14:30 bis ca. 17:00 Uhr
Wo: Waldkapelle Maria Rast, Brennten, 4191 Vorderweißenbach

Die Teilnahme ist kostenlos.
Speisen und Getränke im Hof „Zur Rastbank“ sind selbst zu bezahlen.
Anmeldung erforderlich!

Information und Anmeldung:

Caritas-Servicestelle Pflegende Angehörige
Gerberweg 6, 4150 Rohrbach-Berg
Mag.a Ute Maria Winkler
Tel.: 0676 / 87 76 24 43
ute.maria.winkler(at)caritas-linz.at
www.pflegende-angehoerige.or.at

Demenzfreundliche Region Rohrbach
Gerlinde Arnreiter, MSc
Sozial- und Demenzberatungsstelle des
Sozialhilfeverbandes Rohrbach
Am Teich 1, 4150 Rohrbach-Berg
gerlinde.arnreiter(at)ooe.gv.at
Tel.: 0660 / 34 09 527
www.demenzfreundliches-rohrbach.at

Rückblick auf besonders wertvolle Tage

Erholungstage VB_Traunsee

Erholungstage für Pflegende und gepflegte in Vöcklabruck von 14.-18. Mai 2018

Einmal aus dem Alltag aussteigen, Belastendes hinter sich lassen und die Zeit mal nur für sich verwenden, das sind die Erholungstage für Pflegende und Gepflegte in Vöcklabruck.

Erholungatage VB_Mandala

Dieser Urlaub in St. Klara stand unter dem Motto „ Zeit zu leben“.

Schnell entstand eine sehr gute Gemeinschaft und mit einem kunterbunten Rahmenprogramm, konnte uns selbst das Wetter die gute Laune nicht verderben

Wichtig ist der Austausch mit Menschen in ähnlicher Situation. Hier haben Tränen und Lachen Platz, da fühlt man sich verstanden und wahrgenommen.

Es ist schön mitzuerleben, wie belastet die Teilnehmerinnen kommen und wie schnell ein Wandel passieren kann. Meist gelingt es ihnen bereits am zweiten Tag, die Sorgen ein wenig zu vergessen und diese gemeinsame freie Zeit zu genießen.

Was die TeilnehmerInnen besonders schätzen:

  • Das viele Lachen hat so gut getan. Danach konnte ich so gut schlafen
  • Ich war schon lange nicht mehr so glücklichErholungsate VB_Blumen
  • Beim Thema Selbstsorge ist mir manches bewusst geworden
  • Die Segnungsfeier von Pfarrer Haslinger
  • Das leckere Essen
  • Mit einem gemeinsamen Morgenlob den Tag beginnen
  • Die Schifffahrt am Traunsee
  • Der wunderschöne Klostergarten mit seiner Ruhe und natürlich der sprechende Papagei J
  • Abends die geselligen Spiele bei denen soooo viel gelacht wurde
  • Die guten Gespräche
  • Die vielen Aktivitäten, Besuch im Klosterladen, Stadtspaziergang, Spiele, SelbA Stunden, Informationen rund um Pflege und Betreuung, ……
  • 5 erholungsreiche, herzliche und informative Tage

Erholungstage VB_Gruppenfoto

 

 

 

 

Erholungstage VB 2018_Spiel

Ich habe es ihr doch versprochen…

Seerose

 Eine 55- jährige Frau schilderte vor kurzem folgenden inneren Konflikt:

„Als vor ein paar Jahren mein Vater ganz überraschend an einem Herzinfarkt verstarb, ist für meine Mutter eine Welt zusammengebrochen. Er hat sich um alles gekümmert, war eigentlich auch immer der fittere der beiden. Sie hat sich in allem auf ihn verlassen. Dann hat sie sich sehr an mich gehängt. Sie hat dann in der Folge ganz viel meine Nähe gesucht, was leicht war, weil wir in einem Haus wohnen. Da ich alleine bin und meine beiden Kinder schon erwachsen sind, habe ich das auch zugelassen, sie hat mir ziemlich leid getan. Und eines Tages hat sie mir das Versprechen abgerungen, dass ich sie nicht ins Heim abschiebe. Sie ist immer gebrechlicher geworden und jetzt hat sie sich beim letzten der vielen Stürze den Oberschenkelhals gebrochen. Im Krankenhaus haben sie mir geraten einen Heimplatz oder eine 24 Stundenbetreuung zu suchen. Für eine 24 Stundenbetreuung reicht das Geld nicht. Ich kann sie nicht betreuen, weil ich noch ein paar Jahre arbeiten muss. Ich habe große Angst und ein schlechtes Gewissen, wenn ich daran denke, ihr sagen zu müssen, dass sie ins Heim muss.“


Folgende Fragen und Überlegungen können hilfreich sein:

  • Die Dame hatte alle Verantwortung bezüglich der nächsten Zukunft der Mutter zu sich genommen, obwohl die Mutter noch ganz klar ist. Demnach muss die Mutter die Entscheidung treffen, was geschehen soll und nicht die Tochter. Mit der Mutter die notwendige Pflege und die nächsten Schritte zu überlegen, könnte zuerst ein Arzt, Mitarbeiterinnen der Pflege oder die Sozialarbeiterin übernehmen. Die Tochter kann der Mutter beistehen, muss aber auch die Grenze klar formulieren: „Ich kann nicht rund um die Uhr für dich da sein. Wenn ich jetzt zu arbeiten aufhören, sind die Abschläge zu groß!“ Sie muss der Mutter die Frage stellen: „Mama, wie soll es jetzt weitergehen?“
  • Den Betroffenen Menschen fällt es oft schwer sich der eigenen Gebrechlichkeit und den schwindenden Kräften zu stellen und sich vielleicht auch mit dem Abschied aus dem Leben zu konfrontieren. Die Übersiedelung in ein Heim führt die Hilfebedürftigkeit oft drastisch vor Augen, der man am liebsten ausweichen möchte.
  • Die Übersiedelung ins Heim ist nicht gleichbedeutend mit dem Ende der Beziehung. Die Tochter kann die Mutter nach wie vor unterstützen und für sie da sein – vielleicht sogar in freierer Weise.
  • Für die Tochter könnte es gut sein, der Mutter zu sagen, wie es ihr geht: dass sie auch traurig ist, zu sehen, wie es der Mutter geht, dass sie auch ratlos ist, wie es weitergehen kann, dass sie einen Konflikt hat zwischen Unterstützung der Mutter und Sorge um ihre eigene Zukunft (Sie verdient nicht so viel und ein frühzeitiges Ausscheiden aus dem Berufsleben würde sie in eine finanzielle Notlage bringen). Dies ist wichtig, weil die Mutter aufgrund des Beschäftigt-Seins mit ihrer Situation, das Wohl und auch die Sorgen der Tochter nicht sehen kann: Keine liebende Mutter will, dass die eigene Tochter in eine existentielle Notlage gerät und leidet. Auch das Versprechen kann hier Thema sein: Wie kam es zustande, was wurde darunter verstanden, wie weit reicht es, ist es erfüllbar?
  • So sehr auch die Tochter von der Traurigkeit, vielleicht auch Verzweiflung der Mutter betroffen ist, so ist auch klar, dass sie ihre Mutter den Weg der Bewältigung und Trauer gehen lassen muss und ihr diese letzte Lebensaufgabe nicht abnehmen kann.
  • Ein Blick auf die gemeinsame Beziehungsgeschichte und auf die bisherigen Bewältigungsstrategien der Mutter bei Herausforderungen und schwierigen Situation kann hilfreich sein: die Mutter hat die Verantwortung gerne an den Vater abgegeben, sie war eine sehr herzliche Frau, hat aber vor Problemen den Kopf eher in den Sand gesteckt.

 

 

 

BUCHTIPP: Sterbebegleitung

 

Sterbebegleitung meiner krebskanken Mutter

Im Buch  „Noch einmal schwimmen“ beschreibt die Autorin Monika Keck die Begleitung ihrer Mutter bis zum Tod warmherzig und authentisch.

Das Buch ist zugleich Erzählung und Ratgeber. Die gesamte Gefühlspalette von Trauer und Verzweiflung bis hinzu Freude und Hoffnung wird erlebbar.

Das Buch behandelt die Begleitung ihrer Mutter vom Beginn der Krebsdiagnose und der Entscheidung sie palliativ zu Hause zu versorgen bis zum Tod und der Zeit danach. Zwischen den ganz persönlichen Erzählungen gibt es viele konkrete Hilfestellungen und Tipps, die pflegende Angehörige während der Sterbebegleitung zu Hause bestärken und Ängste vor der Auseinandersetzung mit dem Thema Tod nehmen sollen.

Ich kann das Buch für alle die in einer ähnlichen Situation stecken oder beruflich damit zu tun haben wärmstens empfehlen. Das Buch ist gut verständlich und flüssig zu lesen. Die Tipps sind verbunden mit ihren eigenen Erfahrungen und lassen die Hilfestellungen lebendig und nachvollziehbar werden. Es ist  ein berührender und wertvoller Ratgeber für pflegende Angehörige, die diese mutige Entscheidung getroffen haben und ihre Liebsten zu Hause pflegen.

 

Löwenzahnwiese

Lauter kleine Sonnen hat der Löwenzahn.

Guck nur, sie strahlen und leuchten dich an.

Und legst du dich in die Wiese hinein,

wird um dich lauter Sonne sein.

Lauter kleine Sonnen hat der Löwenzahn.


Hedwig NOTTARP (1922-198o)

 

Löwenzahnwiese

Die Servicestelle pflegende Angehörige wünscht Ihnen einen schönen heißen Sommertag. Und vielleicht entdecken auch Sie einen Löwenzahn, der sie anstrahlt. Nähern sie sich ganz vorsichtig und betrachten sie ihn ganz genau. Was sehen Sie?